Kann ich den Joghurt noch essen? Was das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich aussagt
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Kann ich den Joghurt noch essen? Was das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich aussagt

Du stehst vorm Kühlschrank und kramst den Joghurt aus der hintersten Ecke hervor. Ein Blick auf das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zeigt: abgelaufen. Was nun? Muss er wirklich in den Müll oder ist er noch gut? In Deutschland werden etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, obwohl sie noch genießbar sind. Dabei würde weniger Verschwendung den Geldbeutel und die Umwelt deutlich schonen. Wie du selbst die Haltbarkeit prüfen kannst und was zum Thema Nahrungsmittelhaltbarkeit sonst noch wichtig ist, haben wir für dich zusammengetragen.

Verfallsdatum, Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum – was ist der Unterschied?

Das Verfallsdatum wird bei Arzneimitteln und Medizinprodukten verwendet. Es ist gesetzlich vorgeschrieben und zeigt an, bis zu welchem Datum das Medikament noch verwendet werden darf.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird bei Lebensmitteln eingesetzt und bedeutet, dass das Produkt bis zu diesem Datum in seiner Qualität, wie etwa dem Vitamingehalt und dem Geschmack, unverändert ist – vorausgesetzt, es wird richtig gelagert.

Manche Produkte sind allerdings noch Monate darüber hinaus haltbar. Das MHD markiert also nur, wie lange der Hersteller eine Garantie gibt, und nicht, wann das Produkt schlecht ist.

Anders ist das beim Verbrauchsdatum, das beispielsweise bei Frischfleischwaren wie Hackfleisch zusätzlich aufgedruckt wird. Hier ist Vorsicht geboten, da nach Ablauf des Datums eine Gesundheitsgefährdung durch Keime gegeben sein kann.

Vertraue deinen Sinnen: So prüfst du die Haltbarkeit

Manche Lebensmittel wie Zucker, Salz, Reis oder Nudeln sind jahrelang haltbar. Ebenso Schokolade: Bei richtiger Lagerung – am besten bewahrst du sie im Kühlschrank auf – kann Halb- oder Zartbitterschokolade bis zu zwei Jahre halten. Je höher der Milchanteil, umso kürzer die Haltbarkeit. Sie verkürzt sich dann auf etwa anderthalb Jahre. Wenn sich eine weiße Schicht bildet, ist die Schokolade zu warm gelagert worden. Das Fett der Kakaobutter kristallisiert aus. Das ist zwar nicht schädlich, aber sie schmeckt nicht mehr so gut.

Milchprodukte riechen unangenehm, wenn sie verdorben sind. Dies geschieht meist bereits nach circa fünf bis sieben Tagen.

Wurst- und Fleischwaren beginnen unangenehm süßlich zu riechen und bekommen eine schmierige Oberfläche sowie Druckstellen.

Tiefkühlkost scheint unverderblich zu sein, aber das ist nicht ganz richtig. Die Pizza hält sich bis zu einem Jahr, Pommes Frites sogar anderthalb. Selbstgekochtes sollte nicht länger als drei Monate aufbewahrt werden. Also lieber öfter mal den Bestand checken.

Obst und Gemüse sollten so frisch wie möglich verzehrt werden, da sie ansonsten ihre Vitamine verlieren. Aber sie zeigen auch deutlich, wenn sie zu verfaulen beginnen. Du erkennst dann braune, matschige Stellen bis hin zu Schimmel.

Grillsoßen und Ketchup halten sich etwa sechs Wochen geöffnet im Kühlschrank. Wenn die Soßen zu lange in der Sonne stehen, kann sich die Haltbarkeit allerdings verkürzen. Zischt oder blubbt die Flasche beim Öffnen, sollte sie schnellstens entsorgt werden.

Generell verändern sich der Geruch und die Beschaffenheit der Lebensmittel, wenn sie ungenießbar werden. Wenn du also das nächste Mal vorm Kühlschrank stehst, mache am besten den Test: riechen, sehen, schmecken. Dies gibt dir Gewissheit.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.

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