Kinder im Haushalt einbinden: 10 Tipps
Familienleben

Kinder im Haushalt einbinden: 10 Tipps

Gemeinsame Aktivitäten mit der ganzen Familie stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl. Doch der Spagat zwischen Beruf, Kindern und Haushalt bringt viele Eltern oft an ihre Belastungsgrenzen. Was können Eltern also tun, wenn im hektischen Alltag nicht immer die Zeit für gemeinsame Freizeitaktivitäten bleibt? Ein Trick ist es, die täglichen Aufgaben, die ohnehin anstehen, gemeinsam zu erledigen.

Statt nach der Arbeit noch schnell die Wäsche aufzuhängen oder einkaufen zu gehen, bevor das Kind vom Kindergarten abgeholt wird, können diese Tätigkeiten einfach gemeinsam mit dem Kind erledigt werden. Auch das gemeinsame Kochen mit der ganzen Familie bietet sich dafür wunderbar an. Hier findet ihr Tipps für das gemeinsame Kochen mit Kindern.

Meist dauert das mit kleinen Kindern zwar oft länger, doch die Kinder profitieren davon, wenn sie ihren Eltern bei alltäglichen Aufgaben helfen dürfen.

Warum es für die Entwicklung der Kinder gut ist, wenn sie den Eltern im Haushalt helfen dürfen

Wenn Kinder im Haushalt mithelfen, profitieren nicht nur die Eltern davon, sondern auch die Kinder. Dürfen diese auf ihr Alter und ihren Entwicklungsstand abgestimmte Aufgaben im Haushalt übernehmen, fördert das ihr Verantwortungsbewusstsein sowie ihr Selbstbewusstsein. Außerdem bekommen sie das Gefühl, einen wertvollen Beitrag in der Familie zu leisten und schulen beim Gemüse schneiden oder Staub wischen gleichzeitig ihre motorischen und feinmotorischen Fähigkeiten.

10 Tipps, um Kinder im Haushalt einzubinden

  1. Die Kinder sollten so früh wie möglich im Haushalt einbezogen werden. Kleinkinder können zum Beispiel die Wäscheklammern reichen, beim Tisch decken oder beim Staubwischen helfen. Auf diese Weise lernen die Kinder, die Hausarbeit als etwas ganz Normales anzusehen.
  2. Kleine Kinder können auch Aufgaben übernehmen, bei denen nicht so schnell etwas kaputt geht. Zum Beispiel die bruchsicheren Teile wie Plastikschüsseln oder Kinderteller aus der Spülmaschine ausräumen, die schmutzige Wäsche in die Waschmaschine legen oder nach dem Einkaufen die Einkaufstasche ausräumen.
  3. Wir Eltern sind für unsere Kinder die wichtigsten Vorbilder. Wenn wir selbst die Hausarbeit gutgelaunt und ohne zu nörgeln erledigen, signalisieren wir unseren Kindern, dass Hausarbeit keine Strafe ist, sondern Spaß machen kann.
  4. Wenn kleine Kinder mithelfen, dauert die Hausarbeit zwar oft länger oder es geht auch mal etwas zu Bruch. Dennoch sollten Eltern geduldig sein und die Aufgaben nicht einfach schnell selbst erledigen, denn das nimmt den Kindern die Freude am Helfen.
  5. Kinder dürfen mit den Aufgaben nicht überfordert werden, sonst wird die Hausarbeit schnell zur unliebsamen Pflicht. Sinnvoller sind kleine Aufgaben, die dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes angepasst sind und noch genügend Raum für Freizeit und Spielen lassen.
  6. Wenn wir Eltern merken, dass unsere Kinder mit den Aufgaben überfordert sind, dürfen wir ihnen natürlich helfen. Vor allem das Aufräumen des Kinderzimmers stellt für kleine Kinder oft eine unüberwindbare Hürde da. Beim gemeinsamen Aufräumen lernen Kinder, wie sie strukturiert vorgehen können und wo die Spielzeuge ihren festen Platz haben.
  7. Klare Anweisungen beim Aufräumen helfen Kindern mehr, als sie an ihre Pflichten zu erinnern. Aussagen wie beispielsweise „Lege die Bausteine zurück in die Kiste.“ oder „Setze die Stofftiere auf dein Bett“, geben konkrete Handlungsanweisungen, die vor allem kleine Kinder besser verstehen.
  8. Eltern sollten keinen Druck auf das Kind ausüben. Ein ehrliches Lob oder ein freundliches „Dankeschön“ steigern das Selbstbewusstsein des Kindes. Es lernt, dass es einen wertvollen Beitrag zum Familienleben beitragen kann.
  9. Alle Familienmitglieder sollten an der Hausarbeit beteiligt werden. Kinder lernen in der Familie viel über die Rollen von Mann und Frau. Deshalb ist es wichtig, dass auch Väter Aufgaben im Haushalt übernehmen, auch wenn sie beruflich stärker eingespannt sein sollten.
  10. Eltern sollten nicht über den Kopf des Kindes hinweg über seine Aufgaben entscheiden. Sinnvoller ist es, das Kind die Aufgaben selbst auswählen zu lassen. Zum Beispiel lieber staubsaugen oder Spülmaschine ausräumen? Es kann auch hilfreich sein, in einer wöchentlichen Familienkonferenz die anstehenden Aufgaben gemeinsam zu besprechen und an alle Familienmitglieder zu verteilen.

Vor allem kleine Kinder haben oft noch viel Spaß dabei, Mama und Papa unter die Arme zu greifen. Sie lieben es, zu helfen und eifern ihren Eltern nach. Deshalb ist es sinnvoll, Kindern frühzeitig kleine Aufgaben zu übertragen. So übernehmen sie auch später oft noch gerne Aufgaben im Haushalt. Vor allem sollten Tätigkeiten im Haushalt nicht als Strafe angesehen und genutzt werden, sondern vielmehr als wichtiger Beitrag, den jedes Familienmitglied zum Familienleben leistet.

Die Gastautorin Diana Brehmer bloggt seit 2011 auf ihrem Mamablog https://www.ineedsunshine.de/ über ihr Leben als Mutter. Sie legt viel Wert auf eine beziehungsorientierte Erziehung und lernte durch ihre Multiple Sklerose Erkrankung wieder, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Mit ihren Lesern teilt sie Tipps für den Alltag mit Kindern und ein entspanntes Familienleben.