Klein, aber gemein – was du über Mückenstiche wissen solltest
Selbsthilfe

Klein, aber gemein – was du über Mückenstiche wissen solltest

Mücken werden oft dann aktiv, wenn wir Entspannung suchen. In den kühleren Abendstunden nehmen wir sie kaum wahr. Schnell und heimlich stechen sie zu. Die meisten Stiche sind abgesehen vom lästigen Juckreiz harmlos. In manchen Fällen können sie jedoch auch ernste Folgen haben. Der richtige Umgang mit Mückenstichen hilft dir, Entzündungen und unangenehme Auswirkungen zu vermeiden. Wir verraten dir, wie du dich vor den Blutsaugern schützen kannst und was du tun solltest, falls sie dich doch mal erwischt haben.

Kleiner Stich mit Infektionsgefahr

Ein Mückenstich ist nicht nur lästig, er kann auch Krankheitserreger und Umweltgifte übertragen. In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland vermehrt Mücken aus exotischen Ländern registriert. Sie bringen das Risiko mit sich, exotische Viren wie das West-Nil-Fieber einzuschleppen. Doch auch heimische aggressive Mückenarten können mit ihren Stichen starke Reaktionen im menschlichen Körper auslösen. Gerötete Hautstellen und angeschwollene Gliedmaße sind Warnsignale, die sich unbedingt ein Arzt anschauen sollte. Manche Infektionen verlangen sogar eine Behandlung mit Antibiotika.

Bitte nicht kratzen – dem Juckreiz widerstehen

So ein Mückenstich kann ganz schön jucken! Viele neigen daher dazu, am Stich zu reiben oder sogar zu kratzen. Das mag zwar kurzfristig Erleichterung verschaffen, doch eine aufgekratzte Wunde birgt das Risiko einer Infektionsgefahr. Kratzt du den Stich auf, können Bakterien vom Stich und von der Haut in die Wunde gelangen, diese verunreinigen und zu tiefergehenden Infektionen führen. Gelangen Keime in den Blutkreislauf, kann das sogar eine Blutvergiftung (Sepsis) zur Folge haben. In solchen Fällen ist schnelle ärztliche Hilfe gefragt, damit keine weiteren Komplikationen auftreten. Bei einem juckenden Stich gilt daher: Finger weg und den betroffenen Hautbereich reinigen bzw. desinfizieren.

Wohltuende Linderung – Mückenstiche kühlen oder wärmen

Einen frischen Mückenstich kannst du zum Beispiel mit Hitze behandeln. Ein Mückenstift erwärmt das Gewebe rund um den Einstich, zerstört damit die Eiweißstoffe des Gifts und macht dieses unschädlich. Reagierst du allergisch auf Mückenstiche, kann ein Antihistaminikum helfen. Auch Hausmittel wie die Scheibe einer Zitrone oder einer Zwiebel können die Schwellung reduzieren. Gegen den unangenehmen Juckreiz hilft vor allem Kälte. Ein feuchter Waschlappen oder ein Kühlpack auf der Haut bringt wohltuende Erleichterung. Solltest du trotz dieser Mittel Fieber bekommen oder beginnt die Stelle, sich rund um den Stich zu verfärben, zu erhitzen oder zu pochen, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wirksamer Schutz vor Mückenstichen

Am besten ist es, Mückenstiche gar nicht erst zuzulassen. Um wenig Angriffsfläche zu bieten, kannst du Kleidungsstücke mit langen Armen und Beinen tragen. Da Mücken Dunkelheit bevorzugen, kann helle Kleidung eine abschreckende Wirkung auf sie haben. Insektengitter und imprägnierte Moskitonetze schützen die Wohnung bzw. den Schlafbereich vor Mücken.

Unser Körpergeruch und der Duft von Kosmetikprodukten locken Mücken auch aus weiter Entfernung an. Zur Abwehr kannst du daher auf natürliche Duftstoffe und ätherische Öle aus Lavendel, Zitrusfrüchten, Zedern oder Lippenblütlern zurückgreifen. Diese duften so intensiv, dass die Mücken deinen menschlichen Geruch nicht mehr wahrnehmen. Allerdings lässt ihre Wirkung oft bereits nach einer Stunde nach und manch einer reagiert auf diese Stoffe allergisch. Synthetische Produkte bieten durch ihre längere Wirkungsdauer meist einen deutlich besseren Schutz. Verbraucherschützer empfehlen Mittel mit dem Wirkstoff Icaridin.

Besondere Vorsicht ist bei Babys geboten sowie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Schon ein kleiner Stich kann für ihren Körper eine große Belastung bedeuten. Sollten sie nach einem Stich Symptome wie Schwellungen, Fieber oder Übelkeit zeigen, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Neben den Mücken droht im Sommer auch Stechgefahr durch Wespen. Wir verraten dir, wie dir ein Sommeressen ohne Wespen gelingt – mit unseren fünf Tipps entkommst du den Plagegeistern leicht. Insbesondere bei Babys und Kindern ist nicht klar, wie sie auf Stiche von Wespen und Bienen reagieren. Unser Erste-Hilfe-Kurs bei Babys und Kleinkindern zeigt dir, was du im Notfall tun kannst. So kannst du dich bei einem Stich gleich richtig verhalten.

Gute Gesundheit wünscht euch eure AOK Hessen.

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