Langersehntes Familienglück: Voraussetzungen für eine Adoption
Partnerschaft

Langersehntes Familienglück: Voraussetzungen für eine Adoption

Du möchtest eine Familie gründen, doch der Wunsch nach einem eigenen Kind geht einfach nicht in Erfüllung? Mit diesem Schicksal bist du in Deutschland nicht alleine. Fast jede zehnte Partnerschaft bleibt ungewollt kinderlos. Eine Adoption bietet für viele Paare die letzte Chance auf das langersehnte Familienglück. Doch auf dem Weg zum Adoptivkind sind einige Hürden zu überwinden. Wir möchten dir einen ersten Überblick über die nötigen Schritte geben.

Wer darf adoptieren? Die gesetzlichen Rahmenbedingungen

In Deutschland steht bei einer Adoption immer das Wohl des Kindes an erster Stelle. Schließlich sollen sich die Lebensumstände des Kindes durch die Adoption stark verbessern. Um das zu gewährleisten, gibt es neben den persönlichen Qualifikationen auch einige rechtliche Grundvoraussetzungen für die Adoption:

  • Sowohl Paare als auch Alleinstehende dürfen adoptieren.
  • Das Mindestalter für eine Adoption liegt in Deutschland bei 25 Jahren. Bei Paaren sollte mindestens einer der Partner das Mindestalter erfüllen, der andere Partner sollte mindestens 21 Jahre alt sein.
  • Ein Ehepaar kann ein Kind nur gemeinsam adoptieren. Seit dem 1. Oktober 2017 dürfen übrigens auch gleichgeschlechtliche Ehepaare adoptieren.
  • Wenn das Paar nicht verheiratet ist, darf nur einer der Partner das Kind adoptieren.
  • Die leiblichen Eltern des Kindes müssen beide in die Adoption einwilligen.
  • Grundsätzlich ist eine Adoption erst möglich, wenn das Kind mindestens acht Wochen alt ist.

Was ist zu beachten? Die persönlichen Voraussetzungen

Für die Vermittlungsstellen der Jugendämter spielen neben den gesetzlichen Kriterien auch ganz persönliche Faktoren eine Rolle. Du musst bereit sein, deinem Vermittler einen tiefen Einblick in dein Privatleben zu geben und die Motivation hinter deinem Adoptionswunsch überzeugend darzulegen. Neben verschiedenen Aspekten deiner Persönlichkeit zählen dabei auch deine erzieherischen Kompetenzen und Vorstellungen.

Ebenso wichtig ist die Frage, ob du dem Adoptivkind ein stabiles Umfeld bieten kannst. Dazu gehört zum einen, dass du in guter gesundheitlicher Verfassung bist und eine glückliche Beziehung führst. Zum anderen solltest du auch in wirtschaftlicher Hinsicht für das Kind sorgen können. Berufstätigkeit und ein geregeltes Einkommen bilden dafür die ideale Basis. Auch deine Wohnverhältnisse sollten einem Kind ein ordentliches und sicheres Zuhause mit ausreichend Platz bieten können.

Welche Schritte sind nötig? Das Adoptionsverfahren

Das Adoptionsverfahren beginnt damit, dass du einen Antrag beim Vormundschaftsgericht stellst. Dazu benötigst du einige Unterlagen, wie zum Beispiel einen Auszug aus dem Familienbuch, deine Heiratsurkunde (falls vorhanden), ein polizeiliches Führungszeugnis sowie ein Gesundheitszeugnis.

Auf deinen Antrag folgt das Eignungsverfahren. Das kann bis zu zwölf Monate dauern. Deine Vermittlungsstelle führt mehrere Gespräche mit dir, macht sich ein Bild von deiner Situation und prüft, ob du ein geeigneter Bewerber für eine Adoption bist. Wenn du grünes Licht bekommst, beginnt die Wartezeit auf ein Kind. Diese dauert durchschnittlich mehr als drei Jahre. Du musst also leider viel Geduld mitbringen.

Der gemeinsame Anfang – die Adoptionspflegezeit

Ein Adoptivkind kannst du dir nicht aussuchen. Die Vermittlungsstellen schlagen dir dann ein Kind vor, wenn du am besten zu ihm und seinen Bedürfnissen passt. Entscheidest du dich für das Kind, beginnt die sogenannte Adoptionspflegezeit. Diese dauert meist ein Jahr und bedeutet so viel wie „Familie auf Probe“. Erst nach dieser Probezeit ist die Adoption vollständig und rechtsgültig.

Interessierst du dich neben der Adoption noch für andere Alternativen zum langersehnten Familienglück? Wie wäre es mit unseren Tipps und Tests zur Fruchtbarkeit oder unseren Infos rund um die künstliche Befruchtung?

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