Leber, Niere, Darm und Haut: Wie entgiftet dein Körper?
Körperwissen

Leber, Niere, Darm und Haut: Wie entgiftet dein Körper?

Unsere Entgiftungsorgane befreien den Körper täglich von Schad- und Giftstoffen. Funktioniert der Reinigungsprozess von Leber, Niere, Lunge, Lymphsystem und Haut optimal, fühlst du dich energiegeladen und fit. Mit einer ausgewogenen Ernährung und bewussten Lebensweise kannst du die Entgiftungsarbeit auf natürliche Weise unterstützen.

Schad- und Giftstoffe: Die Kehrseiten des modernen Lebens

Viele belastende Stoffe gelangen täglich über unsere Nahrung oder die Atemluft in unseren Körper. Deshalb arbeiten unsere Entgiftungsorgane Tag und Nacht unermüdlich. Sie sind eng miteinander vernetzt und bringen unseren Organismus zügig wieder in Balance, sobald Schad- und Giftstoffe ihn überfordern. Die Liste an Alltagsgiften ist lang: Zuviel Weißmehl, Zucker, Fett, Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker stellen unseren Körper immer wieder vor neue Herausforderungen. Weitere belastende Toxine schwirren durch die Luft in Form von Umweltgiften, zum Beispiel Stickoxide aus Autoabgasen. Belastende Substanzen stecken auch in Kosmetik- und Reinigungsprodukten und in verschiedenen Medikamenten.

Entgiftungsorgane: Die effiziente Reinigungstruppe deines Körpers

Sie leisten jeden Tag viel und machen sich selten bemerkbar – deine Entgiftungsorgane. Den meisten von uns bekannt sind Leber, Nieren, Lymphsystem und Darm, die im Dauereinsatz wertvolle Stoffe von schädlichen trennen. Die Arbeit jedes Entgiftungsorgans ist vielschichtig und komplex: Der Darm transportiert Nahrung, bekämpft Bakterien und Schadstoffe und alarmiert das Gehirn, sobald er Giftstoffe ausfindig macht. Das Lymphsystem unterstützen ganz besonders dein Immunsystem, da sie schädliche Substanzen in den Lymphknoten filtert.

Ein besonders wichtiges Detox-Organ ist die Leber. Sie stellt die Galle her, um die Schadstoffe abzutransportieren. Und sie liefert zur richtigen Zeit alle wichtigen Stoffe, die in den Zellen zur Energiegewinnung gebraucht werden. Alles, was der Körper nicht verwerten kann, sortiert die Leber akribisch aus – besonders bekannt ist sie dafür, Alkoholreste aufzulösen.

Weniger an den Entgiftungsprozess denkt man vermutlich bei den Organen Lunge und Haut. Beide Lungenflügel versorgen deinen Körper mit Sauerstoff – und bauen gleichzeitig Gifte wie Nikotin oder eingeatmete Umweltgifte ab, zum Beispiel Pestizide. Deine Haut wiederum schwitzt Stoffwechsel-Abfallprodukte aus den Poren heraus. Viele Menschen unterstützen diesen Prozess automatisch mit Sport oder bei einem Saunagang.

Warum gerät der Entgiftungsprozess aus der Balance?

Die gute Nachricht zuerst: Arbeiten deine Entgiftungsorgane optimal und ist dein Verdauungssystem gesund, bleiben keine Schadstoffe im Körper zurück. Schwieriger wird es, wenn der Körper und einzelne Organe zu stark und langfristig belastet werden, etwa durch eine einseitige Ernährung mit zu viel Fast Food. Hoher Alkoholkonsum etwa kann zu einer Fettleber führen. Auch Bewegungsmangel kann für die Entgiftungsorgane zum Problem werden, weil Aktivität den Stoffwechsel ankurbelt.

Besonders gefährlich für den Entgiftungsprozess sind sogenannte Speichergifte: Aluminium in Alufolie oder Blei im Leitungswasser kann der Körper nicht abbauen – sie werden in der Leber, in der Niere und im Bindegewebe abgelagert. Tückisch sind Haushaltsreiniger, die zum Beispiel das für Lunge und Haut schädliche Chlor enthalten, oder bestimmte Substanzen in Hautcremes, etwa Formaldehyd, Parabene, Aluminiumsalze, Mineral- und Erdöle. Sie dringen als Zellgifte in die Haut ein.

Leber, Niere und Co. entgiften: gesunder Körper, gesunder Mensch

Einige Fastenformen oder die sogenannte Detox-Kur können den Körper bei seiner Entgiftung und Regeneration unterstützen. Dabei werden für eine gewisse Zeit bestimmte Lebensmittel durch viele frische und möglichst unbelastete Lebensmittel ersetzt. Detoxen kannst du aber auch ganz sanft in deinen Alltag integrieren. So gelingt‘s:

Verdauungsunterstützende Lebensmittel bevorzugen

Wichtig ist eine ballaststoffreiche Ernährung mit vielen Vollkornprodukten, Obst und Gemüse, damit die natürliche Darmflora im Gleichgewicht bleibt. Achte beim Einkaufen auf Bio-Qualität. Heimische Superfoods unterstützen die Entgiftung – wie die Rote Beete durch ihren hohen Betain-Gehalt. Sie versorgt gleichzeitig mit viel Vitamin C und B, die gut für die Zellerneuerung deiner Haut sind.

Viel trinken, trinken, trinken

Mit mindestens 2 Liter Wasser pro Tag unterstützt du eine gesunde Leber– und Nierenfunktion und hilfst deinen Organen dabei, Schadstoffe zu transportieren. Gut sind auch ungesüßte Tees: Ein Sud aus Brennnessel-Blättern hilft bei der natürlichen Entgiftung. Ein heilsamer Tee aus Pfefferminze kann die Produktion von Galle und Magensäure anregen.

Bewusst bewegen

Körperlich aktiv zu sein, kurbelt deinen Stoffwechsel und deine Entgiftungsorgane an. Besonders Lunge und Haut profitieren davon, wenn du regelmäßig Sport machst oder in deinen Alltag möglichst viel Bewegung einbaust: Deine Lunge entgiftet durch die höhere Atemfrequenz besser, deine Haut scheidet durch das Schwitzen viele Giftstoffe aus. Auch beim Kochen, Fernsehen oder Zähne putzen kannst du viel für deinen Körper tun – zum Beispiel auf einem Bein stehen, mehrfach in die Hocke gehen und deinen Körper einfach insgesamt aktiv stärken.

Erst Körper Detox, dann Digital Detox

Selbst wenn das Smartphone, Computerspiele und das riesige digitale TV-Angebot verlockend sind: Auch der Geist und unsere Gedanken benötigen ab und zu einen entspannten Ausgleich. Plane digitale Entgiftungszeiten ein – schalte zum Beispiel eine Stunde vor dem Schlafengehen das Handy aus, damit das intensive blaue Licht deinen Schlaf nicht belastet. Vielleicht können wir dich auch bei der Umstellung deiner Ess- und Alltagsgewohnheiten ein Stück begleiten: Mit unseren AOK Hessen Gesundheitskursen lernst du nicht nur viel über gesunde Ernährung, sondern auch übers klimafreundliche Einkaufen und Entsorgen der Speisereste.

Wenig Ballast und eine gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.