Lungenkrankheit COPD: Wenn das Atmen schwerfällt
Volkskrankheit

Lungenkrankheit COPD: Wenn das Atmen schwerfällt

Plötzlich bleibt die Luft weg – Atemnot und hartnäckiger Husten über Monate können Anzeichen für eine COPD sein. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen sind aktive oder ehemalige Raucherinnen und Raucher. Obwohl die Krankheit wenig bekannt ist, tendiert COPD dazu, neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu einer der häufigsten Todesursachen zu werden. Bis heute ist sie nicht heilbar. Rechtzeitig erkannt lässt sich die Krankheit jedoch gut behandeln.

Dauerhaft verengte Atemwege

Die Abkürzung COPD steht für Chronic Obstructive Pulmonary Disease (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) – eine Krankheit, bei der die Atemwege dauerhaft verengt sind. Am häufigsten trifft COPD Raucherinnen und Raucher über 40 Jahre. Mehr als 6 Millionen Deutsche und 15 Prozent der Europäer leiden unter der Lungenerkrankung. Bleiben die Symptome unerkannt, kann die Krankheit ungestört fortschreiten und die Lunge irreparabel schädigen. Oft wird eine COPD erst dann entdeckt, wenn dem Patienten schon deutlich die Luft wegbleibt.

Unterschätzte Lungenkrankheit – das geschieht bei der COPD im Körper

COPD ist eine Erkrankung der Lunge, bei der vor allem die unteren Atemwege und insbesondere die Bronchien betroffen sind. Diese haben die wichtige Funktion, die Lunge von Schadstoffen und Erregern zu befreien. Bei einer COPD sind die Bronchien jedoch dauerhaft entzündet. Sie können ihre Reinigungsarbeit nicht mehr richtig verrichten und verengen sich – Atemnot ist die Folge. Im fortschreitenden Stadium kann die Entzündung von den Bronchien auch auf das Lungengewebe übergehen und die Lungenbläschen schädigen. Diese haben die Aufgabe, Sauerstoff in das Blut aufzunehmen und Kohlendioxid aus dem Blut an die Atemluft abzugeben. Sind die Lungenbläschen geschädigt, nimmt deine Lunge trotz voller Atemzüge weniger Sauerstoff auf. So kann ein Sauerstoffmangel entstehen.

Symptome der COPD – Anzeichen und Warnsignale

Eine COPD kommt schleichend. Über mehrere Jahre nimmt die Leistung der Lunge immer weiter ab. Betroffene bemerken das oft erst dann, wenn sich die Beschwerden plötzlich verschlechtern und ihnen deutlich spürbar die Luft wegbleibt. Husten und Schleimbildung tun viele als verschleppte Erkältung oder „Raucherhusten“ ab. Schreitet die Krankheit fort, bekommen die Betroffenen immer schlechter Luft. Sie sind dann schon bei kleinsten Belastungen im Alltag auf zusätzliche Sauerstoffzufuhr angewiesen. Folgende Warnsignale können auf eine COPD hindeuten:

  • hartnäckiger Husten, insbesondere am Morgen
  • Auswurf mit zähem Schleim
  • Kurzatmigkeit und Atemnot bei stärkeren körperlichen Belastungen als gewohnt
  • pfeifende Atemgeräusche
  • schnellere Erschöpfung bei körperlichen Aktivitäten

Ein regelmäßiger Check-up kann Schlimmeres verhindern. Denn bei einer COPD gilt: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser lässt sie sich eindämmen und behandeln. Bei verdächtigen Symptomen kann der Arzt mit einem Lungenfunktionstest die Kapazität und Leistung deiner Lunge überprüfen und eventuell eine COPD oder eine andere Lungenerkrankung frühzeitig erkennen.

Ursachen der COPD – Raucher sind am stärksten betroffen

Deine Atemwege verfügen über die Fähigkeit, sich mit verschiedenen Mechanismen selbst zu reinigen. Aktives, aber auch passives Rauchen stört die Selbstreinigung und begünstigt die Entstehung von Entzündungen. Schon eine Zigarette lähmt für mehrere Stunden deine Flimmerhärchen, deren Aufgabe es ist, Schleim und Fremdkörper aus der Lunge zu transportieren. Falls du rauchst und bereits an einer COPD erkrankt bist, solltest du unbedingt sofort das Rauchen aufgeben. Alles, was deine Atemwege zusätzlich belastet, ist tabu! Neben dem Rauchen können auch genetische Faktoren und Umwelteinflüsse wie Luftverschmutzung eine COPD begünstigen.

Behandlungsmöglichkeiten – Lebensqualität erhalten

Atemnot und Sauerstoffmangel können Betroffenen das alltägliche Leben erschweren und Lebensqualität rauben. Eine Schädigung der Lunge lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Wird die Krankheit jedoch frühzeitig behandelt, lässt sich ihr Verlauf bremsen oder sogar ganz stoppen. Dabei helfen Wirkstoffe, die der Patient inhaliert. Sie erweitern die Atemwege, lösen festsitzenden Schleim, wirken gegen die Entzündung und erleichtern so das Atmen. Neben der korrekten und regelmäßigen Anwendung der Medikamente wird Betroffenen auch leichter Ausdauersport empfohlen, um die Atemmuskulatur zu stärken und die Leistung ihrer Lunge zu erhalten. Dafür gibt es auch spezielle Lungensportgruppen. In unserem Selbsthilfebereich findest du Angebote für COPD-Patienten in deiner Nähe.

Die gute Nachricht: Mit einer frühzeitigen Diagnose und einem professionellen Behandlungsplan lässt sich eine COPD gut in den Griff bekommen. AOK-Curaplan COPD bietet Betroffenen ein strukturiertes Behandlungs- und Schulungsprogramm, um die Krankheit aufzuhalten und mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Benötigst du Unterstützung, um mit dem Rauchen aufzuhören? In unserem Angebot „Rauchfrei leben“ findest du Rat, welche Methode der Rauchentwöhnung die richtige für dich ist. Starte noch heute in ein gesundes Leben ohne Qualm.

Bitte beachte, dass dieser Artikel eine ärztliche Beratung und Diagnose nicht ersetzen kann. Wenn du Beschwerden oder den Verdacht auf eine COPD hast, wende dich bitte umgehend an deinen Arzt.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.