Männer- und Frauenhaut: Das sind die Unterschiede
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Männer- und Frauenhaut: Das sind die Unterschiede

Unterschiedliche Pflegeprodukte für Männer und Frauen – alles nur ein Marketinggag? Oder unterscheiden sich Männer- und Frauenhaut wirklich voneinander? Tatsächlich sollten Männer und Frauen ihre Pflegemittel nicht untereinander tauschen. Denn beide Hauttypen haben ganz eigene Ansprüche. Für eine schöne und gesunde Haut lohnt es sich, die Unterschiede zu kennen.

Männerhaut: dicker, glatter, unreiner

Männerhaut unterscheidet sich in ihrem Aufbau und in ihrer Struktur deutlich von Frauenhaut. Sie ist im Schnitt 20 Prozent dicker. Dadurch wirkt sie fester, straffer und robuster. Die männlichen Geschlechtshormone, die Androgene, die beim Mann den Bartwuchs anregen, sorgen auch für eine 30 Prozent höhere Talgproduktion. Dadurch wirkt Männerhaut gleichzeitig straffer und ebener, aber auch unreiner. Der Talg ist ein körpereigenes Fett, das sich wie ein Schutzfilm über die Haut legt. Dieser verteidigt die Haut gegen Erreger und bewahrt sie vor Feuchtigkeitsverlust. Gleichzeitig neigt die fettigere Männerhaut auch häufiger zu Unreinheiten und ist deutlich großporiger. Dadurch leiden Männer in jungen Jahren auch vermehrt an Akne.

Frauenhaut: dünner, zarter, empfindlicher

Die weibliche Gesichtshaut ist sehr viel feiner und dünner. Das macht sie auch empfindlicher. Gleichzeitig tendiert Frauenhaut eher zu Trockenheit. Während die Androgene die Talgproduktion beim Mann fördern, bewirkt das weibliche Sexualhormon – das Östrogen –, dass die Frauenhaut die Talgproduktion mit zunehmendem Alter eher zurückfährt. Frauen müssen ihrer Haut daher häufiger mit fetthaltigen Cremes auf die Sprünge helfen. Besonders in den Wechseljahren wird die Frauenhaut dünner und speichert weniger Feuchtigkeit. So trocknet sie schneller aus und verliert ihre Spannkraft – insbesondere im Gesicht, am Hals und an den Händen.

Die richtige Pflege für Männer- und Frauenhaut

Die Gesichtshaut von Männern ist fast täglich einer besonderen Belastung ausgesetzt: der Rasur. Rasieren reizt und strapaziert die Gesichtshaut. Daher sollten Männer ihre Haut mit Rasierprodukten schützen und ihr mit einem Aftershave zusätzlich etwas Gutes tun.

Für die tägliche Pflege sollten Männer nicht zur Frauencreme greifen. Diese ist in der Regel fetthaltiger, kann die Poren verstopfen und Pickel verursachen. Stattdessen benötigt Männerhaut in erster Linie eine Feuchtigkeitspflege, die schnell einzieht und idealerweise einen mattierenden Effekt hat. Konzentrierte alkoholische Lösungsmittel sind hingegen ein absolutes No-Go. Sie entfetten die Haut, zerstören ihren natürlichen Schutzschild und können sie so austrocknen. Absolute „Crememuffel“ sollten wenigstens im Sommer ihrer Haut eine Portion Sonnenschutz gönnen.

Frauen sollten ihre Haut besonders großzügig mit Feuchtigkeit und Fetten pflegen, um sie vor dem Austrocknen zu bewahren. Regelmäßige Peelings und Gesichtsmasken können zu einem ebenen Hautbild und zu einem geschmeidigen Hautgefühl beitragen.

Faltenbildung: Sind Männer oder Frauen stärker betroffen?

Kollagen ist ein hautstraffendes Eiweiß und ein wichtiger Feuchtigkeitsspeicher, der der Haut Spannkraft und Elastizität verleiht. Männerhaut verfügt über mehr Kollagenfasern, die zudem auch besonders gut vernetzt sind. Daher erfreuen sich viele Männer bis zum Alter von 30 Jahren einer faltenfreien Haut, während viele Frauen schon mit 20 erste Fältchen bekämpfen. Ab einem Alter von Mitte 20 beginnt der menschliche Körper, Kollagenfasern abzubauen. Die Haut verliert an Elastizität und erste Falten bilden sich. Faktoren wie Stress, Rauchen, wenig Schlaf, zu viel Alkohol oder ungeschützte Sonnenbäder können diesen Effekt noch beschleunigen. Ab Mitte 30 leiden auch Männer verstärkt an Falten. Diese sind häufig tiefer als bei Frauen. Das liegt daran, dass die Haut weniger neue Zellen produziert, weniger Feuchtigkeit bindet und das Bindegewebe gleichzeitig weniger elastisch wird.

Für Männer- und Frauenhaut: Sonnenschutz ist Pflicht!

Sowohl für Männer als auch für Frauen gilt: Ein Sonnenschutz gegen die schädliche UV-Strahlung ist Pflicht, um vorzeitige Hautalterung zu vermeiden. Die obere Schicht der Männerhaut enthält zwar etwas mehr Melanin, das dafür sorgt, dass Männer leichter einen dunkleren Teint bekommen als Frauen. Auf einen Sonnenschutz sollten sie dennoch nicht verzichten. Welcher Sonnenschutz für dich der richtige ist, findest du heraus, indem du deinen Hauttyp ermittelst.

Zu einer guten Hautpflege gehört auch die regelmäßige Kontrolle der Muttermale und auffälligen Hautstellen. Etwa alle drei Jahre sollte auch ein Arzt im Rahmen eines Hautkrebs-Screenings einen professionellen Blick auf die Haut werfen. Ab 35 hat jeder Versicherte alle zwei Jahre Anrecht auf ein kostenfreies Screening. Mit dem AOK-Gesundheitskonto erhalten auch Jüngere schon ab einem Alter von 18 Jahren alle zwei Jahre einen Zuschuss für das Hautkrebs-Screening.

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Gute Gesundheit und eine strahlende Haut wünscht deine AOK Hessen.