Medikamente nehmen: in der Stillzeit erlaubt?
Ernährung

Medikamente nehmen: in der Stillzeit erlaubt?

Es gibt viele gute Gründe, sich nach der Geburt seines Kindes für das Stillen zu entscheiden. Über die Muttermilch kannst du dein Baby in der ersten Lebensphase mit allen nötigen Nährstoffen versorgen. Allerdings gelangen nicht nur Nährstoffe in die Muttermilch, sondern auch schädliche Substanzen wie Alkohol, Nikotin und Koffein oder aber Wirkstoffe von Arzneimitteln. Medikamente, die für die Mutter positive Effekte haben, können für den Säugling problematisch werden. Deswegen sollte jede stillende Mutter bei dem Gebrauch von Arzneimitteln ein paar Grundregeln beachten. In diesem Artikel haben wir für dich die wichtigsten Informationen zum Thema Medikamente in der Stillzeit zusammengetragen.

Alternativen zum Abstillen

Wenn du wegen einer chronischen Erkrankung Medikamente einnehmen musst, hast du dich wahrscheinlich bereits während der Schwangerschaft mit deinen behandelnden Ärzten abgestimmt, wie du die Arzneimittel während der Stillzeit einnehmen solltest.

Anders verhält es sich, wenn eine akute Krankheit auftritt. Leider finden sich nur selten belastbare Studien darüber, wie sich ein bestimmtes Medikament auf den gestillten Säugling auswirkt. Das verursacht bei vielen Medizinern eine gewisse Unsicherheit. Müttern wird aus diesem Grund vor einer Behandlung mit Medikamenten gelegentlich zum Abstillen geraten, obwohl dies nicht immer erforderlich wäre. Denn die Wirkstoffe treten in der Muttermilch manchmal nur in sehr geringen Mengen auf oder sind für das gestillte Kind gänzlich unbedenklich. Wenn ein Medikament jedoch riskant für die Gesundheit des Babys ist, sollten dein Arzt und du die Vor- und Nachteile sowohl in Bezug auf die Medikamenteneinnahme als auch auf ein mögliches Abstillen gründlich abwägen. Dabei spielt auch das Alter des Säuglings eine Rolle. Ein wenige Wochen alter Säugling reagiert auf die gleiche Dosis eines Wirkstoffes naturgemäß sensibler als ein sechs Monate altes Kind. Und ob drei Wochen oder drei Monate nach der Geburt abgestillt wird, macht hinsichtlich der Vorteile durch das Stillen ebenfalls einen Unterschied.

Worauf solltest du achten?

Falls du dich für die Einnahme von Arzneimitteln während der Stillzeit entscheidest, solltest du folgende Hinweise beachten: Nimm deine Medikamente, wenn möglich, unmittelbar nach dem Stillen zu dir. Je mehr Zeit dein Körper hat, um das Arzneimittel zu verarbeiten und abzubauen, umso geringer wird die Konzentration des Wirkstoffs in der Muttermilch bei Babys nächster Mahlzeit ausfallen. Nach dem Stillen solltest du dein Kind dann besonders sorgfältig beobachten. Manche Medikamente wirken sich übrigens auch auf Geschmack und Geruch der Milch aus. Auch deswegen kann sich das Trinkverhalten deines Babys ändern. Bei kurzzeitiger Arzneimittelbehandlung kannst du auch versuchen, die Zeit bis zum Ende der Therapie mit zuvor abgepumpter Milch zu überbrücken. Hier empfiehlt sich, immer eine kleine Reserve im Gefrierfach zu haben.

Damit du dir keine unnötigen Sorgen machen musst, lohnt sich also vor jeder Einnahme von Medikamenten ein beratendes Gespräch mit deinem Arzt, einem Apotheker oder auch einer erfahrenen Hebamme. Zuverlässige und unabhängige Informationen zu Risiken von Arzneimitteln für Schwangere und Stillende bietet auch die Seite embryotox.de. Bitte verlass dich aber nicht allein auf diese Seite.

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