Medikamente: Sind sie in der Schwangerschaft erlaubt?
Geburtsvorbereitung

Medikamente: Sind sie in der Schwangerschaft erlaubt?

Das Heranwachsen des Kindes im Mutterleib ist ein regelrechtes Wunder der Natur. Der weibliche Körper und sein Immunsystem durchleben während der Schwangerschaft viele Veränderungen, um eine optimale Entwicklung des Nachwuchses zu gewährleisten. Aber auch Schwangere werden mal krank und müssen eventuell medikamentös behandelt werden. Das kann in manchen Fällen zum Problem werden, da viele Wirkstoffe, die eigentlich für die Mutter gedacht sind, über den Blutkreislauf auch zum Embryo gelangen. Ein für Erwachsene unbedenklicher Wirkstoff kann für das ungeborene Leben unter Umständen zur Gefahr werden. Deswegen solltest du während der Schwangerschaft besonders vorsichtig mit Medikamenten umgehen. In diesem Artikel haben wir für dich die wichtigsten Informationen zu diesem Thema zusammengestellt.

Gute Beratung ist das A und O!

Ob schwanger oder nicht, grundsätzlich ist vor jeder Therapie zwischen dem erhofften Nutzen und den möglichen Risiken abzuwägen. Mit der Schwangerschaft wird das komplizierter, da nicht nur das Wohl der Mutter, sondern auch das des Kindes berücksichtigt werden muss. Deswegen solltest du jede medikamentöse Behandlung genau mit deinem Arzt absprechen. Vor allem wenn du unter einer chronischen Erkrankung leidest und deshalb dauerhaft Arzneimittel benötigst, empfiehlt es sich, so früh wie möglich das Thema anzusprechen. Einige Medikamente können unverändert weiter eingenommen werden, bei manchen muss die Dosis angepasst werden und gelegentlich sind auch Alternativen gefragt. Schwangere dürfen nicht an Arzneimittelstudien teilnehmen. Deswegen liegen oft keine belastbaren Daten zu möglichen Auswirkungen auf den Embryo vor. Manche Wirkstoffe sind nur zu Beginn der Schwangerschaft problematisch, andere wiederum erst ab der 27. Woche. Es gibt also viele gute Gründe, auf die Erfahrungen deiner Ärzte zurückzugreifen.

Was ist mit Schmerzmitteln, Antibiotika & Co.?

Sehr weit verbreitet ist der Gebrauch von nicht verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln. Auch die bekanntesten unter ihnen sind für Schwangere teilweise nicht empfehlenswert: So kann beispielsweise Ibuprofen im letzten Schwangerschaftsdrittel zu Organschädigungen führen. Und bei Aspirin (auch „ASS“ genannt) in der üblichen Dosierung im Rahmen einer Schmerztherapie ist grundsätzlich Vorsicht geboten: Meist wird empfohlen, stattdessen Paracetamol einzunehmen. Dein Arzt oder Apotheker kann dich beraten, welche Alternativen es gibt. Kommt es während der Schwangerschaft zu Krankheiten, die durch bakterielle Infektionen ausgelöst wurden, sollten diese zum Wohl von Mutter und Kind behandelt werden. Im Bereich der Antibiotika gibt es hierfür mehrere relativ unbedenkliche Präparate.

Oft gelten pflanzliche Mittel als vermeintlich risikoarme Alternative zu synthetisch hergestellten Medikamenten. Doch Vorsicht: Auch sie können Risiken für Schwangere bergen.

Einmal mehr gilt die Grundregel: Lasse dich lieber im Vorfeld ärztlich beraten, damit du dir im Nachhinein keine unnötigen Sorgen machen musst.

Solltest du akute Infos zu diesem Thema benötigen, kannst du dich telefonisch an die Arzneimittelberatung für Schwangere wenden. Die Telefonnummer findest du auf der Webseite der AOK Hessen.