Mehrlingsschwangerschaft – mehr Glück, mehr Anstrengung, mehr Risiko
Geburtsvorbereitung

Mehrlingsschwangerschaft – mehr Glück, mehr Anstrengung, mehr Risiko

Herzlichen Glückwunsch, vor dir liegt eine aufregende Zeit! In deinem Bauch wachsen gleich zwei oder noch mehr Babys. Dein Körper vollbringt jetzt wahrlich Großes. Bestimmt bist du schon gespannt, was dich in den nächsten Monaten erwartet. Wir verraten dir, welche Besonderheiten eine Mehrlingsschwangerschaft begleiten und unterstützen dich mit Informationen und Angeboten.

So entstehen Mehrlinge

Mehrlinge sind eine Laune der Natur. Nach der sogenannten Hellin-Regel entstehen bei einer von 85 Schwangerschaften Zwillinge. Davon sind rund 70 Prozent zweieiig, Tendenz steigend. Während die Entstehung von eineiigen Zwillingen purer Zufall ist, entwickeln sich dizygote, also zweieiige Zwillinge heute weitaus häufiger.

Immer öfter hat dabei die Wissenschaft ihre Finger im Spiel. Der Grund ist die stetig steigende Zahl an Kinderwunschbehandlungen. Ärzte pflanzen oft zwei oder sogar drei Embryonen mit dem Ziel ein, die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen. Ein weiterer Grund liegt im häufig höheren Alter der werdenden Mütter: Ältere Frauen haben öfter zwei Eisprünge pro Zyklus. Werden beide Eier befruchtet, entsteht eine dizygote Schwangerschaft. Der doppelte Eisprung wird auch durch Hormonbehandlungen begünstigt.

Monozygote, also eineiige Zwillinge entstehen aus einem Ei, das sich doppelt teilt (oder dreifach, wenn es sich um eineiige Drillinge handelt). Je nachdem, wann sich das Ei nach der Befruchtung in zwei Embryonen aufteilt, entstehen unterschiedliche Bedingungen für die Schwangerschaft. Die Kinder werden entweder jeweils autark in jeweils einer Fruchthöhle mit einer eigenen Plazenta versorgt (dies nennt man „dichorial-diamniot“) – oder sie teilen sich eine Plazenta (monochorial-diamniot) oder liegen sogar zusammen in einer Fruchthöhle (monochorial-monoamniot). Drillinge wiederum kommen bei einer von 7000 Schwangerschaften vor. Sie können eineiig, zweieiig oder beides sein.

Besonders hohes Risiko für eineiige Mehrlinge

Eine Mehrlingsschwangerschaft gilt unter Medizinern immer als Risikoschwangerschaft. Selbst wenn deine Schwangerschaft unkompliziert abläuft, hast du von Beginn an engmaschige Vorsorgeuntersuchungen. Anfangs mindestens alle zwei Wochen, im letzten Trimester wöchentlich. Möglicherweise wird dir dein Arzt/deine Ärztin nach Rücksprache mit dir frühzeitig ein Beschäftigungsverbot aussprechen oder dir sogar Liegeruhe verordnen. Vielleicht wirst du im Laufe deiner Schwangerschaft stationär aufgenommen. All das dient natürlich der Sicherheit deiner Babys und dir – und bedeutet für dich eine zusätzliche Verschnaufpause.

Bei zweieiigen Föten sind die Risiken für die Kinder überschaubar. Bei eineiigen Föten bestehen jedoch einige Besonderheiten, da sie sich in den meisten Fällen eine Plazenta und seltener h eine Fruchthöhle teilen. Ob dies der Fall ist, wird dein Arzt zu Beginn der Schwangerschaft feststellen und die weitere Betreuung mit dir besprechen. Für diesen Fall brauchen deine Kinder eine besonders gute Kontrolle.

Diese Risiken bestehen bei eineiigen Mehrlingen:

  • Teilen sich deine Kinder eine Plazenta, kann es in etwa 10 bis 15 Prozent der Schwangerschaften zu einem Feto-fetalen Transfusionssyndrom (FFTS) kommen. Dabei wird Blut von einem Kind zum anderen übertragen. Rechtzeitig erkannt, kann es mit einer Laserbehandlung in einer Spezialklinik gestoppt werden: Die Überlebenschancen der Kinder steigen durch die Behandlung enorm. Bist du bereits im letzten Trimester, wird eventuell auch die Geburt eingeleitet.
  • Teilen sich die Kinder eine Fruchthöhle, kann es in seltenen Fällen zu einem Nabelschnurvorfall kommen. Dabei wird die Nabelschnur eines Kindes eingequetscht oder legt sich um den Hals des anderen Kindes. In der Folge wird die Versorgung eines Kindes unterbrochen. Um dieses Risiko zu mindern, werden Mehrlinge in einer Fruchthöhle üblicherweise nach der 34. Schwangerschaftswoche durch einen Kaiserschnitt geholt.

Eine schwierige wie schöne Belastungsprobe für den Körper

Eine Schwangerschaft ist etwas Wunderbares, aber in vielen Fällen eine große Herausforderung für die werdende Mutter. Die typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und extreme Müdigkeit werden bei dir möglicherweise stärker auftreten. Das liegt daran, dass dein Körper mehr vom Schwangerschaftshormon hCG ausschüttet als bei einem Baby im Bauch. Deine Blutmenge steigt stärker an, deine Gebärmutter wird größer und du hast mehr Gewicht zu tragen. Schon um die 30. Schwangerschaftswoche wiegen deine Zwillinge zusammen rund drei Kilo – fast so viel wie ein einzelnes Kind bei der Geburt. Auch die Risiken für Schwangerschaftsdiabetes und Eisenmangel steigen.

Es ist absolut normal und verständlich, wenn du gerade weniger leistungsfähig bist als sonst. Dein Körper vollbringt extreme Höchstleistungen! Du hast allen Grund, so oft wie möglich die Füße hochzulegen. Es ist wichtig, sich regelmäßige Ruhepausen zu können und Hilfe zu holen. Wie wäre es mit einer beruhigenden Entspannungsmusik für Schwangere? Vielleicht ist auch bei unseren AOK-Gesundheitskursen das Richtige für dich dabei. Sie helfen dir, bei diesem Abenteuer gelassen zu bleiben.

Die AOK unterstützt den Start als neue (Groß-)Familie

Bald hast du es geschafft und hältst deine Babys in den Armen. Mehrlinge kommen oft früher als Einlinge auf die Welt, oft sogar als Frühgeburt. Was euch bei der Mehrlingsgeburt erwartet, wo ihr die richtige Klinik findet und wie ihr gut in das Leben zu viert, fünft oder sechst startet, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Die AOK Hessen unterstützt dich gerne im Alltag bei allen kleinen und großen Herausforderungen. An unserem Baby-Telefon beantworten Experten deine Fragen von Beikost bis zur Impfung.

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