Nachhaltig genießen: So reduzierst du deinen ökologischen Fußabdruck
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Nachhaltig genießen: So reduzierst du deinen ökologischen Fußabdruck

haben großen Einfluss auf deinen ökologischen Fußabdruck. Denn zahlreiche Lebensmittel werden mit viel Energie produziert oder reisen mal eben um die halbe Welt, bevor sie auf unserem Teller landen. Wie also kannst du bei all den Angeboten heute deine Mahlzeiten möglichst nachhaltig genießen? Mit unseren fünf Tipps hast du den Durchblick.

Ökologischer Fußabdruck – was ist das überhaupt?

Ob wir reisen, Lebensmittel anbauen oder Tiere halten – bei allem, was wir tun, verwenden wir natürliche Ressourcen. Und die sind endlich. Das Global Footprint Network errechnet jedes Jahr den sogenannten Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day). Dieser steht rein statistisch für den Zeitpunkt, an dem wir die verfügbaren ökologischen Ressourcen für ein Jahr aufgebraucht haben. 2019 haben wir diesen Tag schon am 29. Juli erreicht. Aktuell verbrauchen wir die natürlichen Ressourcen unserer Erde also schneller, als sie nachwachsen können.

Höchste Zeit also, dass wir unsere Lebensgewohnheiten genauer unter die Lupe nehmen. Denn mit dem eigenen Verhalten hinterlässt jeder von uns einen ökologischen Fußabdruck. Das betrifft auch unsere Ernährung. Vom Anbau bis zu dir nach Hause hat jedes Produkt eine eigene Energiebilanz. Wasserverbrauch, Produktionsbedingungen und Transportwege spielen dabei eine große Rolle. Den ökologischen Fußabdruck deiner Ernährung kannst du jedoch mit deinem Verhalten auch maßgeblich selbst beeinflussen.

Unsere Tipps verraten dir, worauf du achten kannst, um nachhaltiger zu genießen.

Tipp 1: Regional essen, lange Transportwege vermeiden

Bis unsere Lebensmittel im Supermarkt ankommen, haben sie oft einen weiten Weg hinter sich. Viele Lebensmittel gelangen mittlerweile als Luftfracht nach Deutschland. Dazu gehören zum Beispiel exotische Früchte wie ausgereifte Ananas, Papayas oder Mangos. Auch sehr frische Lebensmittel wie Fisch werden häufig mit dem Flugzeug zu uns gebracht. Allein der Transport bindet so jede Menge Energie und Ressourcen. Greife stattdessen lieber zu Lebensmitteln, die in deiner Region produziert werden. Sie haben kürzere Transportwege hinter sich und schonen so die Umwelt.

Tipp 2: Saisonal genießen bringt gesunde Abwechslung auf den Teller

Gib saisonalen Lebensmitteln den Vorzug. Egal zu welcher Jahreszeit – irgendwas gedeiht gerade immer, auch bei uns in Deutschland. Findest du Lebensmittel außerhalb ihrer hiesigen Saison im Supermarkt, kommen sie meist von weit her und haben deshalb energieintensive Transportwege hinter sich. Oder sie stammen aus beheizten Gewächshäusern in Deutschland. Dann ist mit ihrer Herstellung ebenfalls ein hoher Energieaufwand verbunden. So können zum Beispiel Erdbeeren aus einem beheizten Gewächshaus in Deutschland eine schlechtere Energiebilanz haben als importierte Erdbeeren auch Spanien. Am besten genießt du sie also dann, wenn sie auf dem Acker um die Ecke wachsen. Richtest du dich nach dem saisonalen Angebot an Obst und Gemüse, hast du außerdem automatisch frische Abwechslung auf deinem Teller.

Tipp 3: Mit klugen Einkaufsgewohnheiten viel bewegen

Auch dein individuelles Einkaufsverhalten hat einen ganz gewaltigen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck deiner Lebensmittel. Fährst du zum Beispiel mit dem Auto fünf Kilometer zum nächsten Hofbauern, um ein Kilo Äpfel zu kaufen, kann es vielleicht sogar nachhaltiger sein, exotische Früchte im Supermarkt zu kaufen. Denn auch wenn deine Äpfel regional und saisonal sind, setzt du auf der Fahrt viel CO2 frei, das wiederum die Umwelt belastet. Um diesen Effekt zu vermeiden, solltest du zum Beispiel das Fahrrad statt das Auto nehmen. Außerdem kannst du tägliche Einkaufsfahrten mit einem wöchentlichen Großeinkauf und einer klugen Vorratshaltung vermeiden.

Tipp 4: Nichts verderben lassen, weniger wegwerfen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ermittelt, dass statistisch weltweit ein Drittel des Wocheneinkaufs ungenutzt in der Mülltonne landet. In deutschen Haushalten sind das laut Verbraucherzentrale jährlich im Schnitt 75 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf! Bis auf ein paar Schönheitsmakel sind viele Lebensmittel jedoch oft noch genießbar. Ein Apfel hat eine Beule? Die kannst du leicht herausschneiden und den Rest noch verzehren. Leicht angetrocknetes Gemüse kannst du zu einer Suppe verarbeiten. Indem du Obst und Gemüse richtig lagerst, kannst du ihre Haltbarkeit übrigens deutlich verlängern. Außerdem musst du Lebensmittel nicht gleich entsorgen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das weist nämlich in erster Linie darauf hin, bis wann ein Lebensmittel seinen Geschmack und seine Nährwerte beibehält. Verlasse dich beim Check einfach auf Augen, Mund und Nase. Deine Sinne beraten dich zuverlässig, ob ein Lebensmittel noch gut ist. Ganz anders ist es hingegen bei Verfalls- und Verbrauchsdaten zum Beispiel von Fleisch oder Fisch. Hier solltest du zum Schutz deiner Gesundheit unbedingt vom Verzehr absehen, wenn das angegebene Datum überschritten ist.

Tipp 5: Produkte tierischen Ursprungs achtsam genießen

Es ist kein Geheimnis, dass zum Beispiel die Rinderhaltung enorme Ressourcen verschlingt und noch dazu große Mengen des Treibhausgases Methan freisetzt. Auch die Herstellung von Milchprodukten wie Butter ist sehr aufwendig. Wenn du den Konsum dieser Produkte bereits leicht reduzierst oder zum Flexitarier wirst, kannst du sehr viel bewegen. Es muss also nicht gleich ein Verbot sein. Ein- bis zweimal Fleisch pro Woche ist okay. Du solltest es allerdings achtsam kochen und dir bewusst machen, wie viel Aufwand damit verbunden ist, bis es auf deinem Teller landet. Übrigens zeigen dir unsere Empfehlungen für vegane Foodblogs, dass mit gelegentlichem Fleischverzicht keineswegs Langeweile auf deinem Teller herrschen muss.

Möchtest du frisch, saisonal und nachhaltig einkaufen, ist dein lokaler Wochenmarkt ein guter Anlaufpunkt für deinen wöchentlichen Großeinkauf. Alternativ kannst du Obst und Gemüse auch selbst anbauen und so deine Liebe zum Gärtnern neu entdecken. Inspirationen für schnelle, gesunde und saisonale Gerichte bekommst du in unserem Kurs FlexiFood.

In weiteren spannenden Artikeln verraten wir, wie gesund und nachhaltig Essen to go aus dem Supermarkt wirklich ist und geben 10 Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil.

Guten Appetit und beste Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.