Nikotin: ein Nervengift
Suchtprävention

Nikotin: ein Nervengift

Im 16. Jahrhundert hält die Tabakpflanze Nicotiana tabacum mit den spanischen Eroberern Einzug in Europa. Lange Zeit gilt sie als Wunderkraut und wird als Medikament unter anderem gegen Migräne eingesetzt. Im Laufe der Zeit entwickelt sich das Rauchen der Pflanze zu einer eigenen Kultur, in der Geselligkeit und Genuss großgeschrieben werden. Erst im 20. Jahrhundert wird bewiesen, dass der Tabakkonsum dem Körper schadet. Man versucht, das Rauchen zu verbieten, verhängt sogar Gefängnisstrafen, doch bis heute sterben allein in Deutschland jährlich 120.000 Menschen an den Folgen regelmäßigen Tabakkonsums. Doch warum ist Rauchen so schädlich und was genau richtet es in unserem Körper an?

Der Suchtmacher Nikotin

Der Hauptwirkstoff der Tabakpflanze, das Nikotin, ist hochgiftig. Für die Tabakpflanze wirkt dies als natürlicher Schutz vor Fressfeinden. Bei Menschen führt der Konsum zu Vergiftungserscheinungen wie Schwindel oder Übelkeit, die zum Beispiel beim Rauchen der ersten Zigarette auftreten können. Rauchst du jedoch regelmäßig, gewöhnt sich dein Körper an das Gift und wird sogar süchtig danach. An die Stelle der Vergiftungssymptome tritt nun ein wohliges und beruhigendes Glücksgefühl. Dieses Gefühl bleibt bestehen, solange der Körper ausreichend mit Nikotin versorgt ist. Bleibt der Nachschub jedoch aus, kommt es zu den typischen Entzugserscheinungen wie zum Beispiel Angst, aggressives Verhalten oder „Craving“ – das unbezwingbare Verlangen nach einer Zigarette. Erst durch die erneute Zufuhr von Nikotin schwächen die Symptome ab und das Wohlgefühl setzt wieder ein.

Nikotin, ein Nervengift

Pro Zigarette nimmt der Körper bis zu 1 mg Nikotin auf. Dieses gelangt binnen weniger Sekunden über die Lungenbläschen zum Gehirn. Hier heftet es sich an die sogenannten Acetylcholinrezeptoren und gelangt in das sympathische und parasympathische Nervensystem. Diese beiden Teile bilden das vegetative Nervensystem des Menschen, das unsere Körperreaktionen steuert. Nehmen wir nun Nikotin zu uns, so greifen wir in den normalen Betrieb unseres Nervensystems ein. Dieser Eingriff bedeutet für den Körper Entspannung und Stress zugleich: Entspannung, da das Nikotin eine beruhigende Wirkung auf uns hat und es so einen Abfall der Körpertemperatur und eine Verminderung der Durchblutung herbeiführt. Gleichzeitig stresst das Nikotin unseren Körper jedoch, da es den Blutdruck steigen lässt und den Herzschlag erhöht.

Kein Einzeltäter

Neben dem Nikotin enthalten Zigaretten noch weitere Giftstoffe. Allein der Tabakrauch gleicht mit seinen über 4.000 verschiedenen Substanzen einem Chemiecocktail, der im Körper erhebliche Schäden verursachen kann. Zu den Krankheiten, die in Verbindung mit regelmäßigem Tabakkonsum gebracht werden, gehören unter anderem chronisch-obstruktive Bronchitis, Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombose sowie Krebserkrankungen, allen voran Lungenkrebs.

Welche Möglichkeiten es gibt, um erfolgreich eine Nikotinsucht zu bekämpfen und mit dem Rauchen aufzuhören, erfährst du auf der Webseite deiner AOK Hessen.