Obstbrei für Babys: Wie gesund sind die Fertigbreie?
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Obstbrei für Babys: Wie gesund sind die Fertigbreie?

Fertig-Obstbreie sind praktisch, zeitsparend und jederzeit verfügbar. Soweit die Vorteile. Und natürlich mögen auch die meisten Babys den süßen Geschmack aus dem Gläschen von Apfel, Banane & Co. Warum auch nicht, wenn da doch nur gesundes Obst drin ist, oder? Wie gut ist also der Fertig-Obstbrei im Gläschen und Quetschbeutel und auf welche Zutaten oder Inhaltsstoffe sollten Mamas und Papas achten?

Obstbrei für Babys – wann anfangen?

Ernährungsexperten empfehlen, etwa ab dem fünften Monat schrittweise mit der sogenannten Beikost zu starten. Darunter versteht man zu Mus oder Brei verarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Fisch oder Getreide. Die daraus gemischten Breimahlzeiten ersetzen dann nach und nach die bisherigen Milchmahlzeiten. Ab dem sechsten Monat kommt als weitere Zutat noch Obst hinzu, das du püriert beispielsweise in den Milch-Getreide-Brei gibst. Einen Monat später darf dein Baby dann einen Getreide-Obst-Brei pur genießen. Ab und zu auch mal einen reinen Obstbrei – am besten selbst gemacht. So lautet der Rat von Ernährungsberatern für Babykost. Denn ein Obstbrei kann keine vollwertige Mahlzeit ersetzen. Er enthält zwar Vitamine, aber nicht so viele Nährstoffe wie Getreide- oder Gemüse-Kartoffel-Breie.

Baby-Fertigbreie: frei von Schadstoffen, doch oft zu süß

Wenn es mal schnell gehen soll oder für unterwegs, eignet sich ein Fertig-Obstbrei im Gläschen oder Plastikbeutel. Die Auswahl ist groß und abwechslungsreich. Da die Herstellung von Babynahrung strengen Richtlinien unterliegt, gelten diese Produkte grundsätzlich als gesundheitlich unbedenklich. Zu dem Ergebnis kommen auch Verbraucherschutzorganisationen, die regelmäßig Fertig-Obstbreie testen und dabei bislang weder Schadstoffe noch Keime fanden.

Doch sind diese Fertigprodukte auch gesund? Die meisten Obstbrei-Etiketten enthalten den Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ oder „ungesüßt“. Tatsächlich liegt der Zuckergehalt von getesteten Produkten jedoch häufig um die 10 Prozent. Das ist laut der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin zu viel. Der hohe Zuckergehalt entsteht hier allerdings nicht durch den Zusatz von Zucker, sondern durch die Verwendung von sehr süßen Fruchtsorten. Außerdem enthalten viele Fertig-Obstbreie zusätzlich noch Fruchtsaftkonzentrate, Wasser und Verdickungsmittel wie Reismehl. Dadurch sinken der Obstpüree-Anteil und der Nährstoffgehalt, während der Anteil an Fruchtzucker steigt.

Früher Zuckerkonsum hat Auswirkungen

Kinderärzte und Ernährungswissenschaftlicher sind sich einig: Wenn Babys und Kleinkinder oft fertigen süßen Fruchtbrei essen, nehmen sie dabei zu viel Fruchtzucker auf. Dadurch kann sich das spätere Risiko für die Entstehung einer Fettleber oder von Karies erhöhen. Zu viel Zucker im Obstbrei führt außerdem zu einer sehr frühen Gewöhnung an einen starken Süßgeschmack von Lebensmitteln. Das wiederum bedeutet auch ein größeres Risiko für Übergewicht und Diabetes im späteren Leben. Wichtige Nährstoffe, die Babys im Beikostalter tatsächlich gut gebrauchen können, sind dagegen in purem Obstpüree kaum vertreten: Für die Zufuhr mit Eisen, Zink, Jod, B-Vitaminen und wertvollen Fettsäuren sind Gemüse-, Gemüse-Fleisch- und Getreidebreie viel besser geeignet.

Und Obstbrei in Quetschbeuteln? Der enthält nicht nur wie viele Fertigbreie im Gläschen auch zu viel Fruchtzucker, sondern hat noch einen weiteren Nachteil: Weil die Kleinen das Mus ganz leicht aus der Tülle saugen, wird dabei ihre Mundmotorik nicht trainiert. Einige Babys können deshalb später Probleme beim Essen vom Löffel bekommen oder weigern sich manchmal sogar, Obststückchen aus der Hand von Mama und Papa zu nehmen – so das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Augen auf beim Kauf von Obstbrei – auf die Zutaten kommt es an

Achte bei der Auswahl von fertigen Obstbreien vor allem auf die Zusammensetzung der Früchte und bevorzuge Produkte, die nur Obstsorten ohne Zusatzstoffe oder gar Aromen auflisten. Breie mit Kirschen, Mangos oder Bananen sollten wegen ihres hohen Fruchtzuckergehalts seltener auf dem Speiseplan stehen. Manchmal wird auch aus einer Zutatenliste nicht klar, wie hoch der Anteil von zugesetztem Fruchtpulver oder Saftkonzentrat ist. Dann raten Ernährungsexperten Eltern zum Vorkosten: Schmeckt der Brei für dich ziemlich süß? Dann ist er für dein Kind ungeeignet.

Einfach besser: selbst gemachter Obstbrei

Wer Obstbreie selbst macht, kann auch bestimmen, was ins Püree kommt. Wähle zum Beispiel saisonales und regionales Bioobst ohne hohen Eigenzucker. Den hausgemachten Brei kannst du außerdem leicht in größeren Mengen herstellen und auch gleich portionsweise einfrieren. Wenn du den Obstbrei für dein Baby selbst zubereitest, kannst du auch nach und nach größere Obststückchen drin lassen. Sie regen dein Baby an, seine Kaumuskulatur zu trainieren. Deshalb empfehlen Ernährungsexperten, Babys kleine Obststückchen gleich mit der Hand anzubieten, sobald genug Zähnchen da sind. Das trainiert auch Babys Sinne und schult seinen Geschmack. Außerdem stärkt solch ein zugewandtes Esserlebnis die Bindung zwischen dem Baby und seinen Bezugspersonen.

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