Osteoporose: Was hilft?
Vorsorgeuntersuchung

Osteoporose: Was hilft?

Eine Knochenkrankheit mit einem schwierigen Namen: Osteoporose heißt im Volksmund Knochenschwund. In Deutschland sind schätzungsweise etwa fünf Millionen Frauen und eine Million Männer betroffen. Ein Viertel der Frauen und ein Siebzehntel der Männer sind über 50 Jahre alt. Was sich hinter dieser Erkrankung verbirgt und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Der poröse Knochen

Nur bis zum 30. Lebensjahr baut der menschliche Körper Knochen auf. Danach werden jedes Jahr 0,5–1 Prozent des Knochens abgebaut. Wenn aber weitere Faktoren wie erbliche Vorbelastungen, verschiedene chronische Erkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente (Kortison), Bewegungs-, Vitamin-D-, Kalzium- oder Östrogenmangel, erhöhter Konsum von Alkohol und Nikotin hinzukommen, steigt das Risiko einer Erkrankung. Sollte die Dichte und Masse der Knochen überdurchschnittlich stark abnehmen, drohen gefährliche Knochenbrüche.

Die Diagnose Osteoporose steht oft im Raum, wenn es zum Beispiel durch vergleichsweise leichte Unfälle zu Knochenbrüchen gekommen ist oder die Körpergröße rapide abnimmt, weil Wirbelkörper eingebrochen sind. Letztlich beweisend ist dann eine Knochendichtemessung mit Bestimmung des Mineralgehalts.

Was du tun kannst

Eine ausreichende Kalziumzufuhr ist das A und O bei der Osteoporose-Prophylaxe. Ab dem 20. Lebensjahr sollten Erwachsene täglich 1000 mg Kalzium aufnehmen. Der Mineralstoff kommt in vielen Milchprodukten vor. Pflanzliche Kalziumlieferanten sind Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Kichererbsen), Kohlarten (z. B. Brokkoli, Grünkohl), Nüsse, Rucola oder auch kalziumhaltige Mineralwässer (über 150 mg Kalzium pro Liter).

Das Sonnenvitamin D spielt eine entscheidende Rolle beim Knochenaufbau, denn ohne Vitamin D kann das vorhandene Kalzium nicht in den Knochen eingelagert werden. In den Sonnenmonaten produziert der Körper das Vitamin durch die Sonnenbestrahlung in ausreichender Menge in der Haut. In den Wintermonaten kann in Ausnahmefällen eine zusätzliche Vitamin-D-Einnahme erforderlich werden. Dein Hausarzt kann einschätzen, ob dies wirklich sinnvoll ist.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig Wurst- und Fleischwaren, wenig Fertigprodukten, Süßigkeiten und Limonaden wirken sich günstig auf die Gesunderhaltung der Knochen aus.

Leichte Bewegung ist oft ein Allheilmittel. Sportliche Aktivität hilft dabei, Kalzium in den Knochen einzulagern. Bei der Wahl der Sportart solltest du darauf achten, dass Druck auf die Knochen ausgeübt wird. Deswegen eignen sich Nordic Walking, Laufen, Radfahren oder Gymnastik und für sportlich Geübte Alpin-Skifahren.

Wichtig ist, dass du bei einem Verdacht frühzeitig mit deinem Hausarzt sprichst und gegebenenfalls einen Facharzt aufsuchst. Solltest du bei der Suche Unterstützung brauchen, kannst du dich als Versicherter der AOK Hessen an das Clarimedis-Experten-Team wenden.