Papa-Blogs: auf dem Vormarsch
Start ins neue Leben

Papa-Blogs: auf dem Vormarsch

Fast jeder kennt sie: die sogenannten Mama-Blogs. Doch gibt es auch Blogs für (werdende) Väter? Aber ja doch. Wir haben mit Kai Bösel vom Onlinemagazin „daddylicious“ gesprochen.

„Was für ein Leben!“: Was hat euch dazu bewogen „daddylicious“ ins Leben zu rufen? Was hat euch selbst im Internet gefehlt?

Kai Bösel: Mark und ich sind gute Kumpels und innerhalb von acht Tagen im April 2012 Vater geworden. Daher waren wir parallel viel online auf der Suche nach Informationen. Allerdings ist uns dabei aufgefallen, dass die meisten Seiten rosarot und auf Mamis ausgerichtet sind. Wir haben uns aber Infos von anderen Vätern gewünscht. Und zwar nicht nur zu Produkten, sondern auch zu der Sinnhaftigkeit von Geburtsvorbereitungskursen, den besten Familienautos, dem Spagat zwischen Job und Familie und eben allen Informationen, die für die neue Rolle als Vater interessant sind.

Da wir beide bereits beruflich mit dem Internet, Online-Marketing, PR und Social Media zu tun hatten, haben wir dann beschlossen, daddylicious.de zu starten und damit anderen Vätern in Zukunft zu helfen und sie zu unterhalten.

„WfeL!“: Hand aufs Herz: Berufs- und Privatleben zu vereinbaren ist schon schwierig genug. Wie schafft ihr es, auch noch „daddylicious“ regelmäßig mit Inhalten zu füllen?

KB: Tatsächlich ist das momentan eine Gratwanderung, denn wir stecken derzeit beide Fulltime in Agentur-Jobs und wollen natürlich selbst auch „daddylicious“ sein und somit viel Zeit mit unseren Familien verbringen. Daher nutzen wir oft die Spätschicht, um unsere Texte zu verfassen und Mails zu beantworten. Aktuell gibt es von uns täglich neue Beiträge im Magazin. Und so soll es auch bleiben.

Wir haben aber auch vor, weitere Experten mit Kolumnen bei uns einzubauen, um noch mehr Fachwissen zu vermitteln. Die erste Rubrik ist kürzlich gestartet. Ein Anwalt schreibt unter „Recht so!“ über spannende juristische Themen für Väter.

„WfeL!“: Habt ihr überhaupt genug Zeit zum Entspannen? Was ist Entspannung für euch?

KB: Junge Väter werden es nachvollziehen können: Entspannung ist Zeit mit meiner Tochter. Sie lernt täglich neue Sachen, ist lustig, hat viel Energie und weiß mich zu beschäftigen. Die zwei Stunden am Abend sind oft nicht ausreichend, um genug gemeinsame Zeit zu verbringen. Sobald sie abends eingeschlafen ist, vermiss ich sie eigentlich schon wieder. Bin gespannt, ob das dauerhaft so bleibt.

Natürlich entspanne ich auch, wenn ich mal einen Männerabend mit Freunden veranstalte oder ein bisschen Sport mache. Beides kommt momentan zu kurz, aber das geht in Ordnung.

Daddylicious

„WfeL!“: Schon von Kindesbeinen an ist es wichtig sich zu bewegen. Wie wichtig ist euch gemeinsame Bewegung mit der Familie? Macht ihr zum Beispiel gemeinsam Radtouren oder geht an den See/ins Schwimmbad?

KB: Unsere Tochter ist bereits seit ihrem ersten Geburtstag in der Kita und tobt sich dort bereits am Vormittag aus. Trotzdem gehen wir mit ihr nach dem Abholen oft noch eine Runde auf den Spielplatz, weil sie sich auch sehr gern bewegt und sogar danach verlangt. Babyschwimmen haben wir auch ausprobiert, das war nur organisatorisch irgendwann schwierig, weil es nur am Wochenende stattfinden konnte. Aber demnächst werden wir eine Kinderturngruppe mit ihr besuchen. Radtouren gab es bisher noch nicht so viele, weil wir unseren Fuhrpark dafür erstmal aufrüsten müssen. Das steht aber für nächstes Jahr an.

„WfeL!“: Bio, Vegan, Detox … Es gibt Unmengen an Ernährungstrends. Was ist euch beim Thema Ernährung wichtig? Essen eure Kinder gerne Obst und/oder Gemüse?

KB: Wir hatten uns im Vorwege überlegt, auf Gläschen zu verzichten und von Anfang an das Essen frisch zuzubereiten. Und das hat auch so geklappt. Nach der Flaschenzeit haben wir mit einem Dampfgarer täglich verschiedene Gemüsesorten und Fleisch püriert und so ausprobiert, was ihr am besten schmeckt. Da war dann der Übergang zu einem Essen, das der ganzen Familie schmeckt, sehr geschmeidig.

Heute isst sie leidenschaftlich und mit Genuss, klaut uns die Oliven von der Pizza und ernährt sich so gesund wie man sich ernähren sollte. Natürlich gibt es auch mal eine Schüssel „Bomboms“, aber das wird dann auch richtig zelebriert.

Wir achten auf einen gesunden Mix und haben zum Glück auch eine Kita gefunden, die gesundes Essen anbietet. Und wenn man dann mal ein Gläschen im Geschmackstest gegen das frischgekochte Kinderessen mit den gleichen Zutaten antreten lässt, dann wundert man sich, warum Kinder Gläschen überhaupt essen. Denn die schmecken oft einfach nach nichts oder nicht gut.

„WfeL!“: Drei gute Gründe, warum Männer (und vielleicht auch Frauen ;)) eure Beiträge auf „daddylicious“ lesen sollten?

KB: Wir sind erstens keine Besserwisser und schreiben nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und das Vater-Sein auch nicht erfunden. Aber wir haben einen kernigen, offensichtlich unterhaltsamen Schreibstil, mit dem wir uns über die unterschiedlichsten Themen auseinandersetzen.

Zweitens bieten wir relevante Informationen für junge Väter und lassen auch andere spannende Daddys zu Wort kommen. Und wir helfen drittens dabei, sich mit anderen Daddys zu verdrahten, über die gleichen Dinge zu lachen und zu erkennen, dass sich das Leben zwar als Vater um 180 Grad dreht, es aber auch nichts Schöneres gibt, als mit seinen Kindern Zeit zu verbringen.