Pflanzen: die neuen Hauptdarsteller auf dem Teller
Ernährungsformen

Pflanzen: die neuen Hauptdarsteller auf dem Teller

Vom Nebendarsteller zur glamourösen Hauptrolle: Pflanzen und Gemüse aller Art werden längst nicht mehr nur als schnöde Beilage serviert. In vielen vegetarischen und veganen Gerichten sind sie die eigentliche Attraktion auf dem Teller. Immer mehr Kräuter, Süßgräser oder exotische Meeresgemüse erobern sich neben bekannten einheimischen Gemüsen ihren Platz. Vorhang auf für die neuen Hauptdarsteller!

Essbare Pflanzen – Fast Food vom Wegesrand

Heimische Wildgemüse oder Wildkräuter gibt es zu Hunderten. Wahrscheinlich sind sie dir bislang gar nicht aufgefallen, weil sie, wie Löwenzahn, gemeinhin als Unkraut gelten. Viele von ihnen wachsen am Wegesrand, im Wald und auf Wiesen oder im eigenen Garten. Manche von ihnen werden seit Jahrhunderten als Heilkräuter eingesetzt, weil sie Krankheiten lindern und viele Vitamine und Spurenelemente liefern.

Vielen Gerichten geben sie erst den besonderen Kick. Bei dem berühmtesten Kräutergericht, der Frankfurter Grünen Soße, stellen Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpernelle, Sauerampfer und Schnittlauch tatsächlich die Hauptrolle dar. Exotische Pflanzen, wie Açai, Aronia und Noni, meist als Superfoods betitelt, bereichern unseren Speiseplan zusätzlich. Aber auch frische Koriander- und Minzeblätter liefern in Kombination mit heimischen Gemüsen ungewöhnliche Geschmackskompositionen.

Von den Kräutern kannst du in der Regel die Blätter verzehren. Von der Kapuzinerkresse, zum Beispiel lassen sich alle Planzenteile verwenden. Besonders schön sehen ihre bunten Blüten im Salat aus. Auch Gänseblümchen oder Rosenblätter tupfen Farbkleckse in dein Essen oder den Sommercocktail. Ein ganzheitliches Erlebnis also, denn das Auge isst ja bekanntlich mit.

Pseudogetreide – Körner der anderen Art

Amaranth, Buchweizen, Chiasamen oder Quinoa kennst du bestimmt als Müslizutat oder Sättigungsbeilage. Vermutlich bist du davon ausgegangen, dass es sich bei den kleinen Körnern um Getreide handelt. Und das ist fast richtig. Anders als Getreidearten wie Roggen, Hafer, Hirse oder Weizen gehören sie zur Gattung der Süßgräser, werden aber wie Getreide verwendet.

Ihr Nährstoffgehalt ist recht hoch, und auch Allergiker dürfen sich freuen: Da Pseudogetreide glutenfrei sind, stellen sie eine gute Getreidealternative bei Zöliakie dar. Nur zum Backen eignen sie sich nicht so gut. Da das Klebereiweiß Gluten fehlt, ist der Teig nicht so geschmeidig, geht nicht so gut auf und wird leicht bröselig.

Nori, Wakame & Co. – Gemüse aus dem Meer

Nicht nur am Wegesrand, auf dem Feld oder im Beet wachsen essbare Pflanzen. Auch im Meer kann man Gemüse ernten. Algen, die pflanzlichen Meeresbewohner, enthalten viel Vitamine und Nährstoffe und sind damit eine wertvolle Ergänzung für deinen Speiseplan, wenn du auf rein pflanzliche Kost setzt. Besonders gut unterstützen sie deine Jodversorgung und liefern eine leckere, meerestypisch salzige Geschmackskomponente.

Gerade die Mikroalgen Chlorella und Spirulina liefern viele wertvolle Inhaltsstoffe. Ob das für Veganer benötigte Vitamin B12 durch sie in Form von Nahrungsergänzungsmitteln vom menschlichen Körper verwertet werden kann, ist allerdings umstritten.

In der Küche werden vor allem Makroalgen wie die Rotalge Nori (gepresst für Sushi), Wakame, eine Braunalge (in der Miso-Suppe), oder Ulva (als Meeressalat) verwendet. Insgesamt sind etwa 500 Sorten essbar und ihr Einsatz in Suppen, Salaten & Co. scheint schier unbegrenzt. Bei uns erhältst du die getrockneten Pflanzen im Asialaden oder Biomarkt. Gut sortierte Supermärkte bieten an der Fischtheke frischen Meeressalat an.

Diese riesige Vielfalt bereichert die pflanzliche Küche und bietet viele Möglichkeiten, deine Rezepte aufzupeppen. Probiere es doch mal aus!

Guten Appetit wünscht deine AOK Hessen!