Schlafen lernen: So gibt’s bei den Kleinen keine Tränen mehr
Kinder & Jugendliche

Schlafen lernen: So gibt’s bei den Kleinen keine Tränen mehr

Der Tag kann noch so aufregend und spaßig sein, wenn er sich dem Ende neigt, kommt das leidige Thema auf: Es ist Schlafenszeit. Jeder Elternteil kennt die Diskussion darüber – oft ist sie mit Gebrüll und Tränen verbunden. Denn meist wollen die Kinder so gar nicht wie Mama und Papa. Sie haben Angst, etwas zu verpassen, wollen unbedingt so lange aufbleiben wie die Großen und behaupten, sie seien noch nicht müde, obwohl ihnen schon die Augen zufallen. Da dieser tägliche Kampf sowohl die Kleinen als auch die Großen Kraft und Nerven kostet, ist es wichtig, dass dein Kind schnellstmöglich lernt, alleine zu einzuschlafen.

Tagsüber wach und nachts müde

Gerade Kleinkinder halten oft noch Mittagsschlaf. Das kann dazu führen, dass sie abends schlechter einschlafen, da sie noch nicht richtig müde sind. In diesem Fall solltest du beginnen, den Mittagsschlaf allmählich zu verkürzen, und ihn später dann ganz weglassen.

Wenn dein Kind Einschlafprobleme hat und weint, bleibe trotzdem konsequent. Es sollte natürlich unbedingt wissen, dass Mama und Papa da sind, aber es sollte nicht zum Spiel werden, nach dir zu rufen, anstatt zu schlafen. Lass am besten das Licht aus, wenn du nachschaust, ob alles in Ordnung ist, und vermeide auch, bei jedem Rufen wieder ein Gespräch zu beginnen, denn so wird dein Kind wieder aktiv. Keine Angst, es darf sich ruhig auch mal langweilen. Bleibe jedes Mal nur kurz im Zimmer. Irgendwann wird dein Kind schlafen.

Rausgehen statt fernsehen

Sitzt das Kind zu lange vor dem Fernseher, PC oder Smartphone, anstatt sich zu bewegen, hat dies auch Einfluss auf das Einschlafen. Es wird von Reizen überflutet, die nur schwer zu verarbeiten sind. Deshalb gilt generell: Mindestens eine Stunde vor der Schlafenszeit sollten die elektronischen Geräte nicht mehr genutzt werden.

Aber auch in der Zeit davor ist es wichtig, dass dein Kind ausgelastet ist. Frische Luft tut gut – und macht müde. Gerade im Winter ist es natürlich nicht möglich, den ganzen Tag draußen zu verbringen, aber du solltest versuchen, darauf zu achten, dass dein Kind sich auch mit anderen Dingen beschäftigt als mit technischem Spielzeug. Ein kurzer Gang um den Block oder ein Regentanz im Garten wirken da Wunder.

Allerdings kann auch ein zu aufregender Tag Ursache für Einschlafprobleme sein. Gerade Tage, die nicht den alltäglichen Rhythmus haben – etwa, wenn am Wochenende die Verwandtschaft zu Besuch kommt oder ein besonderer Ausflug ansteht –, sind emotional sehr aufregend für Kinder. Mindestens eine Stunde vorm Zubettgehen sollte deshalb Zeit sein, um ein bisschen runterzukommen. Vielleicht lest ihr Geschichten zusammen oder sprecht darüber, was dein Kind am Tag erlebt hat. Das hilft auch, das Geschehene besser zu verarbeiten und sich von möglichen Sorgen und Ängsten zu befreien.

Rituale schaffen

Es kann außerdem hilfreich sein, feste Rituale zu schaffen: Nach dem Essen werden erst die Zähne geputzt, dann ist Zeit für eine leise Aktivität, in der dein Kind kurz aufräumt und zum Beispiel die Puppen hinlegt oder die Autos parkt. Anschließend wird nochmal zur Toilette gegangen und dann geht es ab ins Bett. Dort liest du noch eine Gutenachtgeschichte vor oder singst ein Lied. Es sollte aber dabeibleiben – lass dich nicht auf das endlose „Nur noch eins“-Spiel ein. Ein fester Ablauf hilft dem Kind dabei, sich auf die Nacht einzustellen, und gibt ihm Sicherheit. Diese Rituale bleiben, auch wenn es mal von der Oma oder vom Babysitter ins Bett gebracht wird.

Schöner schlafen

Wichtig ist außerdem, dass dein Kind die Nacht in schlaffreundlicher Umgebung verbringt. Am besten gewöhnst du es schon früh an ein eigenes Bett, in dem es sich wohlfühlt. Das Zimmer sollte nicht zu warm sein und am besten abends noch einmal gut durchgelüftet werden. Die ideale Raumtemperatur zum Schlafen liegt ebenso wie bei Erwachsenen zwischen 16 und 18 Grad. Vielleicht lässt du ein kleines Licht an oder die Tür einen Spalt breit geöffnet, damit dein Kind weiß, dass es nicht allein ist. Du solltest dann aber natürlich keine lauten Aktivitäten mehr durchführen, damit es in Ruhe einschlafen kann.

Manche Kinder schlafen besser mit einer Schmusedecke oder einem Kuscheltier ein. Letzteres sollte allerdings nicht größer als das Gesicht sein, damit keine Erstickungsgefahr besteht.

Wenn alles nichts hilft, ist Geduld gefragt. Dein Kind sollte Einschlafen nicht mit etwas Negativem verbinden. Konsequenz und milde Strenge sind manchmal nötig, um sich durchzusetzen. Vermeide außerdem, als Strafe anzudrohen, es ins Bett zu schicken.

Es kann sehr frustrierend sein, wenn dein Kind sich mit allen Mitteln gegen den Schlaf wehrt, aber du bist mit dem Problem nicht allein.

Eine erholsame Nacht wünscht deine AOK Hessen.

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