Schwere Entscheidung: Schwangerschaftsabbruch
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Schwere Entscheidung: Schwangerschaftsabbruch

Eine ungewollte Schwangerschaft stellt dich vor eine große Herausforderung. Du musst plötzlich entscheiden, ob du die Verantwortung für ein weiteres Leben tragen kannst. Vielleicht erwägst du einen Schwangerschaftsabbruch. Für eine solche Überlegung ist es notwendig, vorab viele Fragen zu klären. Deshalb hast du Anspruch auf eine umfassende Beratung und Beistand. Die AOK Hessen gibt dir hier einen kurzen Überblick über das Thema.

Schwanger – was nun?

Wenn du eine ungewollte Schwangerschaft feststellst, schwirren dir erstmal tausend Gedanken im Kopf herum, die es zu ordnen gilt. Es kann hilfreich sein, mit Personen deines Vertrauens zu sprechen und auch den Vater des Babys einzuweihen. Er hat grundsätzlich ein Recht darauf, von dem Kind zu wissen. Auch wenn die Entscheidung, wie du weiter vorgehst, letztendlich bei dir allein liegt.

Hilfe durch Beratung

Um in Deutschland einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu dürfen, bist du gesetzlich dazu verpflichtet, dich beraten zu lassen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du das Kind behalten willst, kann dir die Beratungsstelle verschiedene Perspektiven aufzeigen und unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten nennen. Dort hat man Erfahrung mit deiner Situation und kann dir helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Beratungsstellen in deiner Nähe findest du auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Die rechtliche Seite

Das Beratungsgespräch muss mindestens drei Tage vor dem geplanten Abbruch stattgefunden haben. Im Anschluss daran erhältst du die notwendige Beratungsbescheinigung. Diese kann auch von einem anderen Berater ausgefüllt werden, wenn du dich anonym hast beraten lassen. Zudem darf der Schwangerschaftsabbruch nur innerhalb der ersten zwölf Wochen, das heißt bis zur 14. Schwangerschaftswoche, erfolgen und muss von einem Arzt vorgenommen werden.

Verschiedene Methoden

Es gibt zwei Verfahren, um eine Schwangerschaft abzubrechen. Für den medikamentösen Abbruch nimmst du unter ärztlicher Aufsicht ein Medikament ein, welches verhindert, dass sich die Eizelle weiterentwickeln kann. Zwei bis drei Tage später erfolgt dann eine Fehlgeburt. Dieser Abbruch birgt wenig Risiken, dafür erlebst du ihn sehr bewusst. Das kann in manchen Fällen bei der Verarbeitung helfen, aber auch zusätzlich belasten. Diese Methode darf nur bis zur neunten Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Beim operativen Eingriff wird unter Betäubung oder Narkose das Schwangerschaftsgewebe von der Gebärmutter abgesaugt. Welche Methode für dich die richtige ist, kannst du gemeinsam mit deinem Arzt entscheiden.

Mit welchen Kosten du rechnen musst

Für das Beratungsgespräch sowie für die Vor- und Nachsorge des Eingriffs kommt deine AOK Hessen finanziell auf. Aufgrund der Gesetzeslage werden die Kosten für den eigentlichen Eingriff nur unter bestimmten Voraussetzungen übernommen. Hierfür musst du mit ungefähr 300 bis 400 Euro rechnen.

Es gibt auch Ausnahmen

Wenn das Leben der Frau ernstlich durch die Schwangerschaft gefährdet ist oder der Abbruch infolge eines Sexualdelikts erfolgen soll, wird von der Beratungsregel abgesehen. In beiden Fällen übernehmen wir selbstverständlich alle anfallenden Kosten.

Unterstützung im persönlichen Umfeld

Ein Schwangerschaftsabbruch ist eine körperliche und seelische Belastung und muss wohlüberlegt sein. Du solltest sicherstellen, dass du auch in der Zeit danach von Personen deines Vertrauens umgeben bist, wenn du Unterstützung brauchst.

Auf unserer Website erhältst du mehr Informationen zum Verfahren des Schwangerschaftsabbruchs.

Wir wünschen dir viel Kraft bei der Entscheidung!