Selen und Jod zur Prävention von Schilddrüsenerkrankungen
Supplementation

Selen und Jod zur Prävention von Schilddrüsenerkrankungen

Die Spurenelemente Selen und Jod sind lebensnotwendig für uns. Sie regen den Energiestoffwechsel an, beugen Schilddrüsenerkrankungen vor, halten uns jung und geistig fit. Der wichtigste Schritt, damit du von beidem genügend in deinem Körper hast: Die richtigen Lebensmittel auf den Speiseplan packen.

Warum braucht dein Körper Selen und Jod?

Jod und Selen sind essenzielle Spurenelemente. Sie sorgen dafür, dass deine Schilddrüse gut funktioniert. Die Schilddrüse ist verantwortlich für die Bildung der zwei lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese Hormone fördern viele wichtige Körperfunktionen wie die Zellteilung, den Energiestoffwechsel, Muskelaktivität und Knochenwachstum sowie deine kognitiven Fähigkeiten. Für die Herstellung dieser Hormone benötigt die Schilddrüse Jod.

Auch das weniger bekannte Spurenelement Selen unterstützt die Schilddrüse bei ihrer Arbeit. Mit seiner Hilfe wandelt sie das Hormon T4 nach Bedarf in das aktive T3 um. So kann es als Botenstoff im Körper wirken und eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen steuern. Zusätzlich schützt Selen das Schilddrüsengewebe. Außerdem ist es notwendig für die Immunabwehr und beseitigt zellschädigende freier Radikale.

Wichtig für dich zu wissen: Beide essenziellen Spurenelemente kann dein Körper nicht selbst herstellen. Jod und Selen nehmen wir vor allem mit unserer Nahrung auf. Durch den Darm gelangt es über unser Blut in die Schilddrüse. Fehlen Jod oder Selen länger oder dauerhaft in deinem Körper, kann ihn das stark belasten.

So erkennst du einen Selen-/Jod-Mangel

Eine Knappheit entsteht, wenn dem Körper für eine längere Zeit zu wenig Jod zugeführt wird. Die Schilddrüse bildet dann nicht mehr ausreichend Hormone, Ärzte sprechen von einer Schilddrüsenfehlfunktion. Die körperlichen Folgen reichen von Müdigkeit, Leistungs- und Konzentrationsschwäche, Depressionen, Unfruchtbarkeit, Schluckbeschwerden, schuppiger Haut bis hin zu Haarausfall und Blässe. Bei einem sehr starken Jod-Mangel vergrößert sich häufig die Schilddrüse, um das Defizit auszugleichen. Es bildet sich ein Kropf, der sich als Schwellung am Hals zeigt.

Hast du gelegentlich weiße Flecken an den Fingernägeln? Das liegt möglicherweise an einer leichten Selen-Unterversorgung. Ein starker Mangel schwächt die Funktion der Schilddrüse und die Immunabwehr. Er kann den Darm träge machen, Haarausfall, Kopf- und Muskelschmerzen, Gedächtnisstörungen oder Gewichtsverlust auslösen.

Nachdem die vielschichtigen Symptome oft nicht eindeutig auf einen Jod- und Selen-Mangel hinweisen, wendest du dich am besten an deinen Arzt. Er wird dich untersuchen und feststellen, ob du einen tatsächlichen Mangel durch eine Ernährungsumstellung ausgleichst oder zusätzlich Schilddrüsenhormone brauchst.

Richtig essen: Mit diesen Lebensmitteln füllst du deinen Jodspeicher

Mit der optimalen Tagesdosis an Jod unterstützt du die Funktionen von Gehirn und Nervensystem. Das Spurenelement trägt auch zu einer gesunden Struktur von Haut und Haaren bei. Fisch ist eine der besten Quellen, um den täglichen Jodbedarf abzudecken. Doch auch mit Milchprodukten und Gemüse packst du wichtige Jod-Lieferanten auf deinen Speiseplan:

  • Seelachs (103 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Hering (66,5 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Krabben (34,1 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Spinat und Radieschen (20 und 8 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Milch (120 Mikrogramm/1 Liter)
  • Eier (9,7 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Jodsalz (am besten immer zum Kochen verwenden)

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, die Jodaufnahme altersabhängig zu dosieren: Säuglinge brauchen 40 bis 80 Mikrogramm täglich, Jugendliche und Erwachsene 180 bis 200 Mikrogramm.

Gut zu wissen: Wenn du gerade schwanger bist oder dein Baby stillst, brauchst du mehr Jod als sonst. Experten empfehlen 230 bis 260 Mikrogramm pro Tag. Der Grund ist, dass dein Stoffwechsel mehr arbeitet. Dein Baby wiederum wächst heran und ist in seiner Jodversorgung von dir oder deiner Muttermilch abhängig. Experten empfehlen in dieser Zeit vielen Frauen eine zusätzliche Jodversorgung mit Nahrungsergänzungsmitteln. Falls du dir unsicher bist, ob dein täglicher Bedarf ausreicht, kann dein Frauenarzt dir weiterhelfen.

Jungbrunnen Selen: Mit diesen selenhaltigen Lebensmitteln bleibst du fit und attraktiv

Selen ist in deinem Körper von Kopf bis Fuß aktiv: Es arbeitet in jeder einzelnen Körperzelle daran, dich gesund zu halten. Es stärkt dein Immunsystem, sorgt für gesunde Haare und Nägel und die Bildung von Sperma. Selen ist auch ein Bestandteil von antioxidativ wirkenden Enzymen. Es schützt so vor zellschädigenden freien Radikalen, die uns früher altern lassen.

Wie selenhaltig pflanzliche Lebensmittel sind, hängt stark vom Erdboden ab: Deutsche Böden enthalten eher wenig Selen. Tierische Lebensmittel sind deswegen zuverlässigere Lieferanten – auch, weil Tierfutter mit Selen angereichert werden darf. Das essenzielle Spurenelement steckt in diesen Lebensmitteln:

  • Makrele, Thunfisch und Bückling (39, 82 und 140 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Brathuhn und Schweineleber (10 und 56 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Mortadella und Salami (6,1 und 6,9 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Nüsse wie Paranüsse und Kokosnüsse (103 und 810 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Sojabohnen (9,8 und 19 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Eier und Käse wie Emmentaler (10 und 11 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Kohlsorten wie Weißkohl und Grünkohl (2,4 und 1,4 Mikrogramm/100 Gramm)
  • Johannisbeeren und Bananen (1,7 und 1,4 Mikrogramm/100 Gramm)

Für Selen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung diese Dosierungen: bei Säuglingen bis zu 60 Mikrogramm pro Tag, bei Jugendlichen und Erwachsenen 60 bis 70 Mikrogramm. Mit 100 Gramm Thunfisch (82 Mikrogramm) und 100 Gramm Sojabohnen (19 Mikrogramm) hast du deinen täglichen Selen-Bedarf bereits mehr als gedeckt.

Gut zu wissen: Schwangere und Stillende brauchen neben Jod auch mehr Selen. Empfohlen werden 75 Mikrogramm pro Tag. Lasse dich am besten von deinem Arzt beraten, damit du weder unterversorgt bist noch überdosierst. Bist du Veganer oder Vegetarier, solltest du besonders auf die ausreichende Zufuhr von Selen achten.

Was passiert bei einer Überdosierung von Jod und Selen?

Eine Überdosierung von Jod kann durch eine ausgewogene Ernährung kaum entstehen, sehr wohl aber durch die falsche Einnahme von Jodtabletten. Nimmst du Nahrungsergänzungsmittel mit Jod, besprichst du dich am besten regelmäßig mit deinem Arzt. Bei einer entsprechenden Überdosierung – sie liegt bei mehr als 500 Mikrogramm täglich über einen längeren Zeitraum – kann es zu einer Schilddrüsenüberfunktion mit Herzrasen, Unruhe, Stimmungstiefs, Gewichtsabnahme und Schlafstörungen kommen.

Dauerhaft zu viel Selen im Körper kann dazu führen, dass deine Gelenke schmerzen, du dich sehr müde fühlst oder Durchfall bekommst. Im fortgeschrittenen Stadium kommen manchmal Haarausfall oder eine gestörte Nagelbildung hinzu.

Gesund bleiben und gut leben – mit einer ausgewogenen Ernährung

Neben Nahrungsmitteln mit Jod und Selen sollten vitaminreiche Gemüsesorten, Obst und Vollkornprodukte auf den Speiseplan, um deinen Vitaminbedarf abzudecken. Wie viel dieser lebenswichtigen Stoffe in Spinat, Tomaten und Co. stecken, zeigt dir schnell und unkompliziert unsere interaktive Gemüsetabelle. Falls du einige dieser Lebensmittel nicht magst oder verträgst: Unsere Ernährungsberatung unterstützt dich gerne mit Gesundheitskursen dabei, so zu essen, wie es dir gut tut und Spaß macht.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.