Snacken bei Diabetes: Ist Obst erlaubt?
Diäten

Snacken bei Diabetes: Ist Obst erlaubt?

Diagnose: Diabetes. Eine der ersten Fragen, die sich Patienten danach häufig stellen, ist: Was darf ich jetzt noch essen? Denn mit der Diagnose geht meist eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten einher. Der Lebensmitteleinkauf wird bewusster. Manche Produkte schaffen es erst gar nicht mehr in den Einkaufswagen. Doch gilt das auch für Obst? Schließlich enthält es oft viel Zucker. Ärzte und Ernährungsberater geben Entwarnung: Nein, Obst darf gerne in deinen Einkaufswagen, denn bewusst konsumiert punktet es in Sachen Gesundheit auch bei Diabetikern.

Eine Frage des Blutzuckerspiegels

Bei Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Liegt ein Diabetes Typ 1 vor, fehlt Betroffenen das Hormon Insulin, das den Traubenzucker, auch Glukose genannt, in Energie umwandelt. Bei Diabetes Typ 2 dagegen wird zwar Insulin produziert, jedoch reagieren die Zellen nicht auf das Hormon. In diesem Fall spricht man auch von einer Insulinresistenz. Die Folge: Die Zellen nehmen keinen oder zu wenig Traubenzucker auf und der Blutzuckerspiegel steigt.

Zucker im Obst

Auch in Obst steckt Zucker. Hier musst du zwischen Fruchtzucker – auch Fruktose genannt – und Traubenzucker unterscheiden. Beide Arten finden sich im Obst wieder. Fruchtzucker ist in natürlichen Mengen unbedenklich und wird von deinem Körper zum größten Teil in der Leber abgebaut. Insulin braucht er dafür kaum. Der Traubenzucker im Obst kann den Blutzuckerspiegel von Diabetespatienten dagegen nach oben treiben. Wäre es also ratsam, doch lieber auf Obst zu verzichten?

Freispruch für Früchte

Keine Sorge, die Antwort auf diese Frage ist und bleibt Nein: Denn die positiven Eigenschaften von frischem Obst überwiegen. Wir brauchen täglich unsere Portion Obst, um unseren Bedarf an Vitaminen sowie Ballast- und Mineralstoffen zu decken. Entscheidend für Diabetiker sind die Menge und Art des Obstes. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, pro Tag zwei Handvoll Obst zu essen. Solange du dich im Rahmen dieser Empfehlung ernährst, ist alles okay.

Blutzuckerspiegel immer im Blick

Wichtig ist, dass du deinen Blutzuckerspiegel stets im Auge behältst. Dies gilt besonders für die zuckerreichen Obstsorten wie Ananas, Bananen, Weintrauben und auch für Trockenobst. Empfehlenswert sind frische Äpfel, Birnen, Beeren, Kirschen, Kiwis oder Orangen. Sie weisen neben einem hohen Wasseranteil auch einen hohen Gehalt an Ballaststoffen auf, die einen rasanten Anstieg des Blutzuckers verhindern. Zusätzlich haben sie auch einen niedrigen glykämischen Index (GLYX = GI). Er zeigt an, wie schnell oder wie langsam der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels ansteigt. Obst mit einem niedrigen glykämischen Index erhöht demnach den Blutzucker langsamer und weniger stark.

Obst darf also in deinem Einkaufswagen landen. Wenn du selbst prüfen möchtest, wie du auf unterschiedliche Obstsorten reagierst, empfiehlt es sich, den Blutzuckerspiegel vor und nach dem jeweiligen Verzehr zu messen.

Wenn du mehr zum Thema erfahren möchtest, haben wir hier weitere Infos zur Diabeteserkrankung und ihrer Vorbeugung.

Gute Gesundheit mit frischem Obst wünscht dir deine AOK Hessen.

Weitere Newsletter Themen: