Stillen: je länger, desto besser?
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Stillen: je länger, desto besser?

Die Zeit nach der Geburt ist für Frauen meist die schönste. Endlich erfährst du, was es heißt, Mama zu sein. Du kannst dich um dein Baby kümmern und ihm genau das geben, was es braucht. Dabei ist das Stillen eine wunderbare Möglichkeit, eine enge Mutter-Kind-Beziehung herzustellen und gleichzeitig dein Kind mit der besten Nahrung zu versorgen, die es gibt – der Muttermilch. Diese Milch liefert alles an Nährstoffen, was der Säugling braucht, und verändert mit zunehmendem Alter des Kindes sogar die Zusammensetzung: Sie wird reichhaltiger. Wie lange du allerdings stillen solltest, oder ab wann es keinen gesundheitlichen Nutzen mehr gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Beikost einführen – weiter stillen

Experten empfahlen Müttern lange Zeit, ihr Baby sechs Monate voll zu stillen. Dies sei das Optimum. Dabei sollte vorerst auf Beikost verzichtet werden. Jedoch zeigen neuere Erkenntnisse, dass Säuglinge, die fünf Monate voll gestillt wurden, kein höheres Risiko für Krankheiten entwickeln als länger gestillte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, das Baby, wenn möglich, auch über sechs Monate hinaus mit Muttermilch zu versorgen. Spätestens ab dem siebten Lebensmonat sollte jedoch auch Beikost eingeführt werden, um dem Neugeborenen keine Nährstoffe vorzuenthalten.

Schutz durch Stillen

Das Stillen soll einige positive Nebeneffekte zu bieten haben: Es kann das Risiko für Durchfallerkrankungen, Mittelohrentzündung, späteres Übergewicht, Allergien und zusätzlich SIDS (plötzlicher Kindstod) senken. Bei der Mutter fördert es das Zurückbilden der Gebärmutter nach der Geburt und vermindert das Brust- und Eierstockkrebsrisiko. Längeres Stillen soll sogar einen schützenden Effekt gegen Magen-Darm-Infektionen haben, vor allem in der Krabbelphase, wenn Kinder den Boden berühren und sich Dinge in den Mund stecken. Durch das Stillen kann das Kleine vor übertragbaren Krankheiten geschützt werden.

Bitte keinen Stress

Jedoch sind die meisten dieser Annahmen wissenschaftlich nicht ausreichend belegt und erwecken für Eltern eher den Anschein, als wäre eine kürzere Stillzeit ungenügend für das Kind.

So kann das Stillen auch zum Stressfaktor werden, wenn Mama nach einigen Monaten zum Beispiel aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr hat oder das Anlegen wegen der ersten Zähne zur Qual wird. Spätestens ab dann gilt: Rat bei Arzt oder Hebamme einholen. Nicht umsonst gibt es mittlerweile gute Möglichkeiten, Babys mit Pre-Milch zu ernähren.

Grundsätzlich gilt: Die Mutter-Kind-Beziehung sollte gefördert und nicht durch Stress und Erschöpfung beeinträchtigt werden. Andersherum spricht auch nichts dagegen, dein Kind über das erste Jahr hinaus zu stillen. Die Muttermilch enthält auch dann noch eine ausreichende Anzahl an Nährstoffen. Es sollte dir also nicht komisch vorkommen, nur weil du deinen eigenen Weg gehst. Was für dich und dein Kind das Beste ist, werdet ihr gemeinsam herausfinden.

Solltest du Fragen zum Thema Stillen haben, kann dir deine Hebamme weiterhelfen oder dir eine geeignete Stillberatung nennen. Auf der Webseite der AOK Hessen findest du wichtige Adressen.

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