Stillen – von Anfang an gut beraten
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Stillen – von Anfang an gut beraten

Du bist schwanger und planst, dein Baby zu stillen? Das ist eine gute Entscheidung. Muttermilch ist die natürlichste Ernährung der Welt und bietet viele Vorteile. Doch häufig startet die Stillbeziehung nicht so problemlos wie erwartet: Deine Brustwarzen sind in den ersten Tagen vielleicht wund und schmerzen bei jedem Anlegen. Die Milch fließt noch nicht ausreichend, sodass dir bereits zum Zufüttern geraten wird. Oder das Gegenteil ist der Fall: Die Milch staut sich in deinen Brüsten. Doch keine Sorge: Für die meisten Stillprobleme gibt es eine Lösung.

So startest du gut in deine Stillbeziehung

Eine ruhige und gelassene Atmosphäre in den Tagen nach der Geburt schafft die idealen Voraussetzungen, um erfolgreich mit dem Stillen zu beginnen. Auch wenn die Großeltern, Tanten und Freunde deinen Nachwuchs am liebsten sofort begrüßen möchten, gönne deinem Neugeborenen und dir in der Anfangszeit vor allem eins: Ruhe. Ihr braucht Zeit, um das Stillen zu erlernen. Besucherströme stören diesen Prozess und führen zu Stress, der die Milchbildung behindern kann. Ein Familienzimmer kann hier hilfreich sein: Es bietet dir einen Rückzugsraum inmitten des Krankenhaustrubels. Deine AOK Hessen beteiligt sich gerne an den Kosten.

Die drei häufigsten Stillprobleme

Zu wenig Milch – die Nachfrage steuert das Angebot

Du bist unsicher, wie oft du deinem Baby die Brust geben sollst? Oder du sorgst dich, ob deine Milch ausreicht? Wenn du dein Kind nach Bedarf stillst, bekommt es in der Regel genug Nahrung. Am Anfang dauert es jedoch manchmal etwas, bis die Milchproduktion in Gang kommt. Abgesehen vom oben erwähnten Stress kann das auch daran liegen, dass dein Neugeborenes sehr schläfrig ist. Wenn es bei jedem Stillen einschläft oder die Stillmahlzeiten verschläft, versuche, es sanft zu wecken. Vermeide am besten auch Schnuller in den ersten Wochen. Wenn dein Baby sein Saugbedürfnis an der Brust stillt, regt es ganz automatisch die Milchbildung an. Vertraue darauf, dass dein Körper in der Lage ist, dein Kind zu ernähren. Übrigens: Voll gestillte Säuglinge melden sich auch nachts mehrmals. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Wunde Brustwarzen – so heilen sie schnell wieder ab

Wenn du mit dem Stillen beginnst, können deine Brustwarzen durch die ungewohnte Beanspruchung wund werden. Die Ursache liegt häufig in einer falschen Anlegetechnik: Achte darauf, dass dein Baby den ganzen Warzenhof in den Mund nimmt. Die Brustwarze sollte tief im Mund liegen, um einseitige Belastungen zu vermeiden. Gerade, wenn es dein erstes Kind ist: Lasse dir das Anlegen und die korrekte Saugtechnik von deiner Hebamme oder einer Stillberaterin zeigen.

Wenn deine Brustwarze bereits verletzt ist, lege dein Baby frühzeitig an. Warte nicht, bis es unruhig wird oder vor Hunger weint. Dein Säugling erfasst die Warze leichter, wenn die Brust nicht so prall gefüllt ist. Da das Ansaugen am meisten schmerzt, lasse dein Kind zunächst an der weniger wunden Seite trinken. Etwas angetrocknete Muttermilch nach dem Stillen pflegt die Brustwarze und wirkt entzündungshemmend. So schmerzhaft das Stillen mit wunden Brustwarzen auch sein mag – meist heilen sie schnell wieder ab. Durchhalten lohnt sich in jedem Fall. Zur Entlastung deiner Brust kannst du vorübergehend auch auf eine Milchpumpe zurückgreifen.

Milchstau – schnelles Handeln beugt Brustentzündung vor

Einen Milchstau erkennst du daran, dass einzelne Bereiche deiner Brust verhärten und gegebenenfalls überwärmt sind. Damit sich daraus keine Brustentzündung entwickelt, solltest du zügig handeln. Manchmal ist eine verstopfte Milchdrüsenöffnung die Ursache, häufig sind es jedoch zu lange Stillpausen oder eine ungünstige Stillposition. Stress und Überlastung können ebenfalls zu einem Milchstau führen. In dem Fall solltest du dich sofort von deiner Hebamme beraten lassen. Auch wenn das mit einem Säugling gar nicht so leicht ist: Am besten gönnst du dir Ruhe. Entleere außerdem deine betroffene Brust, indem du häufiger stillst. Lege dein Baby so an, dass sich sein Kinn an der Stelle befindet, die sich hart anfühlt. Wenn du vor dem Stillen ein feuchtwarmes Tuch auf deine Brust legst, fließt die Milch leichter ab. Nach dem Stillen hilft Kälte, einer Entzündung vorzubeugen, z. B. in Form eines kühlenden Quarkumschlags. Achte außerdem darauf, dass dein BH und deine Kleidung dich nicht einengen. Falls du Fieber bekommst und dich krank fühlst, wende dich bitte unbedingt an einen Arzt.

Eine zertifizierte Stillberaterin unterstützt dich bei allen Fragen und Problemen rund ums Stillen. Deine AOK Hessen beteiligt sich im ersten Lebensjahr deines Kindes an den Kosten. Eine Übersicht über zertifizierte Stillberatungen findest du unter dem Beitrag „Stillen – gesunde Ernährung für Ihr Baby“. Wie du dich während der Stillzeit am besten ernährst, erfährst du in unserem Artikel: „Ich stille: Darf ich alles essen?“.

Deine AOK Hessen wünscht dir eine schöne Stillzeit!

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