Süßes Gift: Wenn dein Körper auf Zucker reagiert.
Allergien

Süßes Gift: Wenn dein Körper auf Zucker reagiert.

Ein wichtiger Hinweis: Intoleranz ist nicht mit einer Allergie gleichzusetzen. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem heftig auf eigentlich harmlose Nahrungsmittel, zum Beispiel Erdbeeren, und bildet Antikörper dagegen. Bei einer Intoleranz handelt es sich um ein Verdauungsproblem, bei dem Zuckermoleküle in den Dickdarm gelangen, wo sie vergären. Bei diesem Prozess entstehen Gase, die Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Blähungen hervorrufen können. Ausgelöst wird dieser Vorgang durch einen Enzymmangel oder -defekt oder einen nicht mehr vollständig funktionierenden Zuckertransporter.

Zucker ist nicht gleich Zucker

Es gibt verschiedene Zuckerarten und damit auch verschiedene Intoleranzen, die entstehen können:

  • Laktoseintoleranz: Bei vielen Menschen ist es erblich bedingt, dass sie mit der Zeit immer weniger das Enzym Laktase produzieren, das für die Spaltung von Milchzucker zuständig ist, aber längst nicht alle entwickeln auch eine Intoleranz. In Deutschland sind es nur knapp zehn Prozent. Laktose ist in allen Milchprodukten enthalten und wird in vielen Lebensmitteln als Geschmacksverstärker verwendet.
  • Fruktosemalabsorption oder -intoleranz: Die Fruchtzuckerunverträglichkeit ist oft vorübergehend. Mit einer entsprechenden Ernährung lässt sie sich in den Griff bekommen. Auslöser ist eine zu geringe Menge eines Transportproteins – oder dessen Leistungsfähigkeit. Beim gesunden Menschen transportiert dieses Protein die Fruktose durch die Dünndarmwand. Gelingt das nicht vollständig, gelangt sie in den Dickdarm und löst Beschwerden aus. Da der Zuckeraustauschstoff Sorbit den bei der Fruktosemalabsorption betroffenen Transporter zusätzlich schwächt, können die Symptome verstärkt werden. Bei der sehr seltenen angeborenen Fruktoseintoleranz liegt hingegen ein Enzymdefekt vor. Auf Lebensmittel mit Fruktose müssen Betroffene komplett verzichten.

Leide ich an einer Zuckerintoleranz?

Wer den Verdacht hat, bestimmte Zuckerarten nicht zu vertragen, sollte sich unbedingt testen lassen, bevor er zum Beispiel komplett auf Lebensmittel wie Milchprodukte oder Obst verzichtet.

Die Unverträglichkeiten lassen sich mit einem H2-Atemtest feststellen. Hierfür wird eine bestimmte Menge des in Verdacht stehenden Stoffes über eine Trinklösung aufgenommen und anschließend der Wasserstoffgehalt im Atem gemessen. Kann der Zucker nicht verdaut werden und vergärt im Dickdarm, entsteht dabei auch Wasserstoff. Eine Intoleranz liegt dann vor, wenn der Gehalt im Atem ungewöhnlich hoch ist.

Wie gehe ich mit einer Intoleranz um?

Ist die Intoleranz medizinisch bestätigt, kann mit dem Arzt oder Ernährungsberater eine individuelle Lösung gefunden werden.

Wir haben einige Tipps für dich, die dir im Alltag helfen können:

  • Beim Einkaufen solltest du immer die Nährwertangaben auf den Lebensmittelverpackungen lesen. Diese geben dir Auskunft über die Inhaltsstoffe und die enthaltenen Mengen von Laktose und anderen Zuckerarten.
  • Joghurt enthält verhältnismäßig wenig Laktose, Hartkäse nahezu keine. Beide Lebensmittel werden deshalb in der Regel gut vertragen.
  • In vielen Lebensmitteln ist Laktose enthalten, obwohl man sie darin nicht erwartet, zum Beispiel in Wurst. Es lohnt sich also, beim Einkaufen genauer hinzuschauen.
  • Auch in Medikamenten kann Laktose als Trägerstoff enthalten sein.
  • Fruktose kommt selbst in einigen Gemüsesorten wie beispielsweise Paprika, Tomaten, Möhren oder Kohl vor.
  • Sorbit ist in Light-Produkten enthalten, diese sollten also bei einer Intoleranz gemieden werden.

Grundsätzlich gilt aber: Da bei einer Intoleranz die entsprechenden Enzyme teilweise noch gebildet werden bzw. die Transporter nicht völlig defekt sind, muss jeder Fall individuell betrachtet werden. Manche Menschen vertragen eine gewisse Menge der entsprechenden Zuckerart, andere wiederum reagieren sehr empfindlich auf diese.

Hier kannst du dich über verschiedene Ernährungsmöglichkeiten informieren.

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