Traditionen erhalten: hessische Weihnachtsbräuche
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Traditionen erhalten: hessische Weihnachtsbräuche

Lebkuchen aus dem Odenwald, ein Krippenbauer aus Flörsheim, Heubündel für das Christkind in Leeheim – im Advent besinnt man sich in Hessen auf ganz besondere Traditionen und Bräuche. Wir stellen neue und alte hessische Traditionen vor

Leeheimer Heubündel

In Leeheim verteilt der Heimat- und Geschichtsverein am 24. Dezember ab 10 Uhr Heubündel an Kinder. Nachmittags um 16 Uhr beginnen dann die Kirchenglocken zu läuten und nun haben die Kinder eine halbe Stunde Zeit, die Heubündel zu ihren Verwandten zu bringen. Dort werden die Heubündel außen an die Tür oder an die Wand gehängt. Das Heu soll symbolisch als Futter für den Esel des Christkindes, der den Schlitten mit den Geschenken zieht, dienen. Der Brauch ist mindestens 150 Jahre alt.

Beggern in Twistetal-Berndorf

1.000 Jahre steht die Kirche in Twistetal-Berndorf, nicht ganz so alt ist die Tradition des Beggerns. Nach der alten Melodie „Das Christkind lütt“ läuten seit Generationen Männer des Dorfes am Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag die Glocken von Hand.

Christkindwiegen in Korbach

Dieser Korbacher Brauch ist über 470 Jahre alt. Jedes Jahr am 24. Dezember ziehen Männer mit Laternen auf den Turm der Kilianskirche und singen. Mit dem Schwenken oder Wiegen der Laternen wird der Geburt Christi gedacht. Man erzählt sich, dass es seit dem Bestehen des „Christkindwiegens“ keine Pestfälle mehr gab.

Platzen in Wollmar

Es so richtig knallen lassen, ist an einem Tag nach Weihnachten typisch in Wollmar, westlich des Burgwalds. Hier wird noch die Tradition des Platzens gepflegt.
Zwischen den Jahren – so war es Brauch – wechselten die Mägde ihren Arbeitsplatz und zogen mit ihrer bescheidenen Habe auf einen anderen Hof weiter. Die ledigen Burschen des Dorfes kamen, um sich zu empfehlen. Das sogenannte Ausplatzen wurde mit reichlich Hochprozentigem gewürdigt.

Lebkuchen aus Beerfurth

Seit 1785 werden bei Familie Baumann in Beerfurth Lebkuchen gebacken. In der Saison bis zu vier Zentner am Tag. Viele Helfer aus dem Dorf sind schon seit Jahrzehnten mit dabei. Von Januar bis September ist Willi Baumann Landwirt. Für den Rest des Jahres ist er Lebkuchenbäcker und steht damit ganz in der Tradition seiner Vorfahren.

Das Rezept ist ein über Generationen gut gehütetes Geheimnis. Inzwischen macht auch sein Sohn, die zwölfte Generation, in der Backstube mit.

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