Umgang mit schweren Diagnosen
Familienleben

Umgang mit schweren Diagnosen

Wie sage ich es meinem Kind?

Die Familie ist im Idealfall ein geschütztes Umfeld, in dem Probleme und Ängste offen angesprochen werden können. Dann ist sie ein sicherer Hafen und bietet ihren Mitgliedern besonderen Schutz. Und dieser Zusammenhalt kann nur bestehen, wenn ehrlich und offen miteinander umgegangen wird.

  • Doch was, wenn ein Elternteil lebensbedrohlich erkrankt und die Zukunft ungewiss ist?
  • Wie detailliert sollen die Eltern ihre Kinder darüber informieren?
  • Welches Maß an Offenheit ist angebracht, ohne den Nachwuchs zu verstören und unnötig zu beunruhigen?

Kinder verstehen oft mehr, als man denkt

Leider gibt es keine Patentlösung für solche Situationen. Der Umgang mit Krankheiten und dem Tod ist von vielen Faktoren, wie beispielsweise Religiosität und Erziehung, abhängig. Zudem ist vor allem der entsprechende Reifegrad des Kindes entscheidend. Fest steht jedoch auch, dass es keine Alternative ist, die Situation ganz zu ignorieren und so zu tun, als ob nichts geschehen sei.

Denn Kinder bekommen mehr mit, als einem manchmal lieb ist. Sie werden es merken, wenn die Eltern auf einmal traurig und angespannt wirken oder unkonzentriert und weniger begeisterungsfähig sind. Kinder fühlen sich dann schnell als „Sündenbock“ und geben sich die Schuld, dass es den Eltern nicht gut geht.

Alleine deshalb ist es wichtig, die Krankheit anzusprechen und altersgerecht zu erklären. Das bedeutet, sich viel Zeit für das Gespräch zu nehmen und damit den Kindern zu ermöglichen, das Gesagte zu verstehen und ihre Fragen zu stellen. Deshalb sollte ein solches Gespräch auf keinen Fall beiläufig beim Mittagessen oder abends vor dem Zubettgehen geführt werden.

Ideal ist ein Samstag: Die Kinder haben hier die Chance, das Gesagte sacken zu lassen, und danach folgt ein ganzer Tag, an dem sie in der gewohnten und vertrauten Umgebung Fragen stellen können. Das wird ihnen erleichtern, damit umzugehen.

Kinder brauchen Kontinuität

Wichtig ist es, dass die Krankheit den Tagesablauf des Nachwuchses nicht zu sehr beeinflusst. Denn was Kinder brauchen – und das gilt besonders in solchen Situationen – sind Kontinuität und Planbarkeit. Klinikaufenthalte oder OP-Termine sollten lange genug im Voraus angekündigt werden, damit sich alle Beteiligten darauf vorbereiten und ihre Fragen stellen können. Denn Fremdes und Ungeplantes versetzt uns Menschen besonders leicht in Angst.

Bei gemeinsamen Unternehmungen verhält es sich hingegen umgekehrt: Diese sollten nicht zu weit in der Zukunft liegen oder zumindest nicht zu früh angekündigt werden. Denn es kann jederzeit sein, dass geplante Ausflüge oder sonstige Aktivitäten kurzfristig krankheitsbedingt abgesagt oder verschoben werden müssen.

Ein solcher Eingriff in die Selbstbestimmung macht die Krankheit für Kinder umso bedrohlicher. Die Wut auf die Krankheit und die Unberechenbarkeit der Situation nehmen zu und die Hilflosigkeit der Eltern schürt zusätzlich Angst.

Wenn du mehr zu dem Thema erfahren möchtest oder Dich von unseren Experten beraten lassen möchtest, dann findest du unter dem folgenden Link weitere Informationen auf den Seiten der AOK Hessen: https://www.aok.de/hessen/leistungen-service/fragen-an-das-aerzte-team-informationsangebot-68368.php.