Ungesunder Gesundheitswahn – wenn Selbstoptimierung zur Sucht wird
Suchtprävention

Ungesunder Gesundheitswahn – wenn Selbstoptimierung zur Sucht wird

Die Grenze zwischen gesundem Lebensstil und ungesunder Selbstoptimierung kann oft fließend sein. Dank moderner Technik können wir mittlerweile unseren Köper tracken, messen und auswerten. Ob Bewegung, Ernährung oder sogar Schlaf – wir können unser Körperwerte eigenständig optimieren, um möglichst gesund zu leben. Sollte die Sorge um das eigene Wohlergehen sich zu einer Sucht entwickeln, spricht man von Gesundheitswahn.

Verlockende Möglichkeiten – Gesundheitstracker

Wir sind heute jederzeit erreichbar und können von überall unsere E-Mails lesen. Doch diese Möglichkeiten sind Fluch und Segen zugleich. Ähnlich verhält es sich mit Fitnessarmbändern, Smartwatches oder Apps. Gesundheitstracker helfen uns, ein besseres Bewusstsein für unseren Körper und unser alltägliches Verhalten zu entwickeln. Der Trend zum Self-Tracking ist weit verbreitet. Die Auswertungen können wir nutzen, um Fitness und Gesundheit zu verbessern. Bei der Bewertung der eigenen Daten solltest du dich dennoch von deinem Arzt beraten lassen. So vermeidest du unnötige Sorgen und findest eine gesunde Balance, damit Self-Tracking nicht zum ungesunden Zwang oder gar zur Sucht wird.

Gesunder Schlaf – lässt sich das messen?

Apps und Gadgets versprechen, unsere Schlafqualität zu messen. Doch viel wichtiger als Messung und Auswertung ist, wie erholt du dich fühlst. Der empfohlene Durchschnittswert für einen Erwachsenen liegt bei 7 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht. Da jeder Mensch ein anderes Schlafbedürfnis hat, solltest du selbst herausfinden, mit welcher Menge Schlaf du dich am besten fühlst. Vertraue auf deine innere Uhr.

Indem du vor dem Schlafengehen ordentlich lüftest, sorgst du für ausreichend Sauerstoff in der Nacht. Außerdem solltest du mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen den Fernseher und das Smartphone ausschalten, da das blaue Licht aktivierend wirkt und so das Einschlafen erschweren kann.

Ernährung – Verdruss oder Genuss?

Ernährung sollte nicht nur reine Nahrungsaufnahme sein, sondern auch Freude und Genuss bedeuten. Kleine Gaumenfreuden tragen zu Lebensqualität und Wohlergehen bei. Mit einer gesunden Ernährung bleibst du fit und gesund. Doch eine ausgewogene Ernährung bedeutet nicht, dass du gleich nach jedem Happen auf die Waage steigen solltest. Kleine Schwankungen im Gewicht sind natürlich und gleichen sich oft ganz von alleine aus. Ein oder zwei Kilo mehr sollten noch kein Grund für eine Diät sein. Verzicht und starke Einschränkungen können zu Frust führen. Mit kleinen Veränderungen kannst du auf Dauer ohne große Mühen genauso viel erreichen.

Täglich frisches Obst und Gemüse zu essen, schmeckt nicht nur lecker, sondern du wirst dank dieser Lebensmittel rundum mit wichtigen Nährstoffen versorgt. So tust du nicht nur deinem Körper etwas Gutes, sondern genießt auch mit all deinen Sinnen.

Sport und Bewegung – das gute Gefühl zählt

Das Wetter ist nicht gut, die Sportsachen sind gerade in der Wäsche, die Zeit reicht nicht … Es gibt viele Ausreden, nicht zum Sport zu gehen. Tun wir es doch, wissen wir sofort: Es war die richtige Entscheidung. Denn Bewegung tut unserem Körper gut und trägt dazu bei, dass wir uns wohlfühlen. Wir schaffen damit Ausgleich zum häufigen Sitzen. Zudem bauen wir Stress ab und bringen unseren Kreislauf in Schwung.

Für das gute Gefühl, das Bewegung mit sich bringt, müssen wir nicht gleich einen Marathon laufen oder uns zu 10.000 Schritten zwingen. Wenn wir uns dreimal pro Woche 30 Minuten ins Schwitzen bringen, tun wir bereits viel für unser Wohlbefinden. Sportclubs und -vereine bieten zudem die Möglichkeit, Talent, soziales Miteinander und Sport zu verbinden. So ist der Mehrwert gleich doppelt so groß und du findest Freude an der Bewegung.

Dein Bauchgefühl weiß, was gut für dich ist

Neben den Stimmen und Empfehlungen von außen solltest du mit Blick auf deine Gesundheit auch auf deine innere Stimme vertrauen. Intuitiv wissen wir oft selbst, was uns gerade guttut. Mit regelmäßigen Achtsamkeitsübungen kannst du das Bewusstsein für deinen Körper schärfen und dein eigenes Gleichgewicht finden. Zwänge und unliebsame Gesundheitsrituale können belastend wirken und so zu einer gegenteiligen Wirkung führen. Viel wichtiger sind die Fragen: Was tut mir gut und woran habe ich Freude? Denn letztendlich gilt: Die kleinen Freuden zwischendurch bringen mehr Qualität in unser Leben und auch neue Motivation, unserem Körper etwas Gutes zu tun.

Mit unseren Vorsorgeleistungen und unseren Gesundheitskursen geben wir dir übrigens wertvolle fachliche Unterstützung für einen gesunden Lebensstil.

Deine AOK Hessen wünscht dir gute Gesundheit.

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