Ungewollt kinderlos – wo gibt es Hilfe?
Partnerschaft

Ungewollt kinderlos – wo gibt es Hilfe?

„Wo Kinder sind, da ist ein goldenes Zeitalter.“
Novalis (1772-1801)

Mehr als 6 Millionen Menschen in Deutschland bleibt dieses Glück verwehrt, denn sie sind ungewollt kinderlos. Gründe dafür gibt es viele.

Oftmals sind es keine körperlichen, sondern vielmehr psychische Gründe, die eine Kinderlosigkeit bedingen. Beruflicher oder privater Stress, Angst vor der Umstellung des bisherigen Lebens oder die Angst vor der Kinderlosigkeit an sich. Dann können lange und offene Gespräche mit dem Partner helfen, ein gemeinsamer Urlaub und vor allem: viel Zeit. Auch das Hinzuziehen eines Arztes kann helfen.

Was tun, wenn der Körper nicht will?

Neben den psychischen gibt es auch diverse körperliche Gründe, die eine Schwangerschaft verhindern können. Unabhängig davon, welche Ursachen die ungewollte Kinderlosigkeit hat, dürfen Paare nicht den Fehler machen, sich gegenseitig die Schuld zu geben. Denn das erhöht den Stresslevel und wirkt sich zusätzlich negativ auf den Kinderwunsch aus.

Welche Arten der künstlichen Befruchtung gibt es?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Paare auf medizinischem Weg bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches zu unterstützen. Je nachdem, wo das Problem liegt, kann der behandelnde Arzt die passende Methode auswählen.
Die wohl bekannteste Form der künstlichen Befruchtung ist die Befruchtung im Reagenzglas, die sogenannte In-vitro-Fertilisation (IVF). Hierbei werden der Frau Eizellen entnommen und in einer Nährlösung mit dem Sperma des Mannes zusammengebracht. Wenn ein Embryo heranwächst, wird er in die Gebärmutter eingesetzt.
Eine weitere Methode ist die Insemination (Samenübertragung), bei der die Samenzellen direkt in die Gebärmutter, den Gebärmutterhals oder die Eileiter eingebracht werden – in Deutschland die gängigste Methode, die Verwendung findet, wenn die Anzahl oder die Beweglichkeit der Spermien nicht ausreichend ist. Für alle Methoden gilt jedoch leider: Eine 100%ige Erfolgschance gibt es auch auf künstlichem Wege nicht.

Wer trägt die Kosten?

Neben dem medizinischen Eingriff fallen meistens auch Kosten für eine begleitende Hormonbehandlung an, sodass schnell ein paar Tausend Euro zusammenkommen. Doch das Sozialversicherungsgesetz sorgt dafür, dass Paaren, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, bei den ersten drei Versuchen ein Anspruch auf Erstattung von 50% der Kosten zusteht.

Die AOK Hessen geht noch einen Schritt weiter und übernimmt für ihre Versicherten sogar 100% der Kosten für die ersten drei Versuche, da sie versteht, wie groß oft der Wunsch nach eigenen Kindern bei Ehepartnern ist. Darüber hinaus hilft sie auch gerne bei der Suche nach den passenden Ärzten und entsprechenden Beratungsstellen: www.aok.de/hessen/kinderwunsch