Urban Gardening: die Liebe zum Gärtnern neu entdeckt
Garten/Balkon

Urban Gardening: die Liebe zum Gärtnern neu entdeckt

Mit den Fingern in der Erde wühlen, zusehen, wie aus Samen kleine Pflänzchen sprießen und später die eigenen Früchte ernten – das macht glücklich. Was früher mühselige Arbeit und Lebensgrundlage vieler Menschen war, dient heute der persönlichen Entspannung und dem gemeinschaftlichen Miteinander. Blumen- und Gemüsegärten im Kleinformat in unseren Innenstädten liegen im Trend. Das Gärtnern verbessert die städtische Luftqualität und fördert ein nachhaltiges Umweltbewusstsein. Ob das die Unterpflanzung innerstädtischer Bäume durch sogenannte Seed Bombs, eine Baumpatenschaft oder die Bewirtschaftung von Gemeinschaftsgärten ist – die Formen des Urban Gardening, des städtischen Gärtnerns, sind sehr vielfältig.

Gesund für Natur und Körper

Im schnellen Rhythmus des Großstadtlebens verlieren viele Menschen den Bezug zur Natur. Seit einigen Jahren gewinnt daher das Urban Gardening als Gegenbewegung an Bedeutung. Immer mehr Menschen treffen sich, um auf brachliegenden innerstädtischen Flächen gemeinschaftlich Gärten anzulegen. Sie suchen nach innovativen Lösungen für städtische Bienenzucht und Imkerei oder widmen sich dem Austausch von biologischem Saatgut. Aber nicht nur die Umwelt, auch deine Gesundheit profitiert von der Arbeit an der frischen Luft. Die Herzfrequenz wird beruhigt, der Bewegungsapparat trainiert und die Atmung vertieft. Das fördert einen gesunden Schlaf und lässt dich insgesamt besser entspannen.

Hessens Urban-Gardening-Projekte

Der Verein Frankfurter Garten e.V. vertritt mit dem Garten neben dem Ostbahnhof wohl das größte Projekt in Hessen. Zum Selbstverständnis des Mitmachprojekts gehört es auch, Bildungsangebote für Kitas, Schulen oder Unternehmen anzubieten. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Mittlerweile haben sich zahlreiche gemeinschaftliche Gartenprojekte in Hessen etabliert. Eine Übersicht findest du auf der Website der anstiftung.

Einfacher geht’s nicht: Seed Bombs

Die kleinen Bällchen aus Erde, Ton und Saatgut, Seed Bombs oder Samenbomben genannt, sind die einfachste Art, öffentlich zu gärtnern. Da sich das Saatgut in dem Erdklumpen befindet, muss es nicht eingepflanzt werden. Du kannst die Kugel einfach dort platzieren, wo die Pflanzen wachsen sollen, der Regen weicht sie auf und das Saatgut beginnt zu sprießen. Übrigens sind die Samenbomben keine Erfindung der letzten Jahre. Angeblich haben schon die alten Ägypter so das Ackerland am Nilufer bestellt. Probiere es doch auch aus.

Do it yourself: Wo gärtnerst du?

Viel Platz ist gar nicht nötig, eine Balkonecke oder ein sonniges Fensterbrett können ausreichen. Alles, was du brauchst, sind ein paar Töpfe, am besten hochwertige torffreie Pflanzerde und die Pflanzen deiner Wahl. Ein wenig Flüssigdünger nährt deine Pflänzchen zusätzlich. Pflanzanleitungen und Hinweise für den geeigneten Standort findest du auf den Schildern an den Pflanzen bzw. auf der Saatgutverpackung, oder du erkundigst dich direkt beim Verkäufer. Garteninitiativen verkaufen auch vorgezogene Pflanzen oder Saatgut. Dort bekommst du Erfahrungstipps aus erster Hand. Und was ist sonst noch wichtig? Regelmäßiges Gießen natürlich und viel Geduld.

Viel Erfolg wünscht dir deine AOK Hessen.

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