Veganer nutzen sie schon lange: Hefeflocken
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Veganer nutzen sie schon lange: Hefeflocken

Die meisten von uns kennen Hefe als Backtriebmittel im leckeren Hefezopf oder aus isotonischen Getränken wie Bier. Doch schon länger spielt Hefe eine wichtige Rolle für eine ausgewogene Ernährung, allerdings in ganz anderer Form als sie üblicherweise bekannt ist. Hefe hat eine wichtige Funktion in der vegetarischen und veganen Ernährung. Ihr herber Geschmack ist dort beliebt und wird als Ersatzwürze statt Fleisch verwendet. Spektakulär ist auch ihr Nährstoffgehalt.

Hefe ist nicht gleich Hefe

Zunächst muss zwischen verschiedenen Arten von Hefe unterschieden werden. Die herkömmliche Backhefe hat nichts mit der sogenannten Nährhefe zu tun. Bei letzterer und den zugehörigen Hefeflocken handelt es sich um inaktive Hefe. Diese wurde erhitzt und kann nicht mehr als Backtriebmittel verwendet werden. Kuchen, Brot und Brötchen würden mit Nährhefe nicht mehr so schön aufgehen und locker werden. Aber dafür punktet sie mit ihren Inhaltsstoffen.

Nährstoffkünstler

Wer regelmäßig Hefe zu sich nimmt, verbessert seinen Stoffwechsel, denn vor allem die Vitamine B1, B2 und B6 sowie Niacin stärken diesen. Aber Hefe ist nicht nur reich an Vitamin B, sondern liefert zusätzlich eine gehörige Portion hochwertiges Eiweiß. Das ist gerade für Vegetarier und Veganer wichtig, die komplett auf tierische Eiweißquellen verzichten. Auch für Sportler, Kinder im Wachstum oder Schwangere und Stillende ist Hefe ein wertvolles Nahrungsmittel. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind zum Beispiel Pantothensäure und Biotin sowie die Mineralstoffe Kalium und Kalzium und die Spurenelemente Zink und Eisen. Egal, ob du deinen Muskeln, Zähnen oder deiner Haut etwas Gutes tun möchtest: Hefe hat einen positiven Effekt auf viele Bereiche deines Körpers.

Vielseitig einsetzbar

Mit ihrem leicht würzigen, herben Geschmack verfeinert Hefe so manche Speise. Beispielsweise kannst du aus Hefe einen leckeren Brotaufstrich zaubern und so die obligatorische Scheibe Käse oder Wurst ersetzen. Hefe eignet sich auch perfekt zum Würzen von salzarmen Speisen.

Wenn du also deinen Salz- oder Fleischkonsum reduzieren möchtest, ist Hefe ein gesundes Ersatzmittel.

Hefe in der Kritik – zu Recht?

Nicht jeder ist von der gesunden Wirkung von Hefe überzeugt. Sie hat den Ruf, als Geschmacksverstärker zu fungieren. Wegen ihres Glutaminsäure-Gehalts wird sie oft mit Glutamaten gleichgesetzt. Und diese sind als schädliche Geschmacksverstärker verschrien, stehen sie doch im Verdacht, Kopfschmerzen und Schlafstörungen zu verursachen. Das klingt nicht gerade gesund!

Isolierte Glutaminsäure, wie sie als Geschmacksverstärker oft im Fertigessen zu finden ist, kommt nicht in natürlicher Umgebung vor und sollte deshalb zu Recht kritisch gesehen werden. Allerdings sind die umstrittenen Glutaminsäuren in gebundener – das heißt in natürlicher – Form in Hefe enthalten. Und das macht den entscheidenden Unterschied aus.

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Die Experten der AOK Hessen geben dir gerne weitere Tipps rund um gesunde Ernährung.

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