Vergessene Lebensmittel: Wer kennt „Guten Heinrich“, „Portulak“ oder die „Kornelkirsche“?
Nahrungsmittel

Vergessene Lebensmittel: Wer kennt „Guten Heinrich“, „Portulak“ oder die „Kornelkirsche“?

Auch Lebensmittel unterliegen dem Wandel der Zeit und der Trends. Was früher zur guten Küche gehörte, ist heute vergessen oder taucht unter neuem Namen wieder auf und startet dann aber so richtig durch. So hat es beispielsweise der Rucola gemacht, früher bekannt als „Rauke“.

So ein Wandel geht leider mit der Folge einher, dass die Vielfalt zunächst eingeschränkt ist und schließlich ganz verschwindet. Lebensmittel, die passé sind, kann man ja nicht in den Schrank hängen und auf ein Revival hoffen, wie es mit der Schlaghose immer wieder ganz hervorragend funktioniert.

Also ein „Hoch“ auf vergessene oder fast vergessene Lebensmittel! Wir stellen euch ein paar vor und hoffen, dass sie Appetit auf mehr machen.

Pimpinelle
In Hessen bekannt als Zutat für Grüne Soße, ansonsten aber eher ungebräuchlich. Dabei würzt ihr gurkenähnlicher Geschmack hervorragend auch andere Soßen und Salate.

Nachtkerze
In Bauerngärten eine typische Zierpflanze, aber ob der Gärtner auch weiß, dass Wurzel, Samen, Blätter und Blüten der Nachtkerze essbar sind? Die Blüten sind ein Augenschmaus in Salaten, die spargelartige Wurzel wird beim Kochen schinkenrot. Daher kommt auch der Volksname Schinkenwurz.

Kornelkirsche
Die Kornelkirsche gehört zu den Hartriegeln und wird offiziell mittlerweile als Ziergehölz geführt. Was ihr jedoch gar nicht gerecht wird! Die kirschähnlichen Früchte, Kornellen genannt, erntet man im Herbst. Dazu schüttelt man sie vom Strauch, denn dann sind sie schon fast überreif und damit süßer und weicher. Sie eignen sich für Marmeladen und sind roh essbar wie Kirschen.

Portulak
Der Gemüseportulak wird seit mehreren tausend Jahren als Lebensmittel genutzt und gehört zum Wildgemüse. Als Heilpflanze tauchte er schon zu babylonischen Zeiten in alten Schriften auf. Seine jungen Blätter schmecken leicht säuerlich-nussig, ältere Blätter schmecken bitter. Die Knospen können wie Kapern eingelegt werden. Frisch geerntet und klein gehackt schmeckt Portulak hervorragend in Salaten und Quark.

Guter Heinrich
Die jungen großen Blätter des Guten Heinrich können bei den noch nicht blühenden Pflanzen verwendet werden wie Spinat. Ältere Blätter schmecken bitter. Junge Triebe werden wie grüner Spargel zubereitet, aus den zerstoßenen Wurzeln lässt sich eine Süßspeise wie Erdnussbutter herstellen und die Blüten sind, gedünstet wie Brokkoli, ein Gedicht. Sogar die gemahlenen Samen sind nutzbar, nämlich als Mehlzusatz beim Brotbacken.