Vertrauenswürdige Gesundheitsinfos: 5 Tipps für deine Online-Recherche
Selbsthilfe

Vertrauenswürdige Gesundheitsinfos: 5 Tipps für deine Online-Recherche

Ob Krankheiten und deren Symptome oder Behandlung, Wissenswertes zu Ernährung oder Fitness – mit einer Online-Recherche findest du schnell Antworten auf deine Fragen. Neun von zehn Internetnutzern informieren sich heute online zu Gesundheitsthemen. Die Suchmaschinen filtern für dich Ergebnisse aus schätzungsweise 20 Milliarden Gesundheits-Webseiten heraus. Doch welche Quellen sind wirklich zuverlässig? Unsere fünf Tipps helfen dir, vertrauenswürdige Infos zu finden.

Gut informiert, besser beraten

Das Internet ist eine mögliche Quelle, um fundierte Infos zu Gesundheitsthemen zu erhalten. Auch viele Ärzte nutzen Online-Angebote, um auf dem neusten Stand zu bleiben. Allerdings ist bei der Online-Recherche auch Vorsicht geboten. Neben medizinisch korrekten Artikeln kannst du auch auf solche mit Halbwahrheiten, Verharmlosungen oder unnötiger Panikmache stoßen. Einige zentrale Tipps helfen dir dabei, seriöse Quellen zu finden.

1. Erkunde, wer dahintersteckt

Transparenz ist eine wichtige Grundlage für Vertrauen. Je schneller du Name, Adresse und Kontaktmöglichkeiten des Betreibers der Website finden kannst, desto besser. Hinweise, wer für die Inhalte der Seite verantwortlich ist oder wer die Seite finanziert, findest du zum Beispiel im Impressum oder auf der Über-uns-Seite. Je nachdem, ob ein Arzt, eine Praxis oder eine Organisation die Seiten betreibt, sind die Infos anders aufbereitet. Ein Unternehmen, das Produkte anbietet, rät dir in der Regel im Text auch dazu, diese zu kaufen. Solche Infos können dich als Leser in eine bestimmte Richtung leiten und lassen mögliche Alternativen unerwähnt. Achte zudem auch darauf, bei welchen Inhalten es sich um Werbeanzeigen oder sogenannte Advertorials handelt. Diese sollten klar gekennzeichnet und deutlich vom Text getrennt sein. Gute Seiten haben außerdem eine Suchfunktion, die dir sinnvolle Ergebnisse liefert.

2. Siegel geben dir Sicherheit

Bestimmte Siegel können Aufschluss darüber geben, wie vertrauenswürdig eine Quelle ist. Im Bereich Gesundheit sind das vor allem die Siegel HON (Health On the Net) und afgis e. V. (Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem). Zu afgis haben sich Verbände, Unternehmen und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um die Qualität von Gesundheitsinformationen im Internet zu fördern. Zurzeit sind zehn Millionen Webseiten in 102 Ländern mit dem HONcode zertifiziert – einem Ehrenkodex, der Richtlinien erstellt und damit bestimmte Standards festsetzt. Auf der Seite von HON kannst du den diesbezüglichen Status eines Anbieters überprüfen. Fehlen diese Siegel, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass eine Seite unseriös ist. Der Gesamteindruck entscheidet. Außerdem kannst du mit dem Betreiber einer Website stets Kontakt aufnehmen und ihn nach solchen Siegeln fragen.

3. Aktualität und Autorenschaft prüfen

Da zum Beispiel in der Medizin viel geforscht wird, gibt es auch ständig neue Erkenntnisse. Das hat zur Folge, dass Informationen, die bereits einige Jahre alt sind, womöglich nicht mehr dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen oder falsch sind. Prüfe daher als Erstes das Erscheinungsdatum des Textes sowie eventuelle Aktualisierungen. Es ist wichtig, dass Inhalte regelmäßig gepflegt und geprüft werden. Ein weiteres gutes Zeichen sind Autoren, die mit ihrer Qualifikation namentlich genannt sind. Gefallen dir Texte der Autoren, kannst du auch gezielt nach weiteren Inhalten von ihnen im Netz suchen.

4. Inhalte erkunden

Sind Texte verständlich geschrieben und werden Fachbegriffe erläutert, spricht das ebenfalls für eine seriöse Seite. Werden Produkte oder Behandlungsmethoden vorgestellt, sollten auch Infos zu Nebenwirkungen, Risiken und Alternativen mit dabei sein. Handelt es sich um Produkte oder Methoden, die noch wenig erprobt sind, sollte auch darüber informiert werden. Insgesamt ist es immer gut, wenn Texte auf Studien bzw. wissenschaftlichen Arbeiten basieren und auch entsprechende Quellen angegeben sind. Sie können die Basis für deine weitere Recherche zum Thema bilden.

Ziehe stets verschiedene Seiten zurate – und suche zu genannten Institutionen, Autoren, Quellen, Experten etc. weiter im Netz. Wenn du so inhaltlich in die Tiefe gehst, verändern sich nämlich auch deine Suchergebnisse und mit einer breiten Recherche ist die Wahrscheinlichkeit größer, auf zuverlässige Fachinformationen zu stoßen, die dich weiterbringen.

5. Welche Absicht verfolgt die Seite?

Prüfe nach dem Lesen, welche Absicht die Internetseite mit dem Text verfolgt. Werden nur Informationen angeboten oder soll mit der Seite etwas Bestimmtes verkauft werden? Sind Verweise auf weiterführende Informationen, Selbsthilfegruppen oder Organisationen vorhanden und aktuell? Enthält die Seite deutliche Hinweise, dass die Informationen den Besuch beim Arzt nicht ersetzen? Anhand dieser Faktoren kannst du die Vertrauenswürdigkeit einer Webseite ebenfalls beurteilen. Sie sind Zeichen dafür, dass die Verfasser des Textes dich lösungsorientiert und verantwortungsvoll beraten wollen. Diese neutralen Infos helfen dir, anschließend eine persönliche Entscheidung zu treffen.

Infos für dich und den Arzt sammeln

Ärzte begrüßen es, wenn du dich als Patient auf seriösen Seiten informierst. Erzähle deinem Arzt ruhig offen von deinen persönlichen Erkenntnissen. Notiere dir Suchworte und lege ein Dokument mit deinen Rechercheergebnissen an. Diese Informationen kannst du zu deinem Arzttermin mitnehmen.

Zu vertrauenswürdigen Quellen, die Ärzte ihren Patienten selbst empfehlen, gehören das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG, die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV und die Bundesärztekammer BÄK. Auch wenn das Seiten für Mediziner sind, lohnt sich manchmal der Klick, um gute Informationen zu deinem Anliegen zu finden.

Vorsicht mit persönlichen Informationen

Bietet eine Seite die Möglichkeit, Fragen zu stellen, sei vorsichtig mit den Informationen, die du über dich preisgibst. Erzähle jemandem, den du gar nicht oder nicht gut kennst, generell nicht zu viele Details über deine Situation. Sei dir dabei stets bewusst, dass deine Informationen eventuell für andere Internetnutzer sichtbar sind. Denke bitte auch daran, dass du Antworten erhalten wirst, die vielleicht weitere Fragen aufwerfen oder sogar Zweifel und Ängste schüren können. Überlege dir, ob du das möchtest. Vor allem dann, wenn es um Informationen zu einer ernsthaften Erkrankung geht, solltest du dich immer auch von deinem Arzt beraten lassen.

Offen ansprechen, was dich bewegt

Viele Menschen suchen im Internet Gesundheitsinformationen zu Fragen, die sie Medizinern nie persönlich stellen würden. Warum eigentlich nicht? Traue dich ruhig und sprich mit deinem Arzt über alles, was dich bewegt. So ein Gespräch wird vielleicht deine Internetsuche verändern, weil du neue Stichworte oder Ideen erhältst. Recherchierst du dann auf dieser Basis im Internet, bekommst du eventuell wertvolle Seiten angezeigt, die du sonst gar nicht gefunden hättest.

Hast du bereits eine Diagnose erhalten und möchtest gerne eine Zweitmeinung einholen? Wir sind an deiner Seite und unterstützen dich aktiv dabei. Unser Arztnavigator und der Krankenhausnavigator helfen dir, den passenden Spezialisten in deiner Nähe zu finden. In unseren AOK-Expertenforen findest du wertvolle Tipps von unseren kompetenten Fachleuten. Außerdem berät dich unser Informationsdienst AOK-Clarimedis als AOK-Mitglied kostenfrei zu allen Gesundheitsfragen – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.