Vom guten Gefühl, eine Rabenmutter zu sein
Familienleben

Vom guten Gefühl, eine Rabenmutter zu sein

Wenn man sich als junge Mutter mit dem Wiedereinstieg in den Beruf befasst, neigt man dazu, seine Unsicherheit mit Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern zu besprechen und sich Rat und Hilfe zu holen. Was dann kommt, kennen die meisten, die dies schon hinter sich haben, sehr gut. Die Unsicherheit ist noch gewachsen und die Argumente, warum man sich jetzt erst recht richtig schlecht fühlt, stehen übermächtig im Raum.

Die ältere Generation besteht stereotyp darauf, dass man möglichst lange zu Hause bleiben solle, Freunde – vor allem die kinderlosen – machen sich Gedanken, an welch schreckliche Betreuerinnen man doch immer wieder geraten könne und welch schlimme Folgen dies alles für die Kinder im Allgemeinen und das eigene im Speziellen haben werde.

Nun wollte man sich eigentlich Hilfe holen, steckt aber noch viel tiefer in seinem Gefühl, doch eigentlich eine Rabenmutter zu sein oder auch gleich Rabeneltern, weil der Partner das Vorhaben, wieder in den Beruf zurückzukehren, unterstützt.

Pragmatische Argumente, wie der schlichte Bedarf an mehr Haushaltseinkommen, um den vorkindlichen Lebensstandard wenigstens in weiten Teilen beibehalten zu können und vor allem auch dem Kind ein glückliches und vergleichbar sorgenfreies Umfeld zu schaffen, geraten in den Hintergrund.

Was aber heißt eigentlich, Rabeneltern zu sein?

Der Ausdruck „Rabeneltern“ bezeichnet im Volksmund gemeinhin Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen. Eigentlich ist dieser abwertende Gebrauch aber Unsinn. Zwar verlassen die Jungvögel in der Tat das Nest, werden aber nicht, wie angenommen, rausgeworfen und die Eltern überlassen diese auch nicht ihrem Schicksal. Was passiert also? Die kleinen Raben sind am Boden und lernen ihre Umgebung kennen, werden aber weiterhin von den Eltern beschützt und mit allem, was zum Überleben nötig ist, versorgt. Ein Vorgehen also, dass mit dem überdurchschnittlich ausgeprägten Sozialverhalten von Rabenvögeln in Einklang steht und die Rabenkinder bereits für das spätere, eigenverantwortliche Leben fit macht.

Rabeneltern zu sein ist keine Schande

Wenn Eltern also fortschrittlicher, deutscher Realität entsprechen und für ihre Kinder eine Betreuungsmöglichkeit suchen, um wieder arbeiten zu können, lässt dieser Prozess im Grunde auch ihre Kinder selbstständiger und alltagstauglicher werden. In diesem Sinne verstanden ermöglichen Rabeneltern ihren Kindern einen geschützten Freiraum für eigene Entdeckungen und Erfahrungen und fördern so deren spätere Eigenständigkeit – Rabeneltern machen also eine ganze Menge richtig!

Weitere Tipps für einen sicheren Kinder-Alltag und Informationen falls doch mal was passiert ist hält die AOK Hessen unter folgendem Link bereit: www.familie.hessen.aok.de