Schule und Büro: Wann gibt es eigentlich Hitzefrei?
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Schule und Büro: Wann gibt es eigentlich Hitzefrei?

Das Highlight im Sommer: die Verkündung von Hitzefrei! Doch Hitzefrei gibt es in Schule und Büro nicht einfach nach Gutdünken. Ob der Unterricht ausfällt oder ob du früher in den Feierabend kannst, ist an bestimmte Regeln gebunden. Grundvoraussetzung ist, dass entweder die Außentemperatur (im Schatten gemessen) oder die Innentemperatur einen bestimmten Grenzwert erreicht oder überschritten haben.

Hohe Temperaturen – wie reagieren Körper und Geist?

Warme Sommertage locken uns raus in die Natur und an die frische Luft. Wir können entscheiden, ob wir im Wasser oder in der Sonne baden. Regelmäßige Abkühlung hilft uns in der Freizeit, einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch was ist in der Schule und im Büro? Starke Hitze kann uns zusetzen – sowohl geistig als auch körperlich. Wir sind weniger leistungsfähig und die Konzentration fällt uns schwer. Manch einer kämpft mit Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen, Schwindel oder sogar Übelkeit. Ab einer gewissen Temperatur sind Schule und Büro weder produktiv noch zumutbar. Doch Hitzefrei muss es deswegen noch nicht geben.

Hohe Temperaturen in der Schule – ab wann gibt es Hitzefrei?

Bis 1999 gab es noch eine bundesweite Regelung in Schulen: Die Schüler hatten ab einer Raumtemperatur von 27 Grad Celsius ein Recht auf Hitzefrei. Diese Regelung gibt es heute nicht mehr. Jedes Bundesland entscheidet selbst. In Hessen zum Beispiel kann die Schulleitung nach eigenem Ermessen festlegen, ob sie die Unterrichtszeiten bei hohen Temperaturen verkürzt. Herrschen bereits um 10 Uhr morgens Temperaturen von über 25 Grad Celsius im Schatten, kann die Schulleitung Maßnahmen ergreifen. Die Lehrer können dann unter anderem den Unterricht an kühlere Orte verlegen oder mit den Schülern kleine Ausflüge machen.

Echtes Hitzefrei ist in der Schule allerdings heutzutage schwierig. Denn insbesondere Ganztagsschulen haben eine Betreuungspflicht. Sie dürfen Kinder erst nach Rücksprache mit den Eltern nach Hause schicken. Schließlich müssen die Schüler sicher nach Hause gelangen und dort Betreuung finden. Ist das nicht möglich, fällt der Unterricht zwar aus, doch die Schulen bieten weiterhin ein betreutes Alternativprogramm an. Übrigens betrifft Hitzefrei in der Regel nur die jüngeren und mittleren Jahrgänge. Für Schüler ab der Sekundarstufe 2 geht der Unterricht meist regulär weiter.

Zu warm zum Arbeiten – gibt es Hitzefrei auch im Büro?

Auch im Büro gibt es kein gesetzliches Recht auf Hitzefrei. Doch im Arbeitsrecht finden wir Empfehlungen und Regelungen zum Umgang mit hohen Temperaturen. Die Arbeitsstättenverordnung schreibt vor, dass die Raumtemperaturen zum Schutz der Gesundheit nicht über 26 Grad Celsius steigen sollte. Bei über 30 Grad Celsius Raumtemperatur ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um die Arbeitnehmer zu schützen.

So kann er zum Beispiel Sonnenschutzsysteme wie Jalousien installieren, um direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Die Räume bleiben dadurch länger kühl. Klimageräte helfen, die Temperatur im Raum zu senken, und sorgen für eine angenehme Luftfeuchtigkeit. Alternativ kann dein Arbeitgeber dir auch einen kühleren Arbeitsort zur Verfügung stellen. Arbeitest du draußen, solltest du die Möglichkeit haben, dich im Schatten aufzuhalten, und ausreichend Getränke zur Verfügung haben. Erst wenn all diese Maßnahmen nicht weiterhelfen, kann dich dein Arbeitgeber für den Rest des Tages von der Arbeit freistellen.

Einen kühlen Kopf bewahren – das kannst du tun

An heißen Tagen solltest du morgens, wenn es noch kühl ist, gut lüften. Anschließend schützt du die Räume vor direkter Sonneneinstrahlung, damit sie sich weniger schnell aufheizen können. Passend zum Tätigkeitsbereich kannst du luftige, atmungsaktive Kleidung wählen. Außerdem solltest du den ganzen Tag über regelmäßig Wasser trinken und auf leichte Speisen wie Obst und Gemüse zurückgreifen. Hast du eine Gleitzeitregelung, kannst du an heißen Tagen schon früher zur Arbeit gehen und anschließend vom guten Wetter profitieren. An erster Stelle gilt jedoch: viel trinken, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Hitzebeschwerden ernst nehmen

Für Kinder und Erwachsene gilt: Hitzebeschwerden wie Übelkeit oder Kreislaufprobleme solltest du sehr ernst nehmen. Insbesondere für Schwangere und ältere Menschen ist bei hoher Hitze Vorsicht geboten. Fühlst du dich bei den hohen Temperaturen schlecht, solltest du einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Dehydration kann ernsthafte Folgen haben und muss umgehend behandelt werden. Beachte, dass dein Körper bei hohen Temperaturen viel Wasser benötigt, um einen gesunden Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten.

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Gute Gesundheit und einen schönen Sommer wünscht deine AOK Hessen.