Warum das Wochenbett wieder Wochenbett sein sollte
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Warum das Wochenbett wieder Wochenbett sein sollte

Junge Mütter stehen heutzutage vor Herausforderungen, die vor 30 Jahren so nicht bekannt waren. Mütter sollen alles gleichzeitig können und vor allem tun. Kinder auf die Welt bringen, schnell wieder in ihre Kleidung passen, die sie trugen, als sie 16 waren, so gepflegt und frisch aussehen, als kämen sie gerade aus dem Wellnessurlaub und den Haushalt und die Karriere machen sie sowieso mit links. Dazu sind sie hervorragende Köchinnen und perfekte Gastgeberinnen.

Die Medien gaukeln es der Leserschaft vor, die Protagonistinnen der Yellow Press, ob Schauspielerin oder nur Gattin, sind die Überfrauen. Gerne wird dabei vergessen, dass sie oftmals über einen ganzen Stab an Hilfskräften verfügen, die ihnen das Leben erleichtern.

An der Stelle soll eine Lanze gebrochen werden, für ‚die‘ Frau, die sich direkt nach der Entbindung nach Hause entlässt, weil sie weiß, dass ihr Mann mit dem Haushalt nicht parat kommt. Ein Hoch auf die Frau, die einfach mal feststellt, dass sie gerade überfordert ist und sich Hilfe bei Nachbarn und Freunden holt. Ein Hoch auf die Mutter von drei Kindern, die es einfach zeitlich nicht geschafft hat, für den Kindergeburtstag selber einen Kuchen zu backen. Ein Hoch auf die jungen Eltern, die ein Wochenbett noch ein Wochenbett sein lassen.

Der Begriff Wochenbett rührt daher, dass Mutter und Kind im Prinzip eine Woche kuschelnd im Bett zubrachten. Das stärkt die Mutter-Kind-Bindung und gibt der Mutter nach der extremen körperlichen Anstrengung der Geburt die notwendige Zeit der Regeneration. Die jungen Mütter, die Wöchnerinnen, sollten sich nach der Geburt schonen und auch die junge Familie sollte nicht sofort mit Besuchen überfallen werden.
Sie werden sich sicher über Karten und kleine Geschenke freuen, aber noch mehr vermutlich über das Abwarten der guten Freunde, wann ein Besuch auch für das neue Erdenbürgerlein passt und wie den jungen Eltern unter die Arme gegriffen werden kann.

Liebes Umfeld, überrennt die frischgebackenen Eltern nebst Baby nicht und wartet ab, wann ein Besuch passt. Und wenn eine Inaugenscheinnahme des kleinen Menschen passt, bitte bleibt nur ein Stündchen. Und spart euch bitte alle gut gemeinten Ratschläge zu Erziehung, Stillen, Wickeln und Ernährung – es sei denn, ihr werdet gefragt.
Liebe Mütter, nehmt euch die Zeit, wieder zu Kräften zu kommen, werft eure guten Gastgeberinnenmanieren über Bord und lasst den Kuchen für den Besuch einfach Kuchen sein! Ihr müsst nicht perfekt sein!
Liebe junge Familie, nehmt euch die Ruhe, die ihr braucht, um in eurem neuen Leben zu dritt, zu viert oder auch schon zu fünft anzukommen.

Wir, die AOK Hessen, tragen mit unseren Extraleistungen für Schwangere gerne auch unseren Teil bei. In einem Familienzimmer bzw. Ein- oder Zweibettzimmer erholt es sich für Mutter und Neugeborenes nach der Entbindung deutlich besser, als in einem Vierbettzimmer. Mehr Infos gibt’s hier: http://www.aok.de/hessen/leistungen-service/leistungen-und-beitraege-extra-leistungen-fuer-schwangere-218203.php