Warum lassen wir uns stressen?
Körperwissen

Warum lassen wir uns stressen?

Stress war und ist nicht nur negativ; Er hat den Menschen seit jeher geholfen, in Extremsituationen zu funktionieren und zu überleben. In Stresssituationen schüttet der Körper Hormone wie beispielsweise Adrenalin, Dopamin oder Cortisol aus. Der Körper ist total angespannt, wir fokussieren uns auf das Wesentliche und die Sinneswahrnehmung wird geschärft.

Das Freiwerden von Energiereserven hilft uns beispielsweise dabei, einen Unfall auf der Autobahn zu verhindern oder trotz einer schweren Verletzung noch kilometerweit zu laufen, um Hilfe zu erreichen. Doch die Dosis macht das Gift: Zu viel von etwas Gutem kann auch negative Auswirkungen haben – hier auf die Gesundheit. Und das gilt besonders für Stress. Kurzzeitig zu überdrehen ist okay, aber langfristig leiden Körper und Geist.

Der alltägliche Stress

Viele Menschen reagieren bei weitem nicht nur in unmittelbaren Gefahrensituationen mit der Ausschüttung von Stresshormonen. Eine anstehende Prüfung, ein wichtiges Meeting oder eine Abgabe können ebenfalls Stress verursachen. Und das meistens über einen längeren Zeitraum. Schlafstörungen, Angespanntheit und Unzufriedenheit sind typische Begleiterscheinungen. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt und der Stoffwechsel gerät aus den Fugen. Und das ist alles andere als gesund.

Auch auf die Heilung etwaiger Vorerkrankungen wirkt sich Stress negativ aus. Türmt sich die Arbeit, weil man krankheitsbedingt ein paar Mal ausgefallen ist, neigen viele dazu, zu früh an den Schreibtisch zurückzukehren. Das Ergebnis ist, dass die Krankheit nicht komplett auskuriert werden kann und die Leistungsfähigkeit nicht zu 100 % gegeben ist. Dies kann zu einem Teufelskreis führen. Wer nun versucht, den Stress durch Rauchen, Alkohol oder Tabletten zu bekämpfen, wird auf Dauer das Gegenteil erreichen.

Stress richtig abbauen, aber wie?

Körperliche Betätigung hilft beim Abbau von Stresshormonen. Ein Spaziergang an der frischen Luft, Fahrradfahren oder Schwimmen wirken Wunder und machen den Kopf frei. Die Konzentration auf die Bewegung bewirkt, dass man auf andere Gedanken kommt. Ein gutes Buch, autogenes Training oder Massagen sind ebenfalls perfekte Methoden zum Entspannen. Aber all diese Aktivitäten nehmen viel Zeit in Anspruch; Zeit, die ja besonders in stressigen Situationen fehlt. Gibt es denn auch etwas für zwischendurch?

Ja, gibt es! Diverse Entspannungs- und Atemtechniken sowie Yoga-Übungen können problemlos in der Mittagspause oder zwischendurch am Arbeitsplatz durchgeführt werden. Diese kurzen Momente reichen meist bereits aus, um den Stresslevel merklich zu senken. Wir von der AOK Hessen bieten verschiedene Entspannungskurse an, in denen du solche Techniken erlernen kannst.