Was brauchst du wirklich? 4 Tipps für einen minimalistischen Lebensstil
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Was brauchst du wirklich? 4 Tipps für einen minimalistischen Lebensstil

Weniger und dafür bewusster konsumieren – das steckt hinter dem modernen Minimalismus. Ausmisten bringt Freude und Freiheit ins Leben. Denn wer viel besitzt, braucht auch viel Stauraum und muss häufig aufräumen. Das Entrümpeln sorgt nicht nur für Ordnung. Wenn wir uns von Altem oder Überflüssigem trennen, können wir auch innerlich loslassen und Ballast abwerfen. Das kann befreiend wirken und mehr Wohlbefinden in dein Leben bringen.

Woher kommt der Minimalismus?

„Minimalismus“ ist ursprünglich ein Begriff aus der Kunst. Als Gegenbewegung zu den abstrakten und aufwendigen Werken der expressionistischen Künstler reduzierten die Minimalisten ihre Werke Anfang der 1960er Jahre auf wenige Farben und Formen. Heute verstehen wir darunter auch eine Gegenbewegung zur Konsumwelt. Minimalismus ist eine Lebenshaltung. Statt sich mit unnötigen Dingen zu umgeben, konzentrieren sich Minimalisten auf das Wesentliche. Im Zentrum steht ein nachhaltiger Lebensstil mit einem Bewusstsein für Ressourcen und Umwelt.

Es geht darum, sich von Ballast zu trennen und neue Wertschätzung für das zu finden, was im Leben wirklich zählt. Denn häufig sind es doch die kleinen und einfachen Dinge, die uns echte Freude bereiten. Überflüssiges lässt sich verschenken, tauschen oder spenden. So machen wir anderen eine Freude. Worauf man verzichten kann oder möchte, sollte dabei jeder ganz für sich entscheiden. Denn Glück und Erfüllung sind individuelle Empfindungen. Unsere vier Tipps geben dir Inspiration, wo du beim Entrümpeln ansetzen kannst.

Tipp 1: Mehr Lieblingsteile statt Wegwerfmode

Fast Fashion – so heißt der Modetrend hin zu ständig neuen Kollektionen zu günstigen Preisen. Dabei sinkt auch die Qualität der Ware und die Lebensdauer der Kleidungsstücke verkürzt sich. Wo es früher noch hieß „das kommt wieder“, landen heute immer mehr Textilien kaum bis gar nicht getragen im Altkleidercontainer oder im Müll. Kleidung wird zur kurzlebigen Wegwerfware. Minimalismus muss hier gar nicht weh tun, denn laut Greenpeace liegen knapp 40 Prozent unserer Kleidung selten bis gar nicht genutzt im Schrank herum. Frage dich also: Was sind deine echten Lieblingsteile und entrümpele einmal im Jahr deinen Kleiderschrank. Hast du ein Kleidungsstück zwölf Monate lang nicht getragen, kannst du dich getrost davon verabschieden. Achte beim Neukauf auf Qualität und prüfe deine Kaufentscheidungen zweimal. Gut Erhaltenes kannst du auf Secondhand-Plattformen wie Kleiderkreisel oder Mamikreisel verkaufen. Oder du suchst in Flohmarkt-Apps wie Shpock, eBay Kleinanzeigen oder auf Tauschbörsen wie nebenan.de oder tauschticket.de nach neuen Besitzern, die daran Freude haben.

Tipp 2: Lebensmittel achtsam kaufen und genießen

Laut Verbraucherzentrale landen in Deutschland pro Person im Schnitt 75 Kilogramm Lebensmittel ungenutzt in der Mülltonne. Vieles davon wäre noch bedenkenlos essbar gewesen. Doch oft kaufen wir einfach zu viel ein oder die Lebensmittel verderben zu Hause. Indem du Obst und Gemüse richtig lagerst und dir eine kluge Vorratshaltung antrainierst, kannst du der Verschwendung entgegenwirken. Schreibe dir außerdem vor dem Einkaufen eine Liste mit allem, was du wirklich brauchst. Wenn du Obst und Gemüse beim Kochen möglichst vollständig verwendest, wirfst du weniger weg. Wusstest du zum Beispiel, dass das Gemüsegrün vieler Pflanzen essbar ist?

Wochenmärkte und sogenannte Unverpacktläden ermöglichen dir, regional und nachhaltig in kleinen Mengen einzukaufen. Außerdem kannst du deine Haltung gegenüber Lebensmitteln verändern, indem du achtsam kochst und bewusster genießt. Nimm dir mehr Zeit fürs Zubereiten und Essen. Achte dabei bewusst auf den Geschmack und wann sich dein Sättigungsgefühl einstellt.

Tipp 3: Teilen ist das neue Besitzen

Der Trend zum Teilen erobert unsere Gesellschaft. Ob Bohrmaschine oder Gartengeräte – viele Dinge benutzen wir so selten, dass wir sie gar nicht selbst besitzen müssen. Immerhin brauchen wir dann auch den Platz, um sie unterzustellen, und Geld, um sie in Stand zu halten. Stattdessen kannst du bestimmte Geräte mit Nachbarn oder Angehörigen teilen. Jeder kauft etwas – vielleicht sogar gebraucht – und ihr leiht euch zum Beispiel Werkzeuge gegenseitig, wenn ihr sie benötigt. Wenn mal etwas kaputtgeht, musst du es nicht gleich ersetzen. In Repair-Cafés findest du talentierte Experten, die kleine Schäden für kleines Geld beheben können. Bei der Suche nach einem Repair-Café in deiner Nähe helfen zum Beispiel repaircafe.org oder reparatur-initiative.de.

Das Teilen funktioniert übrigens auch mit größeren Dingen wie einem Garten. Dafür steht zum Beispiel der Trend Urban Gardening, bei dem sich Menschen treffen, um auf brachliegenden innerstädtischen Flächen gemeinschaftlich Gärten anzulegen. So kannst du Obst und Gemüse selbst anbauen und jeweils nur das ernten, was du wirklich brauchst.

Tipp 4: Bewusst mit Zeit und Geld umgehen

Minimalismus beschränkt sich nicht nur auf Einkaufsgewohnheiten und materielle Güter. Er bezieht sich auch auf die Arbeitswelt und die Art und Weise, wie wir mit unserer Zeit umgehen. Immer mehr Menschen kehren ständigem Stress, überfüllten Kalendern und Schreibtischen den Rücken zu. Sie arbeiten weniger, um mehr Zeit für Hobbys und Familie zu haben. Oder sie gönnen sich Auszeiten, um persönlichen Träumen nachzugehen. Für häufigere Glücksmomente nehmen sie auch ein geringeres Einkommen in Kauf. Denn: Wer weniger Dinge kauft, gibt automatisch auch weniger aus und braucht so auch weniger Geld.

Das Prinzip des Ausmistens lässt sich außerdem wunderbar auf die eigenen Finanzen übertragen. Verschaffe dir zum Beispiel einmal im Jahr einen Überblick über deine Ausgaben und frage dich: Möchte ich dafür wirklich Geld ausgeben? Lohnt sich das Abo noch? Benötige ich bestimmte Versicherungen wirklich, oder gibt es eine günstigere Alternative? Ein bewusster Umgang mit Zeit und Geld kann dir so neue Freiheit verschaffen und neue Möglichkeiten bieten.

In welchen Bereichen du dein Leben bewusster und minimalistischer gestalten möchtest, entscheidest alleine du. Am besten beginnst du mit dem Tipp, der dich beim Lesen am meisten angesprochen hat. Versuche nicht gleich, alles auf einmal umzusetzen. Denn auch schon kleine Veränderungen können eine ganz große Wirkung entfachen.

Suchst du nach weiteren Impulsen zum Thema Minimalismus? Dann entdecke auch unsere Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil und erfahre, wie du richtig aufräumst und mit Upcycling kreative Geschenke bastelst.

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Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.

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