Wenn Stress krank macht: Unterschied zwischen Eustress und Distress
Körperwissen

Wenn Stress krank macht: Unterschied zwischen Eustress und Distress

Die steigende Zahl von Burnout-Patienten spricht eine eindeutige Sprache: Stress ist kein gelegentlich auftretendes Phänomen mehr, sondern ist allzeit präsent. Zu enge Zeitfenster, zu viele Aufgaben, zu viel Leistungsdruck und dazu noch zu wenig Zeit zum Ausspannen.

Wo gelegentlicher Stress noch positive Effekte hat, wird eine Dauerbelastung irgendwann unerträglich – man wird krank. Um dem vorzubeugen, ist es wichtig, die verschiedenen Stressfaktoren zu kennen.

Stressfaktoren, auch Stressoren genannt

Neben physikalischen Stressfaktoren, wie Kälte, Hitze oder Lärm, und körperlichen, wie Schmerzen, Hunger oder Durst, gibt es mentale und soziale Stressoren. Diese sind üblicherweise für durch Stress ausgelöste gesundheitliche Probleme verantwortlich.

Mentale Stressoren

Diese haben vor allem mit der individuellen Situation zu tun. Die täglichen Leistungsanforderungen, denen man im Berufs-, aber auch Privatleben ausgesetzt ist, sind z. B. Prüfungssituationen, Zeitdruck, Überforderungsgefühle oder das Gefühl, eine große Verantwortung zu tragen.

Soziale Stressoren

Zwischenmenschliche Konflikte sind bei vielen Menschen die häufigsten Stressfaktoren. Unser Lebensumfeld zwingt uns, mit vielen verschiedenen Personen auskommen zu müssen. Dies ist im privaten wie im beruflichen Umfeld unabdingbar. Ungelöste Probleme, Konkurrenz, Trennungen und Verlusterfahrungen, aber auch Vereinsamung können zu Stress führen.
Sehr unterschiedliche Anforderungen können also Stressauslöser sein – müssen es aber nicht. Das heißt, Anforderungen lösen nicht zwangsläufig jedes Mal eine Stressreaktion aus. Aufgaben, die du im Vorfeld gut einschätzen und lösen kannst, bewirken positive Reaktionen, auch wenn du dich für das Erledigen anstrengen musst. Aufgaben, die zu Unsicherheiten führen, bewirken dagegen oft negative Stressempfindungen.

Wie Engel und Teufel – Disstress und Eustress

Disstress wird auch als negativer Stress bezeichnet. „Dis“ ist eine lateinische Vorsilbe und steht für „schlecht“. Er ist mit all seinen negativen körperlichen, geistigen und seelischen Folgen für den Betroffenen über einen längeren Zeitraum derart belastend, dass er schließlich zu einem Burnout führen kann.

Eustress ist von einer griechischen Vorsilbe abgeleitet. „Eu“ steht für „gut“. Diese Art von Stress wird in der Regel nicht als Belastung empfunden. Es handelt sich dabei meist um Tätigkeiten, die einem besonders viel Spaß machen und die man mit großer Leidenschaft ausführt. Hier kann Stress belebend wirken und die Leistungsfähigkeit sogar befördern.

Methoden zur Stressbewältigung

Es gibt keine allgemein gültige Lösung zum Umgang mit Stress, dies ist immer sehr individuell. Die möglichen Methoden müssen den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden, damit sie optimal wirken.

Zur effektiven Stressbewältigung kann man zuerst bei den Stressoren ansetzen und damit das Umfeld verändern. Man kann die Summe der Stressoren (Stressdosis) verringern, indem man einige davon ausschaltet, reduziert oder vermeidet.
Ein anderer Ansatz liegt bei dir selbst, du musst dich selbst verändern. Hierzu dienen die diversen Stressbewältigungsmethoden. Durch langfristige Stressbewältigungsmethoden kannst du stressstabiler werden, indem du deine Belastbarkeit durch aktive Entspannung erhöhst, positives Verhalten aufbaust und die Bewertung der Stresssituation veränderst. Wenn trotzdem eine Stresssituation eintritt, solltest du deine Erregung reduzieren, um eine emotionale Aufschaukelung zu verhindern.

Zeit für dich – Wege zur inneren Ruhe

Noch ein paar Vorschläge zur Selbsthilfe, vielleicht passt ja etwas zu dir: kurze Pause einlegen, Joggen oder allgemein Bewegung, Abreagieren durch Schreien (ja, meinen wir ernst, empfehlen aber einen Ort, an dem du allein bist!), Reisen, über Probleme reden und schwierige Herausforderungen rechtzeitig einschätzen lernen, um sich darauf vorbereiten zu können.

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