Werte heute: Das ist Familien wichtig
Familienleben

Werte heute: Das ist Familien wichtig

Wer sich mit dem Begriff „Werte“ auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, Werte allgemeingültig zu definieren. Man unterscheidet geistige, sittliche, religiöse und private Werte. Diese variieren je nach kultureller und familiärer Herkunft jedoch mitunter stark – auch wie sie vermittelt werden, hängt sehr vom persönlichen Umfeld eines jeden Einzelnen ab. Moderne Werte wie Nachhaltigkeit oder Achtsamkeit ergänzen heute zudem die klassischen.

Werte sind die Grundlage für ein funktionierendes soziales Umfeld. Sie definieren die notwendigen Verhaltensweisen in bestimmten Situationen und sind Leitlinie zur Bewertung dessen, was man im Leben schätzt und als wichtig empfindet. In der Kindheit vermittelte Werte prägen den Menschen ein Leben lang und dienen innerhalb des jeweiligen sozialen Umfeldes als Orientierungspunkt.

Werte vermitteln, aber wie?

Wie also nun innerhalb der eigenen Familie Werte vermitteln und dabei noch die richtigen herausfiltern? Grundsätzlich ist hierbei der Ansatz, Werte als Begriff zu erlernen, also regelrecht zu pauken, völlig falsch. Werte sind nur dann zu vermitteln, wenn sie von Eltern vorgelebt werden. Denn deren Vorbildfunktion und ggf. anderer Familienmitglieder ist die Basis zur Entwicklung eines stabilen Wertesystems und damit auch eine große Verantwortung. Das Elternhaus hat mit den größten Einfluss auf das Wertempfinden von Kindern. Da heißt es, mit gutem Beispiel voranzugehen: Wer beispielsweise selbst schlecht über Nachbarn oder Kollegen spricht, wird seinem Kind kaum glaubhaft die Wertschätzung gegenüber anderen Menschen vermitteln können. Wer aber andersherum in bestimmten Situationen seine Hilfe anbietet, zum Beispiel eine ältere Dame über die Straße begleitet, lebt seinem Nachwuchs Mitgefühl und Nächstenliebe vor.

Welche Werte sind die richtigen?

Es ist sehr schwer, festzulegen, welche Werte für den Einzelnen zutreffend sind. Insbesondere Kinder werden von außen häufig von einem eher materiell geprägten Wertesystem beeinflusst. Daher ist es besonders wichtig, dem Nachwuchs ein starkes eigenes Wertesystem vorzuleben, das ihn zu eigenen Entscheidungen und Bewertungen befähigt. Dazu gehört auch, die erlernten Werte aus dem eigenen Elternhaus kritisch zu hinterfragen und zu entscheiden, welche davon man an seine Kinder weitergeben möchte, und eine klare Haltung einzunehmen.

Alltagssituationen helfen

Wo also ansetzen? Gerade Alltagssituationen bieten reichlich Möglichkeiten, Werte vorzuleben. Wenn Kinder sich um das letzte Fischstäbchen zanken, zeigt man, wie teilen geht, und vermittelt dieses als selbstverständlich. Wenn Kinder sich über das Aussehen eines anderen Kindes auslassen, sollte man die Chance nutzen und den Fokus darauf lenken, den Charakter in den Vordergrund zu rücken und nachzufragen, wie das Kind denn sonst so ist: nett, freundlich, hilfsbereit? So wird Toleranz vorgelebt und vermittelt und gleichzeitig auf die wichtigen Aspekte verwiesen, die einen Menschen ausmachen.

Am Ende doch eine Liste

Manche Werte sind dir inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen, so dass sie dir kaum bewusst sind. Was ist mit Werten wie Freundschaft, Verantwortung, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Fairness, Gerechtigkeit, Tradition, Beständigkeit, Liebe, Herzlichkeit, Toleranz, Taktgefühl, Rücksichtnahme und auch ein bisschen Disziplin? Vielleicht lohnt es sich, darüber mal nachzudenken.

Werte prägen unsere Gesellschaft und sind deshalb so wichtig – mehr denn je.