Wie Akne entsteht – das passiert in unserer Haut
Körperwissen

Wie Akne entsteht – das passiert in unserer Haut

Unsere Haut ist vielschichtig und sagt eine Menge über uns aus. Akne und Hautunreinheiten wie Mitesser oder Pickel können hartnäckig sein und an unserem Selbstbewusstsein nagen. Dabei ist Akne kein Zeichen mangelnder Hautpflege. Sie ist eine der weltweit häufigsten Hautkrankheiten und entsteht durch eine Entzündung der Talgdrüsen unserer Haut. Ein Blick in die Haut hilft, die Entstehung von Akne besser zu verstehen.

Akne oder Pickel – was ist der Unterschied?

Pickel, Mitesser oder Akne – in unserem täglichen Sprachgebrauch kennen wir zahlreiche Worte für die Unreinheiten in unserer Haut. Bedeutet ein Pickel immer auch gleich, dass du an Akne leidest? Nein, ein oder zwei Pickel machen noch keine Akne. Bei Mitessern handelt es sich um verstopfte Poren, bei denen Talg nicht mehr richtig abfließen kann. Ein Pickel kann aus einem Mitesser entstehen, wenn die Talgablagerungen zusätzlich mit Bakterien in Verbindung kommen. Bei regelmäßig wiederkehrenden, entzündlichen Pickeln sprechen wir von Akne.

Manchmal hat ein Pickel einen dunklen Fleck. Dabei handelt es sich nicht um Schmutz, sondern um eine Konzentration von Melanin, das sich beim Kontakt mit Sauerstoff verdunkelt. Dieses Pigment ist zuständig dafür, dass sich unsere Haut und unser Haar färben.

Zu viel Talg – wie sich ein Pickel bildet

Unsere Haut verfügt über eine Vielzahl von Drüsen, die Talg und Hautöle produzieren. Diese dienen dazu, Haut und Haar geschmeidig zu halten und zu schützen. Wenn die Haut zu viel Talg produziert oder sich kleine Hautschüppchen über die feinen Talgkanäle schieben, können diese verstopfen. Die Folge: Der Talg kann nicht mehr richtig abfließen und ein Mitesser entsteht. Im überschüssigen Talg können sich nun leicht Bakterien ansiedeln, was dazu führt, dass sich der Pickel entzündet. Die Bakterien vermehren sich, zersetzen den Talg und setzen dabei Fettsäuren frei, die das umliegende Gewebe reizen können.

Finger weg vom Pickel – ausdrücken hat Folgen

Unter der Haut ist einiges los! Wenn du einen Pickel an der Hautoberfläche bemerkst, reicht die Ursache oft sehr viel tiefer. Bestimmt kannst du dir vorstellen, was nun unter der Haut passiert, wenn du versuchst, einen Pickel auszudrücken: Der entzündliche Inhalt gerät durch den Druck noch tiefer in die Haut. Die Entzündung kann so auf umliegendes Gewebe übergreifen. Der Pickel vergrößert sich und die Entzündung verschlimmert sich. Infolgedessen können sich Pusteln und Knötchen bilden, die sich an Verhärtungen unter der Haut erkennen lassen. Daher ist es besonders wichtig, Akne-Pickel unter hygienischen Bedingungen zum Beispiel im Kosmetikstudio oder in der Hautarztpraxis öffnen zu lassen.

Dieser Hintergrund hilft zu verstehen, warum fetthaltige Pflegeprodukte bei Akne problematisch sind: Sie können die Ausgänge der Talgdrüsen noch weiter verstopfen und die Ausbreitung der Akne weiter fördern. Im Übrigen tritt Akne besonders häufig im Gesicht, am Dekolleté oder am oberen Rücken auf, da die Konzentration von Talgdrüsen in der Haut hier am höchsten ist.

Nicht nur in der Pubertät – die verschiedenen Arten von Akne

Akne ist die Hautkrankheit Nummer Eins bei Jugendlichen. Sie tritt besonders häufig auf, wenn sich in der Pubertät der Hormonhaushalt verändert. Doch es gibt noch weitere Typen von Akne. Sogar Babys können davon betroffen sein. Die sogenannte Babyakne kann bei Neugeborenen in den ersten Wochen nach der Geburt auftreten. Sie ist jedoch harmlos und verschwindet meist von alleine wieder.

Auch im Erwachsenenalter kann Akne noch auftreten. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. In den meisten Fällen lässt sich die Akne auf erhöhten Stress oder Umwelteinflüsse zurückzuführen. Darüber hinaus gibt es auch noch die häufig juckende Sommerakne, auch Mallorca-Akne genannt. Das ist eigentlich ein Sonnenekzem als Reaktion der Haut auf UV-Strahlung in Kombination mit fetthaltiger Sonnencreme. Tritt diese Form von Akne bei dir auf, solltest du auf einen passenden Sonnenschutz achten und direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden.

Richtig heilen, Narben vermeiden

Eine der häufigsten Sorgen von Akne-Patienten gilt der Narbenbildung. Erholt sich die Haut nach der Krankheit, ohne dass die Akne bleibende Spuren hinterlässt? Prävention ist von Anfang an das A und O. Schon beim Auftreten erster Anzeichen von Akne solltest du zum Arzt gehen, um eine Verschlimmerung zu verhindern. Widerstehe der Versuchung, den Pickel auszudrücken. Dadurch kann noch mehr Gewebe Schaden nehmen und die Entzündung kann sich vertiefen. Achte außerdem darauf, die Wundheilung nicht durch Kratzen oder Reiben zu stören. Heilt die Wunde möglichst schnell und vollständig ab, verringert sich auch das Risiko einer Narbe.

Je früher du zum Hautarzt gehst und eine individuelle Therapie erfolgt, umso größer sind die Chancen auf einen gemäßigten Verlauf der Akne.

Generell gilt: Es ist gut, auf seine Haut zu achten und ein Verständnis für seine Haut zu bekommen. Mit unserem Vorsorgeprogramm für Hautkrebs können Frühstadien von bösartigen Hauterkrankungen entdeckt werden. Wir übernehmen ab 35 Jahren alle zwei Jahre die Kosten der Untersuchung bei Haus- und Hautärzten.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen!

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