Wie wirkt eigentlich Acetylsalicylsäure (ASS)?
Wirkstoffglossar

Wie wirkt eigentlich Acetylsalicylsäure (ASS)?

Acetylsalicylsäure – das klingt erst mal sehr kompliziert und abstrakt, aber jeder in Deutschland kennt diesen Wirkstoff. Abgekürzt wird er mit ASS und viele benutzen ihn bei Kopfschmerzen, Fieber oder bei einem Kater am Morgen nach einer Party. Der Wirkstoff ASS wurde vor mehr als 120 Jahren eher zufällig entdeckt und gehört zu den häufigsten verwendeten Arzneimitteln weltweit. Das Medikament ASS ist deswegen so bekannt, da es nicht verschreibungspflichtig und somit für viele zugänglich ist. Aber wie wirkt ASS eigentlich?

Ein Allrounder unter den Wirkstoffen

ASS ist multifunktional und somit vielfach einsetzbar. Wichtig ist die Dosierung. Bereits in sehr geringen Mengen blockiert ASS ein Enzym und wirkt dadurch hemmend auf die Blutgerinnung.

Ab einer Dosis von 500 Milligramm ist ASS schmerzlindernd und fiebersenkend bei Erkältungen oder grippalen Infekten. Der Grund dafür ist die Abnahme eines bestimmten Hormons, sodass das Empfinden von Schmerzen reduziert wird – die ursprüngliche Funktion des Wirkstoffs, der bereits um 1850 zum ersten Mal hergestellt wurde.

Darüber hinaus können hohe Dosierungen von ASS stark entzündungshemmend wirken. Dies geschieht dann, wenn ASS bei Rheuma und Arthritis zum Einsatz kommt. Diese hohen Dosierungen sind allerdings auch gefährlicher, da sie mit mehr Nebenwirkungen verbunden sein können.

Außerdem wird die Einnahme von ASS Patienten, die an einer Herzkrankheit leiden oder bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, empfohlen. Das liegt an der Eigenschaft von ASS, das Blut zu verdünnen, indem das Verklumpen der Blutplättchen verhindert wird. Um Nebenwirkungen auszuschließen, sollte natürlich immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Was sind die Nachteile von ASS?

Die Einnahme von ASS bringt wie jedes Medikament auch eine Reihe von Risiken und Nebenwirkungen mit sich. Manche Menschen reagieren mit:

  • Sodbrennen
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blutungen im Magen mit daraus resultierendem Eisenmangel
  • Magengeschwüren und Darmgeschwüren

Bei Asthma-Patienten kann es zu heftigen allergischen Reaktionen in Form von Hautausschlägen oder Atemwegsbeschwerden kommen. Kinder und Jugendliche sollten ASS ebenfalls nicht einnehmen, da sie bei Infekten und gleichzeitiger Einnahme von ASS am lebensbedrohlichen Reye-Syndrom erkranken könnten. Für diese Gruppen stehen jedoch schmerz- und fieberlindernde Mittel mit anderen Wirkstoffen zur Verfügung.

ASS sorgt also in unserem Alltag für weniger Schmerzen. Daran ist auch nichts auszusetzen, wenn die Einnahme nicht zu einem regelmäßigen Begleiter im Alltag wird. Grundsätzlich solltest du dich von deinem Arzt oder einem Apotheker beraten lassen.

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