Wilde Hefe: So stellst du sie selbst her
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Wilde Hefe: So stellst du sie selbst her

Hefe bzw. der Hefepilz ist ein einzelliger Organismus, der Zucker in Kohlendioxid und Alkohol verwandelt. Hefe kommt überall in der freien Natur vor und gedeiht prächtig in sauerstoffarmer Umgebung auf der unbehandelten Schale von Trockenfrüchten. Dort ernährt sie sich in erster Linie von Zucker. Schon in der Antike erkannte man die nützliche Wirkung der Hefe für den Gärungsprozess und die Herstellung von Brot und Bier.

Bis heute ist Hefe eine unersetzliche Zutat für Bäckereien und Brauereien. Wenn du zu Hause Pizza oder Brot selber backen willst, kommst du an der Hefe nicht vorbei. Sie sorgt als Lockerungsmittel dafür, dass der Teig aufgeht. Du findest Hefe in der Regel industriell gefertigt in deinem Supermarkt. Alternativ kannst du sie auch mit geringem Aufwand und etwas Geduld selber herstellen.

Besser verträglich – Hefe selber machen

Obwohl Hefe eine recht günstige Zutat ist, lohnt es sich doch, sie selbst herzustellen. Viele Menschen vertragen die industriell gefertigte Hefe nämlich nicht so gut. Bei manchen Menschen verursacht sie zum Beispiel Blähungen oder Verstopfungen. In diesem Fall kannst du zum Beispiel weniger Hefe verwenden und sie länger aufgehen lassen. Mit deiner selbst produzierten Hefe bist du mit Blick auf die Verträglichkeit im Vorteil. Durch den Verzicht auf industrielle Zusatzstoffe ist selbst gemachtes Hefewasser wesentlich besser verträglich, beugt Verstopfungen vor und kann sich zudem mit seinem hohen Vitamin-B-Gehalt positiv auf die Darmflora auswirken. Außerdem weißt du bei selbst gemachter Hefe immer genau, was drinsteckt, und entwickelst ein größeres Bewusstsein für deine Nahrungsmittel.

Wilde Hefen und Bakterien gibt es überall. So kannst du dir mit haushaltsüblichen Zutaten sehr leicht eigene Hefekulturen anlegen. Datteln zum Beispiel haben einen hohen Zuckergehalt und bieten mit ihrer klebrigen Oberfläche einen idealen Nährboden für unsere Hefekulturen.

Hefe selber machen – Rezept und Anleitung

Hefe selbst herzustellen, ist nicht nur einfach, sondern macht darüber hinaus auch sehr viel Spaß. Zur Herstellung deiner eigenen Hefe benötigst du lediglich folgende Zutaten und Hilfsmittel:

  • 1 verschließbare Glasflasche (Fassungsvermögen: etwas mehr als 1 l)
  • 1 l chlorfreies warmes Wasser (30 °C)
  • 50 g Zucker
  • 2 ungeschwefelte Datteln

Damit Flasche und Deckel keimfrei sind, solltest du sie vorher bei höchster Temperatur in der Spülmaschine reinigen oder in einem Topf zehn Minuten lang abkochen. Verwende zum Rausholen der Flasche eine Zange oder trage einen Ofenhandschuh, um dich nicht zu verbrennen.

Hefewasser – geschüttelt, nicht gerührt

Fülle Wasser, Zucker und Früchte in die Flasche, verschließe diese gut und schüttle die gesamte Mischung eine Minute lang gut durch, damit sich Wasser und Zucker verbinden. Die Flasche lagerst du nun locker verschlossen acht Tage lang bei Raumtemperatur und schüttelst den Inhalt einmal morgens und abends kräftig durch. Dadurch aktivierst du die Hefe Tag für Tag und vermeidest, dass sich Schimmel auf der Wasseroberfläche bildet. Sollte sich dennoch Schimmel bilden, empfehlen wir dir, die Mischung sicherheitshalber zu entsorgen und neu anzusetzen.

Öffne die Flasche nach dem Schütteln vorsichtig, damit entstandene Gase entweichen können. Du kannst die Flasche auch leicht geöffnet lassen, sodass das Gas kontinuierlich entweichen kann. Schon nach zwei bis drei Tagen setzt der Gärungsprozess ein. Das Wasser wird trüb und es bilden sich kleine Bläschen. Ab dem neunten Tag kannst du die Früchte entfernen und das Hefewasser verwenden. Deine selbst gemachte Hefe ist im Kühlschrank bis zu zwei Monate lang haltbar.

Im Einsatz – Hefewasser beim Backen verwenden

Dein selbst gemachtes Hefewasser kannst du als Ersatz für frische Hefe oder Trockenhefe in deinen Rezepten verwenden. Dazu ersetzt du die Flüssigkeit in deinem Rezept einfach durch das Hefewasser und lässt den Teig am besten abgedeckt über Nacht gehen.

Übrigens kannst du aus dem entstandenen Hefewasser leicht neues herstellen. Dazu nimmst du ein Viertel des Wassers als Basis, gibst erneut Zucker sowie eine Dattel hinzu und füllst die Flasche mit Wasser auf. Anschließend lässt du die Mischung bis zu vier Tage lang reifen. Bitte auch hier zweimal täglich die Flasche schütteln. Da das Wasser zum Teil bereits fermentiert ist, beschleunigt sich der Gärungsprozess um einige Tage.

Deine AOK Hessen wünscht dir viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit.

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