Zero Waste: So vermeidest du Müll im Alltag
Haushalt

Zero Waste: So vermeidest du Müll im Alltag

Müll trennen und recyclen: Das machen die meisten von uns. Aber noch besser ist es, wenn der Abfall gar nicht erst entsteht. Wir alle produzieren ziemlich viel davon: 1,25 Kilo sind es allein in Hessen pro Kopf und Tag. Du würdest gerne Müll vermeiden? Mit unseren praktischen Tipps ist „Zero Waste“ im Alltag einfach.  

Zero Waste: Mehr Nachhaltigkeit durch weniger Müll

Zero Waste heißt übersetzt „null Abfall“. Viele Dinge, die wir wegwerfen, brauchen wir nicht, etwa Plastikverpackungen oder Werbeprospekte. Vor allem Kunststoffe sind ein riesiges Problem für die Umwelt. Werden sie verbrannt, entstehen giftige Gase. Plastik verschmutzt die Meere und ist auch für Menschen gefährlich, sobald es über die Nahrungskette in unseren Mägen landet. Plastik versteckt sich ebenfalls in Kosmetik, Putzmitteln oder Kleidung.

Beim Zero-Waste-Gedanken geht es darum, generell bewusster einzukaufen und zu konsumieren. Natürlich kannst du Müll nicht immer vermeiden. Aber bereits kleine Schritte bewirken viel – und es landet weniger Abfall in den Tonnen.

Zero Waste im Alltag – diese Tipps helfen dir dabei

Du hast dir vorgenommen, weniger wegzuwerfen? Unsere Tipps zeigen, was du sofort für einen „No waste“-Lebensstil tun kannst.

1. Plastiktüten, nein danke

Lebensmittel sind oft in Plastik verpackt, aber es geht auch ohne. Statt zu eingeschweißtem Obst oder Gemüse zu greifen, kannst du es lose kaufen und in wiederverwendbaren Stoffbeuteln transportieren. Es lohnt sich, bei verpackten Lebensmitteln genauer hinzusehen. Reis etwa gibt es auch ohne Kochbeutel. Deine Einkäufe trägst du in der Stofftasche oder im Rucksack nach Hause – schon jetzt ohne Plastiktüten, die ab 2022 in deutschen Supermärkten verboten sind. Übrigens brauchst du weniger über nervige Umverpackungen nachzudenken, wenn du beim Bäcker, auf dem Wochenmarkt oder im Unverpackt-Laden einkaufst: Lebensmittel gibt es dort lose, du kannst sie in eigene Behälter oder Stoffbeutel packen.

2. Zero Waste beim Trinken

Wasser in Plastikflaschen kannst du dir ab sofort sparen! Viel günstiger ist Leitungswasser, das du fast überall in Deutschland trinken kannst. Frage dennoch sicherheitshalber bei deiner Gemeinde nach. Du magst lieber Wasser mit Kohlensäure? Kein Problem mit einem Wassersprudler. Für unterwegs holst du dir eine Trinkflasche aus Stahl und einen wiederverwendbaren Thermobecher für den To-Go-Cappuccino.

3. Dinge waschen statt wegwerfen

Wattepads, Tampons, Frischhaltefolie und Babywindeln benutzen wir nur einmal, auch Spülschwämme werfen wir nach einer Weile weg. Umweltfreundlicher sind Putztücher, Abschminkpads und Windeln aus Baumwolle. Die reinigst du einfach in der Waschmaschine und verwendest sie weiter. Statt Frischhalte- oder Alufolie benutzt du abwaschbare Bienenwachstücher. Sogar für Tampons und Binden gibt es eine Alternative: Eine Menstruationstasse wäschst du aus und benutzt sie wieder.

4. Seife statt flüssiges Duschgel und Shampoo

Hände, Körper und Haare kannst du mit duftenden, festen Seifen waschen, die in Papier verpackt sind. Auch Deo gibt es in fester Form. Willst du sichergehen, dass sich kein Mikroplastik in Kosmetik befindet? Dann achte auf Naturprodukte ohne Inhaltsstoffe wie Polyethylen (PE) oder Polyquaternium (PQ). Flaschen vermeidest du auch im Haushalt: Für Spül- und Waschmaschine gibt es Pulver in Pappschachteln. Putzmittel kaufst du in Nachfüllpacks. Eventuell brauchst du keinen Spezialreiniger, ein Hausmittel wie Essig oder Natron tun es oft auch. Spülmittel kannst du selbst herstellen, dafür brauchst du:

  • 300 ml Wasser
  • 1 TL Natron
  • 15 g Olivenöl oder Kernseife
  • 8-10 Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Lavendel

So geht’s: Bringe das Wasser in einem Topf zum Kochen, rasple die Seife in dünne Scheiben. Gib die Seifenstückchen ins kochende Wasser und rühre sie unter, bis sie sich aufgelöst haben. Dann gießt du das Natron hinein. Schließlich nimmst du den Topf vom Herd und lässt das Gemisch abkühlen. Zum Schluss gibst du das ätherische Öl dazu. Dein DIY-Spülmittel kannst du in einen leeren Seifenspender füllen, bei Zimmertemperatur hält es mindestens drei Monate.

5. Spielzeug aus Holz statt aus Plastik

Kinderspielzeug besteht oft aus Plastik. Es kann gefährliche Weichmacher enthalten und schnell kaputtgehen. Eine Alternative sind Bauklötze oder Entchen aus Holz. Die fühlen sich nicht nur wärmer an, sie halten oft länger und sind hochwertiger. Auch Kinderhefte gibt es ohne Plastik-Gimmick und ohne Folie, in die sie eingeschweißt sind.

6. Schluss mit nerviger Werbung und Katalogen

Anzeigenblätter oder Kataloge wirfst du immer gleich in die Mülltonne? Sie müssen gar nicht erst im Briefkasten landen: Klebe einen „Bitte keine Werbung einwerfen“-Aufkleber darauf. Schicken Firmen ungefragt Werbung oder Kataloge, bitte sie per Mail, dies nicht mehr zu tun.

7. Repariere Gegenstände oder mache Upcycling

Der Toaster hat den Geist aufgegeben? Wirf ihn nicht gleich weg. In einem Repair Café hilft dir jemand kostenlos bei der Reparatur. Wo du eines der 800 Cafés findest, verrät die Webseite Reparatur-Initiativen. Geht der Reißverschluss deiner Lieblingshose kaputt, ist das kein Fall für die Mülltonne. Im Internet findest du unzählige Anleitungen für Handarbeiten. Oder du nutzt den Stoff fürs Upcycling: Dabei bastelst du aus alten Dingen etwas Neues, zum Beispiel Deko-Objekte. Ein Kinderbuch wird zum Schlüsselbrett, Marmeladengläser werden zu Behältern für Teelichter.

8. Verkaufe oder verschenke, was du nicht mehr brauchst

Du bist sicher, dass du Schuhe, Brettspiel oder Bücher nicht mehr willst? Verkaufe die Dinge über Kleinanzeigenportale oder auf dem Flohmarkt – oder verschenke sie. Abnehmer findest du über soziale Netzwerke oder bei Hilfsinitiativen vor Ort. Kleidung gibst du zur Altkleidersammlung, Romane spendest du an offene Bücherregale. Dort kannst du dir auch selbst Lese-Nachschub holen, statt neue Bücher zu kaufen.

9. Weniger wegwerfen: Zero Waste bei Lebensmitteln

75 Kilo Lebensmittel wirft jeder Verbraucher jedes Jahr im Schnitt weg, so das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Oft muss das gar nicht sein. Viele Speisen kannst du noch essen, auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, so wie Joghurt und Käse. Reste kannst du einfrieren und später essen. Oder du verwendest sie kreativ weiter: Zaubere eine leckere Suppe aus Gemüseresten, oder verfeinere die Pizza damit. Auch hier hilft es, bewusster einzukaufen – heißt, immer nur das, was du brauchst.

10. Nutze Produkte länger und achte auf Inhaltsstoffe

Willst du dir etwas Neues zulegen, greifst du am besten zu hochwertigen Produkten, die lange halten und nicht so schnell ausgedient haben. Es kommt dabei auf Material, Inhaltsstoffe und Ökobilanz an. Nutze Dinge möglichst lange. Die Hersteller von Elektrogeräten versprechen zwar jedes Jahr tolle neue Funktionen. Aber ist es dafür nötig, ein neues Telefon oder Tablet zu kaufen?

Zero Waste mit minimalistischem Lebensstil

Zum Zero-Waste-Gedanken gehört, nur das zu kaufen, was du wirklich brauchst. Das reduziert deinen ökologischen Fußabdruck und du konsumierst weniger, dafür bewusster. Lebst du nachhaltiger und minimalistischer, sorgt das sogar für mehr Wohlbefinden in deinem Alltag – und macht dich zufriedener.

Viel Spaß beim Zero-Waste-Lebensstil wünscht dir deine AOK Hessen.

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